Johann Baptist von Zahlhaas

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Johann Baptist Ritter von Zahlhaas, genannt Neufeld, (28. September 1787 in Wien[1]30. Dezember 1870 ebenda[2]) war ein österreichischer Theaterschauspieler, Sänger (Bass), Dichter, Übersetzer, Librettist, Theaterregisseur und -direktor.

Zahlhaas, Bruder des Schauspielers Carl von Zahlhaas, ging frühzeitig unter dem Namen „Neufeld“ zum Theater und wurde Mitglied des Hofburgtheaters. Im August 1817 kam er nach Leipzig, wo er bis 1821[A 1] Charakter- und Väterrollen aller Art spielte. Er war dort auch als Theaterdichter, Librettist, Übersetzer und Sänger kleinerer Basspartien tätig.

Er hielt es nirgends lange aus. So wirkte er 1821 und 1822[A 2] in Mannheim, gastierte (vermutlich) im Winter 1821/22 bei Wilhelm Gerstel in Dessau, wurde 1822[A 3] Mitdirektor neben Franz Mejo des Theaters in Bremen und obzwar er reichen Beifall fand, verließ er diesen Wirkungskreis und wurde nach Gastspielen im Februar/März 1825 Hofschauspieler in Dresden bis 1829, von dort aus gastierte er im Mai 1826 an alter Wirkungsstätte in Bremen.

Im April 1829 hatte er Gastauftritte in Leipzig und ab Juli 1829 am Hoftheater Darmstadt. 1830 wollte er Deutschland verlassen und nach Paris übersiedeln, wurde aber in Brüssel und Düsseldorf engagiert. Im September/Oktober 1832 gab er ein Gastspiel am Hofburgtheater und war von 1833 bis 1834 Regisseur am Theater Nürnberg.

Danach lebte er u. a. in Leipzig (1834–1836), Berlin und Oldenburg, bevor er ab 1. Januar 1842 Regisseur, ab 1. April 1842 bis 1844 Direktor des Hoftheaters Sondershausen wurde. In Sondershausen spielt er auch Heldenväter und Charakterrollen.

Anschließend wohnte er in Lucka bei Altenburg, bevor er zuletzt in Wien lebte, wo er auch starb.

Zahlhaas machte sich weniger als darstellender Künstler denn als Theaterdichter bekannt, seine Trauerspiele und historischen Schauspiele wurden gern gespielt. Seine dramatischen Arbeiten zeichneten sich hauptsächlich durch scharfe Charakterzeichnung, lebhaften Dialog und genaue Kenntnis des theatralischen Effekts aus.

Ein besonderes Verdienst um die deutsche Bühne hat sich Zahlhaas mit der Übersetzung und Bearbeitung von Shakespeares König Lear und Calderons Das Leben ist ein Traum erworben.

Er war vermutlich zweimal verheiratet, einmal mit einer namentlich nicht bekannten Frau. Aus dieser Ehe ging seine Tochter Johanna hervor, die als Schauspielerin unter dem Namen Johanna Gabillon bekannt wurde. Der Grund für das Ende der Ehe (Tod, Scheidung) ist nicht bekannt. Am 6. August 1823 heiratete er in Bremen Henriette Charlotte Erhard. Seine zweite (?) Tochter Rieke war während seiner Dresdner Zeit Pflegekind bei Caroline von Weber in Hosterwitz.

  1. Die WeGA gibt 1819 an
  2. Die WeGA gibt nur bis Mai 1821 an
  3. Die WeGA gibt 1822 als Beginn des Engagements an, Mitdirektor soll er erst 1823 geworden sein.

Einzelnachweise

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  1. Taufbuch Wien Schotten, tom. XLIII, fol. 28. In: Matricula. Abgerufen am 11. Januar 2020.
  2. Sterbebuch Wien St. Rochus, tom. XX, fol. 165. Abgerufen am 11. Januar 2020.; abweichend dazu die Anzeige in Allgemeine Theater-Chronik, Organ für das Gesamtinteresse der deutschen Bühnen und ihrer Mitglieder, Schaarschmidt & Volckmar, Leipzig 1871, S. 16, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D85-C36KiiecC~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA16~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D