Antonio Soler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Antonio (auf katalanisch Antoni) Francesc Xavier Joseph Soler i Ramos, auch Padre Antonio Soler genannt, (* getauft 3. Dezember 1729 in Olot; † 20. Dezember 1783 in El Escorial) war ein spanischer Komponist der Klassik für Tasteninstrumente.

Inhaltsverzeichnis

Biografie[Bearbeiten]

Seine Ausbildung als Organist und Komponist erhielt Soler, Sohn eines Militärkapellmeisters, als Chorknabe in der Escolania de Montserrat bei Barcelona, wo er auch erzogen wurde. Etwa 1750 wurde er Kapellmeister an der Kathedrale von Lleida, dort setzte er auch seine geistliche Laufbahn fort. 1752 trat er den Hieronymiten von El Escorial bei und wurde dort 1757 Kapellmeister. Er gab am Hofe dem spanischen Prinzen Don Gabriel täglich Klavierunterricht und stellte als Unterrichtsmaterial raffinierte Sonaten, die in Bezug auf technische und musikalische Herausforderungen mit Domenico Scarlatti verglichen wurden, bereit. 1762 veröffentlichte Soler sein großes musiktheoretisches Werk Llave de la modulación, das er später gegen Anfeindungen anderer Musiker verteidigen musste. Er hatte Kontakt mit José de Nebra und Padre Martini und war auch als Orgelsachverständiger tätig.

Festschrift zur internationalen Soler-Ehrung 1979

Ehrung[Bearbeiten]

In den Jahren 1979 und 1980 fand anlässlich seine 250. Geburtstages eine internationale Ehrung statt. Es wurden ca. 80 Konzerte mit 47 verschiedenen Programmen, dargeboten von 55 Künstlern (teilweise mit ihren Chören), in allen Teilen der Welt veranstaltet.

Werk[Bearbeiten]

Sein Ruhm als Komponist ist durch seine ca. 120 Sonaten für Tasteninstrumente begründet, oft ein- oder zwei-, aber auch drei- und viersätzige. Sein großer Einfallsreichtum stellt ihn an die Seite Domenico Scarlattis, den er in El Escorial kennenlernte. Ein gegenseitiger Einfluss der beiden ist wahrscheinlich. Soler verwendet in seinen Sonaten oft Flamenco-Elemente und spart nicht mit Verzierungen.

Als besonderes Meisterwerk ist sein Fandango d-Moll für Cembalo zu betrachten, in dem er über einem ostinaten Bass zahlreiche Variationen von großer Vielfalt und Virtuosität entwickelt. Das Werk wurde 1990 von Klaus Miehling für Altblockflöte oder Violine und Cembalo bearbeitet.

Es existieren von Soler außerdem zwölf mehrsätzige Sonaten für zwei Orgeln bzw. Cembali.

Weiterhin schuf Soler über 200 geistliche Vokalwerke (Messen, Psalmen, Magnificats, Motetten und andere) sowie etwa 140 Villancicos und einige Kammermusikwerke.

Hörbeispiel: Konzert für zwei Orgeln Nr. 1 in C-Dur?/i
Hörbeispiel: Sonate Nr. 84 in D-Dur?/i

Weblinks[Bearbeiten]