Albert Dietrich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Albert Dietrich (Begriffsklärung) aufgeführt.

Albert (Hermann) Dietrich (* 28. August 1829 im Forsthaus Golk bei Meißen; † 20. November 1908 in Berlin) war ein deutscher Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Dietrich war zunächst Schüler des Leipziger Konservatoriums und dann in Düsseldorf Schüler von Robert Schumann. Dieser widmete ihm 1853 die Komposition 'Märchenerzählungen' (op. 132). Dietrich gehörte zum engsten Freundeskreis um Clara Schumann, Joseph Joachim und Johannes Brahms und erlebte den geistigen Zusammenbruch Robert Schumanns aus nächster Nähe. In den Jahren 1855 bis 1861 war er Städtischer Musikdirektor in Bonn und von 1861 bis 1890 Hofkapellmeister am Oldenburgischen Staatstheater.

Schumann, Brahms und Dietrich komponierten 1853 zusammen für ihren Freund Joachim eine Violinsonate mit dem Titel „Frei, aber einsam“ (das Lebensmotto des jungen Joseph Joachim). Dies trug dazu bei, dass Dietrichs Name nicht völlig in Vergessenheit geriet. Dietrich war zu Lebzeiten ein anerkannter und häufig aufgeführter Komponist.[1]

Während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Leipzig wurde er im Winter 1847/48 Mitglied der Leipziger Universitäts-Sängerschaft zu St. Pauli (heute Deutsche Sängerschaft)[2].

Posthume Rezeption[Bearbeiten]

Dietrichs Werk geriet ohne ersichtlichen Grund weitgehend in Vergessenheit. 2008 erschienen erstmals seine drei wohl gewichtigsten Werke auf CD: die Symphonie d-moll, Violinkonzert sowie Romanze op. 27 für Horn & Orchester. Das Oldenburgische Staatsorchester spielte sie ein und würdigte damit auch seinen ehemaligen Kapellmeister Dietrich.[1]

Werk[Bearbeiten]

  • Kammermusik
    • erster Satz der "FAE"-Sonate ("frei aber einsam") für Violine und Klavier a-Moll (Die Sonate war eine Gemeinschaftskomposition mit Schumann und Brahms), 1853
    • Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 1 c-Moll op. 9
    • Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2 A-Dur op. 14
    • Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur op. 15
  • Klaviermusik
    • Klavierstücke op. 6
    • Sonate für Klavier zu vier Händen G-Dur op. 19
  • Konzerte
    • Konzertstück für Horn und Orchester F-Dur op. 27
    • Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 30
    • Konzert für Violoncello und Orchester g-Moll op. 32
  • Orchesterwerke
    • Sinfonie d-Moll op. 20
    • Ouvertüre C-Dur op. 35 (1882)
  • Bühnenwerke
    • Robin Hood; Oper 3 Akte op. 34 (Wiederaufführung am Theater Erfurt ab 20. März 2011)
    • Cymbeline; Bühnenmusik zu Shakespeares Drama op. 38 (um 1880)
    • Das Sonntagskind; Oper
    • Die Braut vom Liebenstein; dramatische Szene für Soli, Chor und Orchester
  • Chorwerke
    • Sechs Lieder für gemischten Chor op. 21
      • Schottisches Lied
      • Nachglück
      • Frühlingsdrang
      • Schall der Nacht
      • Jagdlied
      • Mir träumt, ich läg wo Blüten sprangen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rezension der Doppel-CD in der Zeitschrift Klassik heute
  2. Gesamtverzeichnis der Pauliner vom Sommer 1822 bis Sommer 1938, Leipzig 1938, Seite 21