Pierre Stutz

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Pierre Stutz (* 7. November 1953 in Hägglingen, Aargau) ist ein Schweizer katholischer Theologe und Autor.

Pierre Stutz (2013)

Als viertes und jüngstes Kind besuchte Stutz nach der Schulzeit von 1968 bis 1969 das Institut Catholique in Neuchâtel. Danach besuchte er die Mittelschule und trat 1974 als Novize in den katholischen Männerorden Brüder der christlichen Schulen (Schulbrüder) ein, welchen er 1978 wieder verliess. Stutz verliess Neuchâtel 1978, damit er in Luzern Theologie studieren konnte, und 1985 wurde er zum Priester des Bistums Basel geweiht. Von 1985 bis 1988 arbeitete Stutz im Fricktal als Jugendseelsorger und war anschliessend bis 1992 Bundesleiter des Jugendverbandes Junge Gemeinde in Zürich.[1]

Stutz war von 1988 bis 1998 Dozent für das Fach Jugendpastoral am Katechetischen Institut der Theologischen Fakultät in Luzern. Von 1990 bis 1996 bildete er sich berufsbegleitend im Sozialtherapeutischen Rollenspiel am Adelheid-Stein-Institut in München aus. Eine persönliche Lebenskrise führte ihn 1992 zurück nach Neuchâtel, in die Abbaye de Fontaine-André, oberhalb der Stadt Neuchâtel.[1]

1994 initiierte er zusammen mit den Frères des Écoles Chrétiennes von Fontaine-André ein «offenes Kloster», eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, auch verheirateten, die miteinander leben und eine Spiritualität im Alltag suchen. Stutz war von 1998 bis 2010 Mitredakteur in der spirituellen Fotozeitschrift ferment.

Im Sommer 2002 legte Stutz sein Priesteramt nieder. Seit 2003 ist er mit seinem Lebensgefährten Harald Weß zusammen. Sie sind verheiratet und wohnen in Osnabrück.[1]

Zu seinen Thesen, die er in zahlreichen Publikationen veröffentlichte, gehört, dass jeder und jede Einzelne seinen eigenen Weg von Spiritualität und Glaube finden muss, um beides befreiend leben zu können. Der Weg, zur individuellen Spiritualität verlaufe über Rituale und die bewusste Auseinandersetzung mit eigenen seelischen Verwundungen. Stutz tritt heute im gesamten deutschsprachigen Raum als Referent und spiritueller Lehrer mit Vorträgen auf und gibt Seminare zu den Themen Achtsamkeit, innerer Versöhnung und dem eigenen spirituellen Weg. Auf evangelischen Kirchentagen sowie Katholikentagen ist er ebenso vertreten wie auch in kirchlichen Tagungshäusern, Klöstern und spirituellen Zentren.

Die Herbert Haag-Stiftung, die Personen und Institutionen auszeichnet, die sich durch freie Meinungsäusserung und mutiges Handeln in der Christenheit exponieren, zeichnete Stutz mit dem Herbert Haag-Preis 2020 aus.[2]

Publikationen (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. a b c Mein Weg Biografie auf der Homepage von Pierre Stutz
  2. Erwin Koller: Im März 2020 werden drei Einzelpersonen und eine Gruppe mit dem Herbert Haag Preis ausgezeichnet. herberthaag-stiftung.ch, 14. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.