Amoklauf von Kauhajoki

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Die Berufsschule in Kauhajoki wenige Stunden nach dem Amoklauf, abgesperrt durch Polizeifahrzeuge

Beim Amoklauf von Kauhajoki tötete am 23. September 2008 der 22-jährige Berufsschüler Matti Juhani Saari in der westfinnischen Kleinstadt Kauhajoki zehn Menschen. Anschließend tötete er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst.[1]

Verlauf[Bearbeiten]

Am 23. September 2008 betrat der 22-jährige Schüler gegen elf Uhr Vormittag mit einer Pistole Walther P22 die Palvelualojen-Oppilaitos-Berufsschule für Fremdenverkehrs-, Restaurant- und Haushaltsgewerbe, an der etwa 150 der insgesamt etwa 200 Schüler der Schule anwesend waren, und tötete gezielt ihm bekannte Klassenkameraden oder Schüler seines Jahrgangs. Damit handelt es sich bei diesem School Shooting eindeutig um ein Massaker, das umgangssprachlich heute in der Regel durch „Amok“ ersetzt wird. Einige Opfer starben durch Rauchgasvergiftung, weil Saari auch Feuer gelegt hatte. Insgesamt starben sieben Schülerinnen, ein Schüler, eine Lehrerin und ein Lehrer. Danach fügte Saari sich selbst tödliche Verletzungen zu.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Amokläufer hatte Profile bei YouTube und MySpace unter dem Namen Wumpscut86, der sich vom Electro-Industrial-Musikprojekt Wumpscut und seinem Geburtsjahr ableitet. Die Profile wurden kurz nach Bekanntwerden gesperrt. Saari hatte sich dort mit Waffen präsentiert und als Hobbys unter anderem „Computer, Waffen, Sex und Bier“ angegeben.[2]

Nach Angaben der Polizei, die Aufzeichnungen in der Wohnung Saaris fand, hatte dieser seine Tat schon seit sechs Jahren geplant. Als Motiv für seine Tat gab der Amokläufer „Hass auf die menschliche Rasse“ an. Frühere Mitschüler beschreiben ihn als Außenseiter, der häufigem Mobbing in der Schule ausgesetzt war.[3]

Mobbing wird bei fast allen Amokläufen an Schulen für die Hauptursache gehalten, so auch bei dem Amoklauf von Ansbach, dem Amoklauf von Winnenden, dem Schulmassaker von Jokela, dem Amoklauf von Emsdetten und dem Schulmassaker von Littleton [4] [5] [6] [7].

Nach dem Schulmassaker von Jokela hatte die Regierung versucht, die Kontrolle über den privaten Waffenbesitz zu verschärfen, der Amokläufer von Kauhajoki hatte jedoch schon seit August einen Waffenschein. Am 29. September 2008 wurde die Erlaubnis, eine Handfeuerwaffe zu besitzen, in Finnland letztendlich verschärft.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amoklauf von Kauhajoki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel-Artikel zum Amoklauf
  2. welt.de zum Youtube-Profil
  3. The Australian
  4. Nährboden für Mobbing spiegel.de, 25. September 2008
  5. Nicht ohne den anderen zeit.de, 20. November 2007
  6. Mobbing erzeugt Amokläufe jetzt.sueddeutsche.de, 14. März 2009
  7. Amoklauf: Mobbing kann Auslöser sein all-in.de, 17. März 2009
  8. BBC: Finland tightens gun permit rule, 30. September 2008

62.42948027472222.180806398333Koordinaten: 62° 25′ 46″ N, 22° 10′ 51″ O