Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gräfin Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg (* 10. August 1597 in Windecken; † 15. Juli 1649 in Kassel) war die älteste Tochter des Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg (* 1576; † 1612) und der Fürstin Katharina Belgica (* 1578; † 1648), einer Tochter Wilhelms I. von Oranien-Nassau, des Schweigers.

Charlotte Louise wurde in Windecken geboren. Sie blieb unvermählt. Von ihrer Hand sind private Briefe an Mitglieder ihrer Familie überliefert.[1] Kaiser Matthias ernannte durch Kammergerichtsspruch die Witwe Graf Philipp Ludwigs II. von Hanau-Münzenberg, Katharina Belgia, am 6. November 1612 zum Vormund über ihre acht Kinder, nämlich ihre Söhne Philipp Moritz, Wilhelm Reinhardt, Heinrich Ludwig, Friedrich Ludwig und Jakob Hans, sowie die Töchter Charlotte Luise, Amalia Elisabeth und Katharina Juliane.[2]

Gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs floh Charlotte Luise zu ihrer jüngeren Schwester, Landgräfin Amalie Elisabeth nach Kassel, die dort die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn führte. 1642 starb die männliche Linie der Grafschaft Hanau-Münzenberg aus.

Charlotte Luise starb kurz nach Ende des Krieges. Ihre sterblichen Überreste wurden nach Hanau überführt und dort in der Gruft des Hauses Hanau-Münzenberg in der Marienkirche in einem mit Samt ausgekleideten Holzsarg, der von einem Zinnsarg umgeben war, am 28. August[3] beigesetzt.[4] Landgraf Wilhelm VI. ordnete etwa Anton Wolf von Haxthausen zum Leichenbegängnis ab.

Der Zinnsarg wurde in der napoleonischen Zeit 1812 gestohlen.[5] 1849 wurde die Bestattung in einen neuen Sarg umgebettet.[6] Eine Leichenpredigt für Charlotte Louise von Konrad Henning liegt vor.[7]

Ahnentafel der Gräfin Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg
Urgroßeltern

Philipp III. von Hanau-Münzenberg (* 1526; † 1561)

Helena von Pfalz-Simmern (* 1532; † 1579)

Philipp IV. von Waldeck (* ; † )

Jutta von Isenburg († 1564)

Wilhelm von Nassau-Dillenburg (* 1487; † 1559)

Juliana zu Stolberg (* ; † )

Louis III. de Bourbon, duc de Montpensier (* 1513; † 1582)

Jacqueline de Longwy Gräfin von Bar du Seine (* 1538; † 1561)

Großeltern

Philipp Ludwig I. von Hanau-Münzenberg (* 1553; † 1580)

Magdalena von Waldeck (* 1558; † 1599)

Wilhelm I. von Oranien-Nassau, der Schweiger (* 1533; † 1584)
3. ⚭
Charlotte von Bourbon-Montpensier (* 1546; † 1582)

Eltern

Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg (* 1576; † 1612)

Katharina Belgica von Oranien-Nassau (* 1578; † 1648)

Charlotte Louise

Zur Familie vgl. Hauptartikel: Herren und Grafen von Hanau

  • Friedrich Wilhelm Cuno: Philipp Ludwig II., Graf zu Hanau und Rieneck, Herr zu Münzenberg. Ein Regentenbild nach archivalischen und anderen Quellen gezeichnet für unsere Zeit. Prag 1896.
  • Reinhard Dietrich: Die Landesverfassung in dem Hanauischen = Hanauer Geschichtsblätter 34. Hanau 1996. ISBN 3-9801933-6-5
  • Reinhard Suchier: Genealogie des Hanauer Grafenhauses. In: Festschrift des Hanauer Geschichtsvereins zu seiner fünfzigjährigen Jubelfeier am 27. August 1894. Hanau 1894.
  • Reinhard Suchier: Die Grabmonumente und Särge der in Hanau bestatteten Personen aus den Häusern Hanau und Hessen. In: Programm des Königlichen Gymnasiums zu Hanau. Hanau 1879. S. 1–56.
  • Ernst Julius Zimmermann: Hanau Stadt und Land. 3. Auflage, Hanau 1919, Nachdruck 1978.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Hessisches Staatsarchiv Marburg, Bestand: 81. Regierung Hanau A 33,11,3
  2. HStAM Bestand Urk. 58 Nr. 446.
  3. HStAM Bestand 4 f Staaten H Nr. Hanau, Grafsch. 167.
  4. Marienkirche Hanau (Reformierte Kirche Hanau), Worldhistory. Personen der Weltgeschichte.
  5. Suchier, Grabmonumente, S. 34
  6. Suchier, Grabmonumente, gibt den archäologischen Befund bei der Öffnung des Sarges wieder (S. 34)
  7. Nachweis: Katalog der fürstlich Stolberg-Stolberg’schen Leichenpredigten-Sammlung, Bd. 2, Leipzig 1928, Nr. 12829