FC Sachsen Leipzig

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FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig 2006.svg
Voller Name FC Sachsen Leipzig 1990 e.V.
Ort Leipzig
Gegründet 1990
Aufgelöst 2011
Vereinsfarben grün-weiß
Stadion Alfred-Kunze-Sportpark
Höchste Liga DDR-Oberliga
Erfolge DDR-Meister 1951, 1964
Vorlage:Infobox Historischer Fußballverein/Wartung/UnvollständigHeim
Vorlage:Infobox Historischer Fußballverein/Wartung/UnvollständigAuswärts

Der FC Sachsen Leipzig war ein Leipziger Fußballverein aus dem Stadtteil Leutzsch. Er entstand 1990 aus der Fusion der Vereine BSG Chemie Leipzig und BSG Chemie Böhlen. Nach Abschaffung der DDR-Oberliga spielte die erste Fußballmannschaft zunächst in der Oberliga Nordost als höchster Spielklasse auf dem Gebiet der neuen Bundesländer, später aber nur noch dritt- bis fünftklassig. Nach anhaltenden finanziellen Problemen wurde der Spielbetrieb zum 30. Juni 2011 eingestellt und der Verein nach Abschluss des Insolvenzverfahrens aus dem Vereinsregister gelöscht.

Einer der beiden Vorgängervereine, die BSG Chemie Leipzig, konnte 1951 und 1964 die Meisterschaft der DDR-Oberliga gewinnen.

Vereinsgeschichte[Bearbeiten]

1932 bis 1949[Bearbeiten]

Historische Namensentwicklung des FC Sachsen Leipzig und seiner Vorgänger.

Im Leipziger Stadtteil Leutzsch gründete sich 1932 der Sportverein für Turnen und Rasenspiele 1932 Leipzig, kurz TuRa. Erste Spielstätte der Fußballabteilung des TuRA war zunächst ein Sportplatz am Cottaweg. Später wurde jedoch im 1915 erbauten Leutzscher Stadion gespielt. Die Mannschaft wurde 1936 Leipziger Bezirksklassenmeister und qualifizierte sich damit für die Gauliga Sachsen, damals eine der 16 höchsten deutschen Fußballklassen. Am 14. November 1938 fusionierte TuRa mit dem Leipziger SV 1899 zum SV TuRa 1899. Die Fußballmannschaft konnte sich bis 1942 in der Gauliga halten, stieg dann jedoch als Tabellenvorletzter ab. In Saison 1943/44 spielte noch einmal eine so genannte Kriegssportgemeinschaft von TuRa und der SpVgg Leipzig in der Gauliga Sachsen.

1949 bis 1990[Bearbeiten]

