Ardbeg

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Dieser Artikel behandelt die Whiskybrennerei Ardbeg. Für die gleichnamige Siedlung siehe Ardbeg (Schottland).
Ardbeg
Ardbeg whiskybrennerei islay schottland 16.06.2007.JPG

Ardbeg Destillerie

Land Schottland
Region Islay
Geographische Lage 55° 38′ 32,6″ N, 6° 6′ 36,7″ W55.642393-6.110202Koordinaten: 55° 38′ 32,6″ N, 6° 6′ 36,7″ W
Typ Malt
Status aktiv
Eigentümer Moët Hennessy Louis Vuitton
Gegründet 1815
Gründer Alexander Stewart
Wasserquelle Loch Arinambeast, Loch Uigeadail
Washstill(s) 1 x 18.279 l
Spiritstill(s) 1 x 16.957 l
Produktionsvolumen 1.000.000 l
Website www.ardbeg.com

Ardbeg ['ardbek] ist eine Whiskydestillerie am Südufer der Insel Islay (Schottland, (Großbritannien)) nahe Port Ellen, gegenwärtig im Besitz von Moët Hennessy Louis Vuitton.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Brennerei reichen bis in das Jahr 1794 zurück. Zu dieser Zeit wurde Ardbeg von Schwarzbrennern und Schmugglern betrieben, bis diese die Produktion in der Illegalität nach einer Razzia der Zollfahndung aufgeben mussten. Die legale Brennerei wurde, wahrscheinlich im Jahre 1815, von John McDougall unter dem Namen Ardbeg (von schottisch-gälisch ard bheag - kleine Anhöhe) gegründet. Seit 1817 ist der Betrieb dokumentiert und war bis 1959 im Familienbesitz.

1977 wurde die Firma vollständig von Hiram Walker (Allied Lyons) übernommen und von Allied Distillers betrieben. Nach einer Phase der Stilllegung (ab März 1981) wurde Ardbeg dann im November 1989 wiedereröffnet, nun aber ohne die eigene Mälzerei mit drei Malzdarren. Nach einer erneuten Schließung im Juli 1996 ging Ardbeg schließlich im Februar 1997 an McDonald & Muir (Glenmorangie, Glen Moray) und befindet sich seit dem 25. Juni desselben Jahres wieder in Betrieb. Im Oktober 2004 wurde Glenmorangie plc (Nachfolger von McDonald & Muir) und somit auch Ardbeg an Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) verkauft.

Anders als die meisten Destillerien, die eine Katze beherbergen, hat die Brennerei einen Destilleriehund: Shorty, einen Jack Russell Terrier, der aber inzwischen „in Rente“ ist.

Produktion[Bearbeiten]

Islay
Kollektion verschiedener Ardbeg-Abfüllungen
Detail einer Ardbegflasche
Ardbeg TEN

Das Wasser der Destille stammt aus dem Loch Arinambeast und Loch Uigeadail. Das verwendete, aus der Port-Ellen-Mälzerei stammende Malz hat einen Phenolgehalt von 56,2 ppm. Ardbeg verfügt über einen Maischbottich (mash tun) von 4,5 Tonnen aus Edelstahl und sechs Gärbottiche (wash backs), drei aus Lärchen- und drei aus Douglasienholz, von je 23.500 Litern Fassungsvermögen. Destilliert wird mit dampfbeheizten Innenpfannen in einer 18.279 Liter fassenden wash still – die mit nur 11.775 Litern befüllt wird – und einer 16.957 Liter fassenden spirit still – die mit nur 13.660 Litern befüllt wird. Der Ausstoß liegt bei ca. 950.000 Litern pro Jahr.

Typisch für den Whisky ist der starke Anteil an Rauch und Torf, aber auch eine sehr deutliche Note, die an Medizin erinnert, bedingt durch den vergleichsweise recht hohen Phenolgehalt. Hinzu kommt eine für Ardbeg charakteristische Zitrusnote. Unter Liebhabern ist der Whisky ein begehrtes Sammelobjekt. Obwohl seit der Wiedereröffnung laufend neuer Whisky produziert wird, sind vor allem die älteren Jahrgänge sehr gefragt.

