Pante Macassar (Verwaltungsamt)

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Verwaltungsamt Pante Macassar
Reisfelder in Oemelo (Lifau)
Verwaltungssitz Pante Macassar
Fläche 356,56 km²[1]
Einwohnerzahl 45.415 (2022)[2]
Sucos Einwohner (2022)[2]
Bobocasse 2.853
Costa 16.783
Cunha 5.384
Lalisuc 3.054
Lifau 3.468
Naimeco 4.961
Nipane 2.335
Taiboco 6.577
Übersichtskarte
Verwaltungsamt Pante Macassar
Pante Macassar (Osttimor)
Pante Macassar (Osttimor)
Pante Macassar

Pante Macassar (Pante Makassar, tetum Pante Makasar) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno im Westteil von Timor. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Pante Macassar.[3]

Der Subdistrikt Pante Macassar

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Pante Macassar eine Fläche von 357,30 km².[4] Nun sind es 356,56 km².[1]

Das Verwaltungsamt Pante Macassar teilt sich in acht Sucos: Bobocasse (Bobocasae, Bobocase), Costa, Cunha, Lalisuc (Lalisuk), Lifau, Naimeco, Nipane (Nipani) und Taiboco.

Beim Bso'ot-Tanz in Oekum

Pante Macassar hat 45.145 Einwohner (2022), davon sind 23.027 Männer und 22.388 Frauen. Im Verwaltungsamt gibt es 9.970 Haushalte.[2] Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Baikeno. Der Altersdurchschnitt beträgt 19,0 Jahre (2010,[4] 2004: 19,2 Jahre[6]).

Eine Schule in „Oekussi“ (1930er-Jahre)
Wohnhütte in Pante Macassar (2021)

1556 gründeten Dominikaner zur Sicherung des Handels mit Sandelholz den Ort Lifau, 6 km westlich des heutigen Ortes Pante Macassar. Von 1702 bis 1769 war Lifau Verwaltungssitz von Portugiesisch-Timor. Es lag im Gebiet des Reichs von Oecussi, das seinen Sitz in Oesono hatte.[7] Das Reich wurde von Topasse regiert. Die Topasse waren Nachfahren von portugiesischen Soldaten, Seeleuten und Händlern, die Frauen von Solor heirateten. Sie bestimmten maßgeblich die Entwicklungen auf Timor im 17. und 18. Jahrhundert. 1769 waren die Portugiesen gezwungen ihre koloniale Hauptstadt nach Dili zu verlegen.[8]

Während der Rebellion in Cová (1868–1871) unterstützte Oecussi die Portugiesen. Im Mai 1912 kam es aber während der großen Rebellion von Manufahi auch in Oecussi zum Aufstand gegen die Kolonialherren. Mit Unterstützung durch das Kanonenboot Pátria konnte der Aufstand niedergeschlagen werden.[8]

In den Wirren der letzten Monate der portugiesischen Herrschaft über Osttimor besetzte Indonesien die Exklave Oe-Cusse Ambeno bereits am 6. Juni 1975.[9] Als schließlich die FRETILIN am 28. November 1975 Osttimor für unabhängig von Portugal erklärte, wurde bereits am Tag darauf die indonesische Flagge in Pante Macassar gesetzt. Die Invasion in das restliche Osttimor begann am 7. Dezember 1975.

Während der Unruhen von 1999, die dem Unabhängigkeitsreferendum folgten, war Pante Macassar Ziel pro-indonesischer Milizen, unterstützt vom indonesischen Militär. 65 Zivilisten, die Unterstützer der Unabhängigkeit waren, wurden erhängt, die Stadt Pante Macassar bis auf zwei Kirchen niedergebrannt.[10]

Ruine des Sitzes der Kolonialverwaltung

Nach den Wahlen 2004/2005 wurde Jose „Camada“ Martins von der Landesregierung Osttimors zum Administrator des damaligen Subdistrikts Pante Macassar ernannt. 2014 war Constancio Suni Administrator.[11]

Fischer in einem kleinen Kanal

69 % der Haushalte in Pante Macassar verfügen über Kokospalmen, 64 % bauen Maniok an, 61 % Gemüse, 73 % Reis, 79 % Mais und 14 % Kaffee.[12]

Commons: Pante Macassar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. a b c Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2023.
  3. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento vom 12. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB)
  5. a b c Seeds of Life
  6. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  7. Geoffrey Hull: The Languages of East Timor – Some Basic Facts. (Memento vom 1. Oktober 2009 im Internet Archive) Universidade Nacional de Timor Lorosa'e, 2002 (PDF-Datei). Abgerufen am 17. Juni 2014.
  8. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento vom 24. März 2009 im Internet Archive) (PDF; 824 kB)
  9. Nations Encyclopedia
  10. CAVR-Report: Chapter 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento vom 28. November 2015 im Internet Archive) (englisch; PDF; 1,3 MB)
  11. Ministerium für Staatsadministeration: Pante Macassar, abgerufen am 19. Juni 2020.
  12. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento vom 9. April 2015 im Internet Archive) (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 9° 12′ S, 124° 23′ O