BSG-Logo
Saison Liga Platz Tore Punkte
1949/50 Oberliga 8. Platz 38:45 22:30
1950/51 Oberliga 1. Platz 66:33 50:18
1951/52 Oberliga 3. Platz 90:53 47:25
1952/53 Oberliga 8. Platz 55:51 34:30
1953/54 Oberliga 2. Platz 51:37 35:21
1954/55 Oberliga 11. Platz 33:38 24:28
1955
Übergangsrunde
Oberliga 6. Platz 21:17 14:12
1956 Oberliga 3. Platz 45:22 34:18
1957 Oberliga 7. Platz 36:32 26:26
1958 Oberliga 9. Platz 40:28 25:27
1959 Oberliga 9. Platz 28:36 24:28
1960 Oberliga 3. Platz 37:31 32:20
1961/62 Oberliga 6. Platz 67:57 40:38
1962/63 Oberliga 5. Platz 38:35 27:25
1963/64 Oberliga 1. Platz 38:21 35:17
1964/65 Oberliga 3. Platz 47:29 31:21
1965/66 Oberliga 8. Platz 32:32 26:26
1966/67 Oberliga 12. Platz 35:38 25:27
1967/68 Oberliga 12. Platz 26:32 21:31
1968/69 Oberliga 6. Platz 30:27 27:25
1969/70 Oberliga 4. Platz 33:27 30:22
1970/71 Oberliga 14. Platz 27:43 19:33
1971/72 Liga St.C 1. Platz 35:7 32:8
1972/73 Oberliga 9. Platz 21:36 21:31
1973/74 Oberliga 13. Platz 22:39 15:37
1974/75 Liga St.C 1. Platz 57:16 37:7
1975/76 Oberliga 13. Platz 25:62 14:38
1976/77 Liga St.C 1. Platz 46:22 33:11
1977/78 Liga St.C 1. Platz 45:15 33:11
1978/79 Liga St.C 1. Platz 61:28 35:9
1979/80 Oberliga 14. Platz 21:58 15:37
1980/81 Liga St.C 3. Platz 37:26 29:15
1981/82 Liga St.C 4. Platz 40:25 27:17
1982/83 Liga St.C 1. Platz 43:9 41:3
1983/84 Oberliga 12. Platz 21:49 14:38
1984/85 Oberliga 13. Platz 26:56 17:35
1985/86 Liga St.A 3. Platz 58:36 43:25
1986/87 Liga St.A 10. Platz 43:51 33:35
1987/88 Liga St.B 6. Platz 40:33 41:27
1988/89 Liga St.B 6. Platz 49:47 38:30
1989/90 Liga St.B 2. Platz 47:36 39:29
Spielzeiten in der DDR-Oberliga und DDR-Liga[1]
beige unterlegt: Spielzeit als ZSG Industrie Leipzig
grün unterlegt: Gewinn der Meisterschaft
orange unterlegt: Spielzeit als SC Lokomotive Leipzig

Gründung

Nach der Auflösung aller Sportvereine nach Endes des Zweiten Weltkriegs wurde am 16. Februar 1946 die Sportgemeinschaft (SG) Leipzig-Leutzsch gegründet. Sportwettkämpfe durften zunächst jedoch nur regional begrenzt ausgetragen werden und so traten die erste Fußballmannschaft in der Bezirksstaffel Leipzig-Süd an. Dort belegte die erste Mannschaft in Saison 1946/47 den 3. und in Saison 1947/48 den 2. Tabellenplatz. In Saison 1948/49 wurde die erste Mannschaft Leipziger Bezirksmeister. In der anschließenden Sachsenmeisterschaft wurde die Mannschaft lediglich 3. und konnte sich deshalb zwar nicht für die 2. Ostzonenmeisterschaft wohl aber für die ab Saison 1949/50 eingeführte höchste ostdeutsche Fußballklasse DS-Liga qualifizieren.

Am 21. März 1949 fusionierte die SG Leipzig-Leutzsch mit den Sportgemeinschaften Lindenau-Hafen, Lindenau-Aue, Leipzig-Mitte und Böhlitz-Ehrenberg zur Zentralen Sportgemeinschaft (ZSG) Industrie. Am 1. April 1949 spaltete sich die ZSG Industrie Leipzig/Abteilung Leutzsch ab.

Aufgrund der Neuorganisation der DDR-Sportvereine auf Basis von Betriebssportgemeinschaften (BSG) wurde die ZSG am 16. August 1950 in die BSG Chemie Leipzig umgewandelt. Als Trägerbetrieb fungierte der chemische Betrieb VEB Lacke und Farben Leipzig.

In der ersten Saison der DDR-Oberliga 1949/50 erreichte die erste Mannschaft, noch als ZSG Industrie Leipzig antretend, den 8. Tabellenplatz. In der folgenden Saison 1950/51 spielte die BSG Chemie Leipzig eine gute Saison und erreichte am Ende der Saison punktgleich mit Turbine Erfurt den ersten Tabellenplatz. Das bessere Torverhältnis der Erfurter Mannschaft war damals noch kein Entscheidungskriterium, so dass ein Entscheidungsspiel über den Gewinn der DDR-Meisterschaft erforderlich wurde. Dieses Spiel gewann die BSG Chemie Leipzig vor ca. 60.000 Zuschauern im Chemnitzer Ernst-Thälmann-Stadion mit 2:0.

