Division 1 Féminine 2018/19

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Division 1 Féminine 2018/19 (Frankreich)
Division 1 Féminine 2018/19 (Frankreich)
ASPTT Albi
Olympique Marseille
Großraum
Paris

siehe Sonder-
karte unten
Arras FCF
Le Havre
AC
CPBB Rennes
CBOSL Angers
Stade Reims
US Orléans
Stade Brest
US Saint-Malo
ESOF La Roche
ESAP
Metz
FC Ven-
denheim
ASP Vauban
Strasbourg
AS Nancy
FF Yzeure
Grenoble Foot
Toulouse FC
AS Portet
AS Saint-Étienne
Croix de Savoie Ambilly
FC Montauban
Division 1 Féminine 2018/19 (Île-de-France)
Division 1 Féminine 2018/19 (Île-de-France)
VGA Saint-Maur
FF Issy
RC Saint-Denis
Paris-Île-de-France
2018/19: Vereine der Division 1 (gelbe Punkte, Name fett) und der in zwei Gruppen (A: rot = Nordwesten, B: grün = Südosten) aufgeteilten Division 2 Féminine

Die Saison 2018/19 der Division 1 Féminine war die 45. Ausspielung der französischen Frauenfußballmeisterschaft seit der offiziellen Anerkennung des Frauenfußballs im Jahr 1970 durch die FFF, den Fußballverband Frankreichs, und der ersten Austragung in der Saison 1974/75. Die Division 1 Féminine genannte Spielklasse wird im reinen Ligamodus in einer aus einer einzigen Gruppe bestehenden, zwölf Teams umfassenden, landesweiten höchsten Liga ausgetragen; in diesem Modus war es die 27. Meisterschaft. Die Frauen von Olympique Lyon, als Titelverteidigerinnen in die Saison gestartet, setzten sich erneut durch und gewannen ihre 13. Meisterschaft in Folge.

Die Saison hatte am 25. August 2018 begonnen und endete am 4. Mai 2019, damit den Französinnen genügend Vorbereitungszeit für die am 7. Juni beginnende Weltmeisterschaft im eigenen Land bleibt. Vom 16. Dezember bis 5. Januar gab es eine Winterpause. Hauptspieltag war erstmals der Sonnabend, wie es der Bezahlfernsehsender Canal+ wünschte, der sämtliche 132 Punktspiele übertragen hat.[1]

Qualifikation und Austragungsmodus

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Teilnahmeberechtigung wird ausschließlich das Abschneiden der Frauschaften in der Vorsaison berücksichtigt; qualifiziert sind die zehn dabei bestplatzierten Teams der Vorsaison sowie zwei Aufsteiger, die jeweils ihre Gruppe der Division 2 Féminine als Tabellenerste beendet hatten. Somit starten folgende zwölf Teilnehmer in diese Saison:

Für Dijon stellt die Teilnahme eine Premiere dar.

Die Meisterschaft wird in einer doppelten Punkterunde ausgespielt, in der jeder Teilnehmer in Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden anderen antritt. Es gilt die übliche „Drei-Punkte-Regel“ mit drei Punkten für einen Sieg, einem für ein Unentschieden und keinem für eine Niederlage; bei Punktgleichheit gibt zunächst der direkte Vergleich und bei Erforderlichkeit anschließend die bessere Gesamt-Tordifferenz, falls auch dann noch Gleichheit besteht, gegebenenfalls die höhere Zahl erzielter Treffer den Ausschlag. Am Ende der Saison müssen die zwei Tabellenletzten absteigen, die für die kommende Spielzeit durch zwei Aufsteiger – die Siegerinnen der beiden Gruppen der zweiten Division – ersetzt werden.

Die französischen Meisterinnen sowie die Zweitplatzierten der Division 1 Féminine qualifizieren sich für den Frauen-Europapokalwettbewerb der folgenden Spielzeit.

Die frühesten personellen Veränderungen vor Saisonbeginn betrafen die Trainerposition. Zwar endete diese Rolle von Sarah M’Barek bei Guingamp nach fünf Jahren, dennoch gibt es in der Liga weiter eine Frau als Chefcoach, weil Sabrina Viguier dieses Amt in Rodez übernahm. Ab Oktober kam eine weitere Trainerin hinzu, als Sandrine Soubeyrand in dieser Funktion beim Paris FC anheuerte, für die letzten drei Spieltage vor Saisonende auch noch Angélique Roujas bei Metz. Bei Paris SG löste Ex-Nationaltrainer Olivier Echouafni Patrice Lair ab.
Bei den Wechseln von Spielerinnen kam es in der sommerlichen Transferperiode zu einer Reihe von Veränderungen namhafter Frauen. In Lyon beendeten Corine Petit und verletzungsbedingt voraussichtlich auch Jessica Houara ihre Karrieren, Kheira Hamraoui und Morgan Brian gingen ins Ausland, die schon seit Jahresbeginn ausgeliehenen Kenza Dali und Claire Lavogez wechselten zu den „kleinen“ Ligakonkurrenten aus Dijon beziehungsweise Bordeaux. Neu bei Europas bestem Team sind Lisa Weiß, Carolin Simon (beide aus Deutschland), die Engländerin Isobel Christiansen sowie die beiden Routiniers Jessica Fishlock und – ab Januar 2019 – Florencia Soledad Jaimes. Auch Vorjahres-Vizemeister PSG gab mit Marie-Laure Delie (zu Aufsteiger FC Metz), Jennifer Hermoso und Érika namhafte Spielerinnen ab, holte mit Daiane, Wang Shuang und Signe Bruun dafür drei Internationale neu. Montpellier muss diese Saison ohne Laëtitia Tonazzi (Karriereende), Laëtitia Philippe (nach Rodez) und Marie-Charlotte Léger (nach Fleury) auskommen.

