Wendelskirche (Bad Salzungen)

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Ansicht von Süden (2009)
Ansicht von Norden (2009)
Kanzel im Inneren der Kapelle (1907)

Die Wendelskirche war eine Hospitalkapelle der heutigen Stadt Bad Salzungen und lag in der Nähe der Vorstadt Dorf Allendorf, etwa 800 Meter östlich der Burganlage. Heute ist die Kirche als Kulturdenkmal geschützt.

Die Kapelle St. Wendel befindet sich im östlichen Teil der Stadt an der August-Bebel-Straße.[1]

Das als gotische Kapelle entstandene Bauwerk wurde um 1481, nach der Chronik 1486 erbaut; ihr Stifter war der Salzunger Bürger Heinrich Fulda, der dieses Gotteshaus zur seelsorgerischen Unterstützung des in der Nähe stehenden Sondersiechenhauses errichten ließ, wie noch jetzt eine verwitterte Inschrift über dem (westlichen) Portal vermeldet. Die Kirche war dem Heiligen Wendelin geweiht. Ein Nachkomme des Stifters ließ 1596 den angrenzenden Friedhof zu St. Wendel mit einer noch in Resten vorhandenen Mauer umgeben. Am Eingang ermahnt eine steinerne Inschriftentafel die Besucher: „(JOHANNES-V) ES KOMMT DIE STVNDE IN WELCHER ALLE DIE IN DEN GREBERN SIND WERDEN SEINE STIMME HÖREN VND WERDEN HERVORGEHEN DIE DA GVTES GETAN HABEN ZVR AVFERSTEHVNG DES LEBENS DIE ABER VBELS GETAN HABEN ZVR AVFERSTEHVNG DES GERICHTES“.

Die Kapelle wurde bis 1874 benutzt – zunächst als Kapelle des Spitals, dann für das daraus entstandene Salzunger Armenhaus. Neben der Kapelle befand sich ein Friedhof. Die Kapelle diente auch als Gotteshaus für die Einwohner von Dorf Allendorf und den nördlichen Nachbarorten und Höfen Grundhof, Oberrohn, Unterrohn, Mittelrohn und Gräfen-Nitzendorf. 1994 bis 2004 wurde das Kirchengebäude mit Unterstützung des Lions-Clubs Bad Salzungen saniert.

Das wie die Husenkirche turmlose, aus heimischem grauem Sandstein errichtete Kirchengebäude ist ein rechteckiger Baukörper mit einem ebenfalls rechteckigen Altarraum an der Ostseite. Eine Reihe von schmalen Fensteröffnungen gliedern die Fassade. Auf der Nord- und der Südseite erkennt man jeweils einen vermauerten Zugang. Der heutige Zugang erfolgt von Westen. Neben dem Portal befindet sich eine verwitterte Tafel des Stifters. Das weitgehend schmucklose Innere der Kapelle wird durch die an der Südmauer angebrachte steinerne Kanzel belebt.[2]

Die Wendelskirche ist als Bauwerk von großer Bedeutung für die Stadt- und Kirchengeschichte, sie ist ein Kulturdenkmal im Sinne des Thüringer Denkmalschutzgesetzes.

  • Ludwig Hertel: Die St.Wendelskirche In: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Herzogtum Sachsen-Meiningen, Heft XXXV Amtsgerichtsbezirk Salzungen S. 24–26 Jena 1909.
  • Hartmut Ruck: Chronik Bad Salzungen Bad Salzungen (ohne Jahr)
  • Brückner: Landeskunde des Herzogtums Meiningen – Zweiter Teil – S. 3–68
Commons: Wendelskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Thüringer Landesvermessungsamt TK350 Übersichtskarte - Thüringen, Erfurt (ab 1991)
  2. Ludwig Hertel: Herzoghtum Sachsen Meiningen. Kreis Meiningen. Verwaltungsgerichtsbezirk Bad Salzungen. In: Paul Lehfeld und Georg Voss (Hrsg.): Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens. Heft XXXV. G. Fischer Verlag, Jena 1909, S. 24–26.

Koordinaten: 50° 48′ 47,3″ N, 10° 14′ 45,1″ O