Zwischen Betriebssportgemeinschaft und Sportclub

Hauptartikel: SC Lokomotive Leipzig

Ab 1954 war die BSG Chemie Leipzig von den wiederholten Umstrukturierungen der Leipziger Sportvereine mehrfach und nachhaltig betroffen. Die Spieler der ersten Mannschaft wurden vor die Wahl gestellt, entweder künftig beim Schwerpunktklub der zentralen Sportvereinigung Chemie in Halle zu spielen (SC Chemie Halle-Leuna) oder dem in Leipzig neu gegründeten Sportclub Lokomotive beizutreten. Die Spieler entschieden sich für letztere Variante.

Unter dem neuen Namen SC Lokomotive Leipzig spielend gewann somit die erste Mannschaft der BSG Chemie Leipzig den FDGB-Pokal 1957. Parallel dazu spielte unter dem „Traditionsnamen“ BSG Chemie Leipzig-West eine neugegründete Mannschaft in der fünftklassigen Bezirksklasse. Diese trug ihre Heimspiele im Georg-Schwarz-Sportpark aus, während der SC Lokomotive im Stadion des Friedens in Gohlis und teilweise im Bruno-Plache-Stadion spielte.

1963 wurde der SC Lokomotive Leipzig mit dem SC Rotation Leipzig zum SC Leipzig zwangsvereinigt. Die Fußballabteilungen der beiden Vereine waren in der Fußball-Oberliga vertreten, weshalb die BSG Chemie Leipzig neu gegründet wurde, um für die anstehende Saison 1963/64 die beiden Oberligastartrechte für Leipzig zu erhalten. Während sich dabei die Mannschaft des SC Leipzig als Fußballschwerpunkt aus den vermeintlich leistungsstärksten Leipziger Spielern zusammensetzte, bestand das Team der BSG Chemie Leipzig lediglich aus „nicht förderungswürdigen“ Spielern. Die in den Vorjahren in der Bezirklasse spielende Mannschaft der BSG Chemie Leipzig-West wurde zur 3. Mannschaft der neuen BSG Chemie Leipzig.

Der „Rest von Leipzig“ gewinnt die Meisterschaft

Halbfinale FDGB-Pokal 1965/66 – Chemie Leipzig gewinnt 2:0 gegen Motor Zwickau

In der folgenden Saison 1963/64 konnte die BSG Chemie Leipzig den wohl größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Die aus den „nicht förderungswürdigen“ Spielern bestehende und als „Rest von Leipzig“ bezeichnete Mannschaft spielte unter Trainer Alfred Kunze sehr erfolgreich. So gelang unter anderem ein 3:0-Erfolg gegen den SC Leipzig. Außerdem kamen im Schnitt 20.461 Zuschauer zu den Spielen der BSG Chemie Leipzig und damit mehr als doppelt so viele Zuschauer wie zu den Spielen des SC Leipzig. Vor dem letzten Spieltag in Erfurt reichte der BSG Chemie Leipzig ein Punkt für die Meisterschaft, weshalb ca. 10.000 Fans am 10. Mai 1964 nach Erfurt zum Auswärtsspiel mitreisten. Bereits nach 13 Spielminuten führte die BSG Chemie Leipzig mit 2:0 und verteidigte die Führung bis zum Abpfiff. Die Meisterschaft 1964 der BSG Chemie Leipzig war die größte Überraschung in der Geschichte der DDR-Oberliga. Die Meisterelf um die Spieler Klaus Günther, Dieter Sommer, Manfred Walter, Bernd Bauchspieß, Heinz Herrmann, Horst Slaby, Wolfgang Behla, Lothar Pacholski, Dieter Scherbarth, Bernd Herzog, Wolfgang Krause, Klaus Lisiewicz und Hans-Georg Sannert wurde später lebensgroß in Beton gegossen und steht noch heute im Alfred-Kunze-Sportpark.

1966 konnte die BSG Chemie Leipzig erneut den FDGB-Pokal gewinnen. Im Finale in Bautzen wurde Lok Stendal durch ein Tor von Hans-Bert Matoul mit 1:0 besiegt.