Den Paris FC Richtung Spanien verlassen hat Aïssatou Tounkara, dafür sind Linda Sällström und Eseosa Aigbogun neu bei dem zweiten Hauptstadtverein. Soyaux holte Hawa Cissoko von Absteiger Olympique Marseille, Bordeaux neben Claire Lavogez auch Viviane Asseyi, Fleury außer Marie-Charlotte Léger auch Nadjma Ali Nadjim aus Bordeaux und Kelly Gadéa aus Marseille. Der zweite Aufsteiger aus Dijon hat neben Kenza Dali mit Torfrau Mylène Chavas (AS Saint-Étienne) und Angreiferin Lindsey Thomas (Montpellier) auch noch zwei umworbene Talente gewinnen können, wie in dieser Spielzeit überhaupt die meisten Klubs vor allem auf den Nachwuchs zu setzen schienen.[2] Zum Jahreswechsel 2018/2019 schloss sich mit Élise Bussaglia nach ihrer vorzeitigen Vertragsauflösung beim FC Barcelona auch noch die aktuell routinierteste französische Nationalspielerin Dijon an.

Weitere Veränderungen in der Winterpause: Montpellier verlassen haben Katrine Veje zum Arsenal Women FC und Stina Blackstenius zu Linköpings FC, dafür kam die Schwedin Marija Banušić aus China; Nadia Nadim wechselte von Manchester City zu Paris Saint-Germain, das Melike Pekel ebenso bis Saisonende an Bordeaux auslieh wie Lyon Emelyne Laurent an Guingamp.

Ergebnisse, Tabelle und Saisonverlauf

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endstand: 4. Mai 2019

Gir.
Bor
FCO
Dij
FC
Fle
EA
Gui
OSC
Lil
Oly
Lyo
FC
Met
HSC
Mon
FC
Par
SG
Par
AF
Rod
ASJ
Soy
Girondins Bordeaux 1:0 1:1 0:0 2:1 1:7 2:0 2:2 1:1 0:2 2:0 0:1
FCO Dijon 1:2 2:1 1:1 1:0 0:4 3:0 0:1 0:5 0:2 1:1 3:0
FC Fleury 1:2 3:2 1:2 4:1 1:1 2:1 1:0 1:1 0:1 0:0 1:1
EA Guingamp 0:1 1:1 4:1 3:0 0:3 2:0 1:5 0:1 1:1 3:0 0:1
OSC Lille 0:2 1:3 0:0 3:3 0:8 2:1 1:1 2:1 1:3 0:1 1:0
Olympique Lyon 3:0 5:0 4:1 7:0 1:0 3:0 2:1 5:0 5:0 4:0 4:0
FC Metz 1:0 1:4 0:2 2:1 2:0 0:5 0:7 0:1 1:3 3:1 0:1
HSC Montpellier 0:1 4:1 3:1 1:0 3:2 0:5 11:0 2:0 0:3 5:0 2:0
Paris FC 5:0 4:0 2:1 2:0 0:0 1:4 2:2 0:1 1:3 4:0 0:0
Paris Saint-Germain 6:2 2:0 4:0 1:0 1:1 1:1 7:1 4:0 5:1 3:0 2:0
AF Rodez 1:4 1:4 0:0 0:1 2:3 0:2 2:3 2:1 1:0 1:2 0:0
ASJ Soyaux 1:0 4:2 2:1 1:1 1:1 0:6 2:3 1:1 0:2 0:6 3:1
Pl. Frauschaft Sp G U V Tore Diff. Pkte. Ab-
zug
1. Olympique Lyon (M) 22 20 2 00 90:06 62
2. Paris Saint-Germain 22 18 3 01 62:16 57
3. HSC Montpellier 22 12 3 07 51:27 39
4. Girondins Bordeaux 22 10 4 08 26:34 34
5. Paris FC 22 09 5 08 34:28 32
6. ASJ Soyaux 22 07 6 09 19:37 27
7. EA Guingamp 22 06 6 10 24:33 09 24
8. FCO Dijon (N) 22 07 3 12 29:44 –15 24
9. FC Fleury 22 05 7 10 24:34 22
10. FC Metz (N) 22 06 1 15 21:63 19
11. OSC Lille 22 04 6 12 20:43 18
12. AF Rodez 22 03 4 15 14:49 13

