Alexius von Edessa
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Alexius von Edessa (* in Rom oder Edessa; † um 430 in Edessa; laut Berns † 417) war ein Einsiedler und Heiliger. Sein Gedenktag ist in der katholischen Kirche der 17. Juli, in der orthodoxen Kirche der 17. März, bei den Monophysiten in Syrien der 12. März.
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[Bearbeiten] Legenden
Alexius (griech. = Hilfe) war nach der ältesten Legende, eine syrische Vita aus dem 5. Jahrhundert, Sohn des römischen Senators Euphemius und der Aglaia. Er verließ nach seiner Hochzeit die Eltern und seine angetraute Frau und floh nach Edessa, wo er als Einsiedler in Armut lebt und nach einem armen Leben im Dienste Gottes starb und bald schon hohe Verehrung erfuhr. In dieser frühesten Fassung der Legende taucht der Name Alexius allerdings noch nicht auf.
Die Legende aus dem 10. Jahrhundert erzählt, dass Alexius 17 Jahre als Bettler vor einer Kirche in Edessa lebte. Als dem Küster durch ein Gesicht kund wurde, dass dieser Bettler ein heiliger Mann sei, veranlasste er dessen Verehrung. Aber Alexius floh und wurde durch einen Sturm nach Rom zurückverschlagen, wo sein Vater den als Pilger Bettelnden nicht erkannte, aber mildtätig in sein Haus aufnahm. - Dieses Motiv der unerkannten Rückkehr ins Vaterhaus wurde hierbei aus der Lebensgeschichte des Johannes Calybita Constantinopolis, der im 5. Jahrhundert lebte, übernommen. - Wiederum 17 Jahre lebte Alexius unter der Treppe des Elternhauses, vom Gesinde mit Spülwasser übergossen, leidend und Geduld übend. Sterbend gab er sich durch ein Schreiben zu erkennen. Nach einer griechischen Fassung der Legende kann nur der Kaiser Honorius, nach anderen Versionen nur der Papst oder die Braut den Brief aus der Hand des Toten lösen.
Durch Berühren seines Leichnams geschahen demnach Heilungen, mit großen Ehren wurde er in der Kirche des Bonifatius von Tarsus in Rom bestattet.
Nach anderer Überlieferung lebte Alexius schon immer in Edessa und ist dort auch gestorben; demnach gelangte sein Kult im 10. Jahrhundert nach Rom.
[Bearbeiten] Literarische Bearbeitungen
Der Alexiusstoff ist zahlreich dichterisch bearbeitet worden.
- Verslegenden:
- Cançun de saint Alexis (altfranzösisch, 11. Jahrhundert)
- Konrad von Würzburg: Alexius (1275)
- Vida de sant Alexis (14. Jahrhundert)
- Historia e vita die Santo Alessio (1568)
- Prosafassungen:
- Als solche in: Hermann von Fritzlar: Heiligenleben (1349)
- Via de Sant Alexo (spanisch; um 1520)
- Alexius unter der Treppe oder Geständnisse vor einer Katze. Roman von Kuno Raeber. Darmstadt 1973. ISBN 3-472-86336-6; zuletzt: Ullstein, Frankfurt/M 1982. ISBN 3-548-26077-2
- Dramatische Bearbeitungen:
- Le Miracle de Saint Alexis (2. Hälfte des 14. Jahrhunderts)
- B. Diaz: Auto de Santo Alexio (portugiesisch; 1613)
- Dramma musicale Il S. Allessio, 1634
- L. de Massip: Le charmant Alexis (1655)
- Der verborgene Edelstein oder der heil. Alexius. Drama in zwei Aufzügen von Nicolaus (Nicholas) Wiseman, Köln, Regensburg 1860, 112 S., aus dem Engl. übersetzt
- Henri Ghéon: Le pauvre sous l'escalier (1920)
[Bearbeiten] Verehrung
Alexius gehört seit Alters her zu den meistverehrten Heiligen. Reliquien existieren in Rom, in Prag-Břevnov und an anderen Orten. Eine um 1350 gegründete Brüdergenossenschaft zur Pflege von Kranken trägt seinen Namen: Die Alexianer. Seine Verehrung erlangte ihren Höhepunkt im Spätmittelalter und im Barock. Im 17. Jahrhundert wurde von Stefano Landi die Oper über "den heiligen Alexius" zu einem vom späteren Papst Clemens IX. verfassten Libretto komponiert; 1977 wurde sie bei den Salzburger Festspielen wieder aufgeführt.
Alexius gilt als der Schutzpatron der Pilger, Bettler, Vagabunden, Kranken und weiterhin gegen Erdbeben, Blitz und Unwetter, Pest und Seuchen und von Innsbruck.
Als Stadtheiliger von Innsbruck ist er auch auf der 3-Heiligenkirche in Innsbruck abgebildet zusammen mit drei weiteren Heiligen (also sind trotz des Namens auf der Kirchenfront vier Heilige abgebildet. Heiliger von Innsbruck ist er, weil einem Tag mit einem großen Erdbeben in Innsbruck, der Alexiustag folgte.
[Bearbeiten] Weblinks
- Alexius von Edessa. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
- Literatur von und über Alexius von Edessa im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Weitere, dort nicht aufgeführte Literatur (in Auswahl):
- Gaston und Léopold Pannier: La vie de saint Alexis, poème du XIe siècle et renouvellements des XIIe, XIIIe et XIVe siècles, in: Recueil de travaux originaux ou traduits relatifis à la philologie et à l'histoire littèraire. Cinquième fascicule, Paris 1872
- Margarete Rösler: Sankt Alexius, altfranzösische Legendendichtung des 11. Jahrhunderts, in: Sammlung romanischer Übungstexte, Bd. XV, Halle/Saale: 4. Auflage 1941
- E. R. Curtius: Zur Interpretation des Alexiusliedes, in: Zeitschrift für romanische Philologie, Bd. 56 (1936), S. 113-137
- Margarete Rösler: Alexiusprobleme, in: Zeitschrift für romanische Philologie, Bd. 53 (1933), S. 508-528
- Hans Schommadau: Zum altfranzösischen Alexiuslied, in: Zeitschrift für romanische Philologie, Bd. 70 (1954), S. 161-203
- Hans Schommadau: Alexius in Liturgie, Malerei und Dichtung, in: Zeitschrift für romanische Philologie, Bd. 72 (1956), S. 165-193
- Melitta Hirsch: Alexiuslied und christliche Askese, in: Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, Bd. 58 (1934), S. 414-418
- Klaus Berns: Das Leben des Heiligen Alexius. Aus dem Altfranzösischen übersetzt von Klaus Berns (und mit einem Vorwort, mit Anmerkungen und einer Bibliographie versehen), München 1968: Wilhelm Fink Verlag
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Alexius von Edessa |
| KURZBESCHREIBUNG | Heiliger |
| GEBURTSORT | Rom oder Edessa |
| STERBEDATUM | um 430 |
| STERBEORT | Edessa |

