Alfred Bader

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Alfred und Isabel Bader

Alfred Robert Bader (* 28. April 1924 in Wien) ist ein kanadischer Chemiker, Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen österreichischer Herkunft. Er ist einer der beiden Gründer der Firma Aldrich und war lange Zeit der Präsident und Vorsitzende der Firma Sigma-Aldrich, einem der weltweit größten Produzenten und Lieferanten von Forschungschemikalien.

Herkunft und Leben[Bearbeiten]

Baders Vater Alfred war jüdischer Herkunft und stammte aus Mähren, seine Mutter Elisabeth war katholisch und kam aus einer ungarischen Adelsfamilie. Baders Vater und dessen Schwester Gisela waren die einzigen Kinder von Moritz Ritter von Bader und dessen Frau Hermine, geborene Freund. Moritz von Bader lebte in seiner Geburtsstadt Gaya, war unter anderem als Ingenieur am Bau des Suezkanals beteiligt und wurde für seine Dienste als österreichischer Konsul in Ismailia von Kaiser Franz Joseph geadelt.[1] Baders Mutter Elisabeth war die Tochter des Grafen Johann Nepomuk Serényi und seiner Frau Irma, Gräfin Dessewffy.

Alfred Baders Eltern heirateten 1912 in London. Die Familie der Mutter war gegen die Hochzeit und brach in der Folge alle Beziehungen ab. Zwei Wochen nach Alfred Baders Geburt beging sein Vater Selbstmord. Daraufhin wurden Alfred und seine Schwester Marion von deren Tante Gisela adoptiert und wuchsen in Wien auf. Ende 1938 kam Alfred im Rahmen des Kindertransports nach Großbritannien und besuchte das Brighton Technical College, wurde allerdings zwei Jahre später kurz nach Erreichen des 16. Lebensjahrs als Enemy Alien interniert und nach Kanada verbracht. Seit 1945 studierte Alfred Bader Technische Chemie an der Queen’s University (Kingston) und finanzierte sich sein Studium als Mitarbeiter im Labor der Murphy Paint Co in Montreal, einer Firma für Lacke, Farben und Beschichtungen, die wenig später von der Pittsburgh Plate Glass Co (PPG) übernommen wurde. Ein Stipendium erlaubte es ihm, an der Harvard University seine Studien in organischer Chemie fortzusetzen. Er schloss dort 1950 mit dem Titel Ph.D. ab. Louis Frederick Fieser war sein Doktorvater.[2]

Chemiker und Unternehmer[Bearbeiten]

Bader arbeitete von 1950 bis 1954 im Forschungslabor der PPG Industries. Der damals einzige Lieferant von Forschungschemikalien, Kodak, erschien ihm nicht effizient und schnell genug. Aus diesem Grunde beschloss Bader zusammen mit seinem damaligen Freund, dem Juristen Jack N. Eisendrath, schon im Jahre 1951 die Gründung einer eigenen Firma, die kleine Mengen an speziellen Chemikalien produzieren und vertreiben sollte. Die Firma hatte ein Startkapital von 250 US-$, wurde nach der Freundin Eisendraths Aldrich Chemical Company genannt und konnte 1952 erst zwölf Produkte liefern. Der Katalog wurde fortwährend erweitert und durch den Zusammenschluss mit der Sigma Chemical Corporation im Jahre 1975 erheblich erweitert. Bader wurde Präsident der Sigma-Aldrich Corporation und war später bis 1991 Vorsitzender.

Bader sammelte auch seltene Chemikalien in der Library of Rare Chemicals, aus der noch heute Substanzen in kleinen Mengen bestellt werden können. Außerdem begründete er die Firmenzeitschrift Aldrichimica Acta.

Kunstsammler und Mäzen[Bearbeiten]

Bader ist seit seiner Kindheit Sammler. Er begann nach eigenem Bekenntnis das Sammeln von Briefmarken mit acht, von Zeichnungen mit zehn, von Gemälden mit 20 und von seltenen Chemikalien mit 30 Jahren. 1962 gründete er die Kunstsammlung Bader Fine Arts.[3] Bader betätigt sich seit vielen Jahren als Mäzen und finanziert zusammen mit seiner Frau Isabel sowohl naturwissenschaftliche als auch Kunstprojekte.

Die Deutschsprachige Gesellschaft für Kunst & Psychopathologie des Ausdrucks e.V. (DGPA) verlieh ihm im Jahr 1969 die Hans-Prinzhorn-Medaille.[4]

Die Universität Wien ernannte Bader 1995 zum Ehrenbürger[5] und verlieh ihm im Jahr 2012 das Ehrendoktorat[6].

Literatur[Bearbeiten]

Gerhard Botz: Alfred Bader − Chemie, Glaube und Kunst - Fundamente meines Lebens. Böhlau Verlag 2008, ISBN 978-3-205-77527-0, (Vorschau in der Google-Buchsuche)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bader, Alfred: Adventures of a chemist collector. Weidenfeld and Nicolson, London 1995.
  2. Louis Fieser, Mary Fieser: Organische Chemie, Verlag Chemie Weinheim, 2. Auflage, 1972, S. 1065, ISBN 3-527-25075-1.
  3. Laudatio zur Verleihung des Ehrenrings der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (PDF; 28 kB), abgerufen am 9. Juni 2013
  4. DGPA
  5. Ehrenbürger der Universität Wien
  6. Uni Wien ehrt drei NS-Flüchtlinge auf ORF vom 3. Dezember 2012 abgerufen am 3. Dezember 2012