Nach Abschluss der Hinrunde führte das noch ungeschlagene Spitzenduo Lyon und PSG die Tabelle mit großem Vorsprung auf das Verfolgerfeld an. Darin lagen PFC und Montpellier – Letztere nach einem ungewohnt schwachen Saisonbeginn mit lediglich vier Punkten aus den ersten sechs Spielen – vor Guingamp, Fleury, Bordeaux und Soyaux im vermeintlich gesicherten Teil des Klassements. Zwischen Dijon, Metz und Lille scheint sich in der Rückrunde der Kampf darum zu entspannen, wer die nach elf Begegnungen noch sieglosen, abgeschlagenen Frauen aus Rodez in die zweite Division wird begleiten müssen. Der lothringische Aufsteiger war mit sieben Niederlagen in diese Spielzeit gestartet; dann vermochten die Metzerinnen aber das Ruder herumzureißen, indem ihnen die bemerkenswerte Miniserie von drei Siegen sowie einem Unentschieden gelang.

Am 19. Spieltag ließ Lyon überraschend einen Punkt in Fleury, so dass es in Runde 20 zu einem beinahe echten Endspiel zwischen OL und dem punktgleichen PSG kam. Dies entschied Lyon vor der neuen Liga-Rekordkulisse von 25.907 zahlenden Zuschauern mit 5:0 für sich, verteidigte seinen Vorsprung in den letzten drei Begegnungen souverän und sicherte sich den 13. Titel in Serie. Auch Paris Saint-Germain behauptete seinen zweiten Tabellenplatz und damit die Champions-League-Qualifikation ohne Probleme. Somit stand am letzten Spieltag nur noch die Entscheidung des neben Rodez zweiten Absteigers an, wofür lediglich Metz und Lille, durch einen einzigen Punkt getrennt, in Frage kamen. Beide hatten ein schweres Auswärtsspiel in Lyon beziehungsweise Montpellier zu bestreiten, und da beide dort unterlagen, behielt Metz in diesem Fernduell das bessere Ende für sich. Schlusslicht Rodez musste die Division 1 Féminine nach neunjähriger Zugehörigkeit verlassen.

Zur folgenden Saison steigen aus der Division 2 Féminine die Frauen von Stade Reims – in den 1970er und 1980er Jahren fünfmal französischer Meister, aber in der Liga ein absoluter Neuling – und Olympique Marseille auf.

Die Spielerinnen des Meisters

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer Reynald Pedros hatte folgende Fußballerinnen in seinem Saisonkader (in Klammern die Zahl der Punktspieleinsätze):[3]

Lyons 90 Tore erzielten Hegerberg (20), Le Sommer (13), Majri, Marozsán (je 10), Renard (8), van de Sanden (7), Henry (4), Cascarino (3), Mbock Bathy, Christiansen, Kumagai (je 2) sowie Bronze, Buchanan, Fishlock, Jaimes und Laurent (je 1). Dazu kamen vier gegnerische Eigentore.

Erfolgreichste Torschützinnen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Treffer erzielten:[4]

Pl. Name Team Tore
1. Marie-Antoinette Katoto Paris SG 22
2. Norwegen Ada Hegerberg Lyon 20
3. Kadidiatou Diani Paris SG 13
Clarisse Le Bihan Montpellier 13
Eugénie Le Sommer Lyon 13
6. Viviane Asseyi Bordeaux 12
Finnland Linda Sällström Paris FC 12
8. Amel Majri Lyon 10
Deutschland Dzsenifer Marozsán Lyon 10
10. Belgien Janice Cayman Montpellier 8
Léa Khelifi Metz 8
Wendie Renard Lyon 8
Gaëtane Thiney Paris FC 8
14. Adélie Fourre Guingamp 7
NiederlandeNiederlande Shanice van de Sanden Lyon 7
China Volksrepublik Wang Shuang Paris SG 7
17. SchwedenSchweden Stina Blackstenius Montpellier 6
Laura Bourgouin Soyaux 6
Kimberley Cazeau Rodez 6
Kenza Dali Dijon 6
Léa Declercq Dijon 6
Louise Fleury Guingamp 6
Valérie Gauvin Montpellier 6
Marie-Charlotte Léger Fleury 6

Die meisten Torvorbereitungen verzeichnete Kadidiatou Diani (PSG) mit 12 vor Ada Hegerberg (Lyon, 11), Amel Majri (Lyon, 9) sowie, mit je acht entscheidenden Pässen, Daphné Corboz (Fleury), Wang Shuang (PSG) und Shanice van de Sanden (Lyon).

Anmerkungen und Nachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Quelle bei footofeminin.fr vom 24. Februar 2018
  2. Zusammenfassung der Transfers während der Sommerpause bei footofeminin.fr, Stand: 23. August 2018
  3. Olympiques Saisonaufgebot bei footofeminin.fr
  4. Torjägerinnenliste bei footofeminin.fr