Produkte[Bearbeiten]

Name Typ Alter Vol.% seit bis Finish Bemerkung
Ardbeg Single Malt 10 Jahre 40% 1969 1979
Ardbeg Single Malt 10 Jahre 46% 2000 nicht kaltfiltriert, Jim Murray „Whisky of the year 2008“
Ardbeg Single Malt 17 Jahre 40% 1998 2005
Ardbeg Lord of the Isles Single Malt 25 Jahre 46% 2001 Blend aus ca. 85 % Bourbon- und 15 % Sherry-Fässern
Ardbeg Single Malt 30 Jahre 40% 1992 2000
Ardbeg 1977 vintage edition Single Malt 46% 2001 2004
Ardbeg Kildalton Single Malt 24 Jahre 57,6% 2004 2005 1980er-Edition in Standardflaschen 1981er-Edition in Miniaturen
Ardbeg Serendipity Blended Malt 12 Jahre 40% 2005 Blend aus Ardbeg und Glen Moray
Ardbeg Provenance Single Malt 23 Jahre 55,6% 1997 1997
Ardbeg Mór 1997 Single Malt 10 Jahre 57,3% 2007 - Mór=„groß“, abgefüllt für das 2007 Feis Ile (Islay Festival)
Ardbeg Mór II Single Malt 10 Jahre 46% 2008 - Mór=„groß“
Ardbeg Single Cask 2761 1995 Single Cask 15 Jahre 53,3% 2010 - abgefüllt für das 2010 Feis Ile (Islay Festival)
Ardbeg Day Single Malt o. Angabe 56,7% 2012 - abgefüllt für das 2012 Feis Ile (Islay Festival)
Ardbeg Very Young Single Malt 6 Jahre 58,3% 2004 - „Peaty Path To Maturity”
Ardbeg Still Young Single Malt 8 Jahre 56,2% 2006 - „Peaty Path To Maturity”
Ardbeg Almost There Single Malt 9 Jahre 54,1% 2007 - „Peaty Path To Maturity”
Ardbeg Renaissance 1998 Single Malt 10 Jahre 55,9% 2008 - „Peaty Path To Maturity”
Ardbeg Airigh Nam Beist 1990 Single Malt 16 Jahre 46% 2006 2008 „Airigh Nam Beist”=([ˈɑriːnamˌbeɪ̯ʃt], gälisch für Tierunterschlupf)
Ardbeg Alligator Single Malt o. Angabe 51,2% 2011 -
Ardbeg Galileo 1999 Single Malt 12 Jahre 49% 2012 - Blend aus 1st- und 2nd-Fill-Bourbon- sowie Marsala-Fässern, „World Whiskies Awards 2013“ Kategorie „Worlds best single Malt“ Whisky Magazine UK
Ardbeg Uigeadail Single Malt o. Angabe 54,2% 2003 nicht kaltfiltriert, Blend aus ca. 90 % Bourbon- und 10 % Sherry-Fässern, Jim Murray „Whisky of the year 2009“
Ardbeg Blasda Single Malt o. Angabe 40% 2008 2008 Ardbeg untypisch nur leicht getorft 8ppm
Ardbeg Corryvreckan Single Malt o. Angabe 57,1% 2009 nicht kaltfiltriert, französische Eichenfässer
Ardbeg Supernova Single Malt o. Angabe 58,9% 2009 2009 100ppm, 1st Edition
Ardbeg Supernova Single Malt o. Angabe 60,1% 2010 100ppm, 2nd Edition
Ardbeg Ardbog Single Malt o. Angabe 52,1% 2013 abgefüllt für das 2013 Feis Ile (Islay Festival)
Ardbeg Auriverdes Single Malt o. Angabe 49,9% 2014 abgefüllt für das 2014 Feis Ile (Islay Festival)

Neben den offiziellen Destillerie- und Single-Cask-Abfüllungen existieren auch sehr viele von unabhängigen Abfüllern.

Besichtigungen[Bearbeiten]

Ardbeg verfügt über ein Besucherzentrum mit einem kleinen Cafe im alten Kiln und kann besichtigt werden.

Das „Old Kiln Cafe“ ist ganzjährig von Montag bis Freitag geöffnet, von Juni bis August auch am Wochenende.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gavin D. Smith, Graeme Wallace: Ardbeg. A Peaty Provenance. GW Publishing, Thatcham 2008, ISBN 978-0-9554145-6-5.
  • Charles MacLean (Hrsg.): Whisky. World Guide, Regions, Distillers, Malts, Blends, Tasting Notes. Dorling Kindersley, London et al. 2008, ISBN 978-0-7566-3349-3.
  • Walter Schobert: Das Whiskylexikon. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2003, ISBN 978-3-596-15868-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ardbeg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien