Selbstbräuner

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Ein Selbstbräuner ist ein kosmetisches Produkt, welches der Hautbräunung ohne Sonneneinstrahlung dient.[1]

Eine gleichmäßige, natürlich wirkende Bräunung ist schwer zu erreichen. Der Bräunungsgrad kann an verschiedenen Hautpartien unterschiedlich stark auftreten, so dass ein ungewollt fleckiges Hautbild entsteht. Zuweilen spricht man hier von einem „Streifenhörncheneffekt“. Besondere Problemstellen bei der Anwendung von Selbstbräuner sind die Knie und Ellbogen, da hier die Hornhaut dicker ist und der Farbton dadurch dunkler ausfallen kann. Auch Narben und Hautunregelmäßigkeiten treten durch eine Tönung stärker hervor.[1][2] Zur Vorbereitung der Haut und um Unregelmäßigkeiten vorzubeugen, ist ein vorheriges Peeling sinnvoll. Der Verbraucher kann zwischen verschiedenen Bräunungsintensitäten wählen.[1][2] Neben den unterschiedlichen Farbnuancen wird zwischen Bräunern für das Gesicht und Bräunern für den Körper unterschieden. Selbstbräuner für das Gesicht sind meist von cremiger Konsistenz, wodurch eine präzisere Auftragung möglich ist. Selbstbräuner für den Körper sind dünnflüssiger, da sich der Selbstbräuner so über größere Flächen leichter verteilen lässt.[1]

Bessere, gleichmäßigere Bräunungsergebnisse lassen sich mit Bräunungsduschen erzielen. Dabei wird der Körper im Stehen von allen Seiten mit einem Selbstbräuner fein besprüht.[2]

Strukturformel von Dihydroxyaceton.
Strukturformel von D-Erythrulose.

Die häufigste im Selbstbräuner verwandte Substanz ist das Dihydroxyaceton (DHA; INCI: Dihydroxyacetone).[2] Es handelt sich um eine körpereigene Substanz, die im Kohlenhydratstoffwechsel als Zwischenprodukt anfällt. Sie ist unbedenklich und übt keine systemischen Wirkungen aus. Die Selbstbräunungscreme ist demnach eine sehr harmlose Methode zum Bräunen.[2]

Eine weitere selbstbräunende Substanz ist Erythrulose. Es handelt sich um einen natürlich in Pflanzen und Flechten vorkommenden Zucker. Im Gegensatz zu Dihydroxyaceton weist Erythrulose eine bessere chemische Stabilität auf. Hautreizende Spaltprodukte entstehen wesentlich seltener, wodurch der Zucker als besser hautverträglich eingestuft wird.[2]

Es werden auch Kombinationen aus Dihydroxyaceton und Erythrulose eingesetzt.[1]

INCI-konforme Angabe der Inhaltsstoffe (oben) eines Selbstbräuners.

Selbstbräuner enthalten Dihydroxyaceton oder Erythrulose, die die Haut ohne Einfluss der Sonne bräunen.[3]

Dihydroxyaceton dringt in die Hornschicht ein und bildet in der Epidermis durch Reaktion mit dem Hauptbestandteil Keratin melaninähnliche Farbstoffe, die Melanoidine heißen. Nach 2 bis 4 Stunden wird eine gelbliche bis braune Färbung erreicht, die nicht abwaschbar ist und nicht auf die Kleidung abfärbt.[2] Nach zwei bis vier Tagen verblasst die Tönung und nach etwa zwei Wochen ist sie ganz verschwunden, da die Haut sich stetig erneuert, so dass die Farbe irgendwann vollständig herausgewachsen ist. Es kann jederzeit neu nachgetönt werden, um die Farbe zu erhalten.[2][4]

Durch D-Erythrulose wird eine gleichmäßigere Bräunung erzielt, da die Färbung nur wenig von der aufgetragenen Menge und Hautstruktur abhängt. Das Bräunungsprinzip ist dem des Dihydroxyacetons vergleichbar, wobei der Bräunungsvorgang jedoch langsamer und nicht so intensiv ist.[2]

Die erzielte Bräune bietet – sofern das Selbstbräunungspräparat nicht auch einen UV-Filter enthält – keinen Sonnenschutz, da es sich lediglich um eine Anfärbung der Hornschicht handelt.[3]

  • Sabine Ellsässer: Körperpflegekunde und Kosmetik. Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis. 2. überarbeitete und erw. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-76525-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Marina Bährle-Rapp: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24687-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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  1. a b c d e Stiftung Warentest: Selbstbräuner – Weg mit weißen Waden – Stiftung Warentest. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  2. a b c d e f g h i Sabine Ellsässer: Körperpflegekunde und Kosmetik : Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis. 2. überarbeitete und erw. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-76525-7, S. 233.
  3. a b Marina Bährle-Rapp: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24687-6, S. 520.
  4. Marina Bährle-Rapp: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24687-6, S. 163.