Ñandutí

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Ñandutí (Guaraní Ñanduti, von Ñandu ‚Spinne‘ und -ti, der Endung des Wortes für die Farbe Weiß) ist eine nicht geklöppelte Spitze, welche aus feinen Fäden gefertigt wird und in der Technik einem Spinnennetz ähnelt. So wird ein sternförmiges Grundgewebe in einen Rahmen gespannt, und konzentrisch, von Innen nach Außen, spinnennetzähnlich dessen Fäden verbunden. Neben einfarbigen Spitzen, gibt es auch reich kontrastierte und bunte. Diese Spitze wird sowohl alleine zum Beispiel als Tischläufer oder zur Verzierung von Kleidern verwendet. Entfernt erinnert diese Gewebeart an die Tenerife-Spitze.

Diese Handarbeit ist typisch für die Stadt Itauguá welche im Departamento Central in Paraguay liegt und wird nur noch von einer begrenzten Zahl von Frauen beherrscht.

Es laufen Projekte der Regierung zur Erhaltung dieses Kulturgutes.

Die Legende des Ñandutí[Bearbeiten]

Der verliebte Häuptling Ñandu Guazú (Großer Nandu) wirbt um die Gunst seiner Liebsten Sapurú. Sapurús Vater bevorzugt einen anderen Häuptling Jasy Ñemoñaré, der Sohn des Mondes, welcher Mondsilber zu bieten hat. Ñandu Guazú in seiner Trauer, denkt an den Freitod. Er wandert durch den Urwald und findet, verborgen in einem Baumstamm, das schönste Gewebe das er je gesehen hat: weiß, leuchtend, ein Wunder der Natur. Da taucht Jasy Ñemoñaré auf und nach einem kurzen Kampf, siegt Ñandu Guazú. Der Mond beweint das Schicksal seines Sohnes. Ñandu Guazú, der sich nun sicher fühlt, will den wundersamen Stoff mitnehmen, doch, er zerfällt unter seinen Händen. Tieftraurig, sieht er ein, dass er nie um die Hand seiner Geliebten werben kann.

In der Nacht, denkt Ñandu Guazús Mutter an das Schicksal ihres Sohnes. Sie denkt und fühlt wie die fleißige kleine Spinne und webt, aus ihrem eigenen, weißen Haar, genau dasselbe, wundersame Gewebe. So verhilft sie ihrem Sohn zu seinem Glück.

Und als Dank darf die kleine fleißige Spinne seit diesem Tage auch den Namen des (Vogel) Strauß tragen: Ñandu.

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