3. April 1974: die BSG Chemie Leipzig verliert im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegen Rot-Weiß Erfurt und muss zum zweiten Mal absteigen

Chemie Leipzig als Fahrstuhlmannschaft

An diese großen Erfolge konnte die BSG Chemie Leipzig in den folgenden Jahren nicht wieder anknüpfen. 1971 stieg der Verein erstmals aus der Oberliga ab und wurde in den folgenden Jahren zur Fahrstuhlmannschaft, wobei der Verein öfter in der zweitklassigen DDR-Liga spielte. Zwar gelang 1972 der direkte Wiederaufstieg in die Oberliga, aber bereits 1974 erfolgte der Wiederabstieg. Weitere Aufstiege gelangen danach in den Jahren 1975, 1979 und 1983. Absteigen musste der Verein jeweils in den Jahren 1976, 1980 und 1985.

1990 bis 2011[Bearbeiten]

Entstehung des FC Sachsen Leipzig

Jimmy Hartwig (2. v. rechts) als Trainer des FC Sachsen Leipzig
Logo des FC Grün-Weiß Leipzig (1990)

In der Saison 1989/90 belegte die BSG Chemie Leipzig den 2. Platz der DDR-Liga. Infolge der Wende wurde der Sport in Ostdeutschland neu organisiert. So wurde die bisherige BSG Chemie Leipzig am 30. Mai 1990 umbenannt in FC Grün-Weiß 1990 Leipzig. Auf Grund des für den DDR-Fußball vereinbarten Eingliederungsverfahrens in den gesamtdeutschen Fußball hätte dieser Verein lediglich drittklassig spielen dürfen. Deshalb wurde dem aus der BSG Chemie Böhlen hervorgegangenen FSV Böhlen die Fusion angeboten, weil der FSV Böhlen in der vorangegangenen Saison in der DDR-Fußball-Liga Staffel B den Aufstiegsplatz zur DDR-Oberliga erreicht hatte. Da sich der FSV Böhlen in angespannter finanzieller Lage befand wurde das Fusionsangebot angenommen. So entstand am 1. August 1990 der FC Sachsen Leipzig durch die Fusion Fußballabteilungen des FSV Böhlen und des FC Grün-Weiß Leipzig. Der FC Sachsen Leipzig nahm danach das Aufstiegsrecht in die Oberliga wahr.

In der folgenden und letzten Oberliga-Saison belegte der FC Sachsen Leipzig den 12. Tabellenplatz und durfte an der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga teilnehmen. Hier belegte die Mannschaft jedoch in der Gruppe 2 den letzten Platz und musste somit in die neue drittklassige Fußball-Oberliga Nordost absteigen.

Drittklassigkeit

Ab 1991 startete der FC Sachsen Leipzig in der Staffel Süd der Oberliga Nordost. In der ersten Saison belegte der Verein als – obwohl direkt aus der DDR-Oberliga kommend – lediglich den 5. Tabellenplatz. In der Saison 1992/93 konnte der Verein die Meisterschaft der Staffel Süd gewinnen. An den Relegationsspielen zum Aufstieg in die 2. Bundesliga durfte der FC Sachsen Leipzig jedoch nicht teilnehmen, weil die Lizenz für die 2. Bundesliga dem Verein vom DFB verweigert wurde. Stattdessen nahm der zweitplatzierte Bischofswerdaer FV 08 an den Relegationsspielen teil. Im gleichen Jahr gelang dem FC Sachsen Leipzig durch ein 2:0 gegen den Dresdner SC der Gewinn des Sachsenpokals.

In Saison 1993/94 konnte sich der FC Sachsen Leipzig mit Tabellenplatz 4 für die neu geschaffene Regionalliga qualifizieren. Erneut gewann der Verein auch den Sachsenpokal, im Finale wurde der VFC Plauen mit 2:1 besiegt. In der Regionalliga Nordost 1994/95 erreichte der FC Sachsen Leipzig hinter dem FC Carl Zeiss Jena den 2. Tabellenplatz und scheiterte somit nur knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der Sachsenpokal wurde mit einem 2:0-Sieg über Dynamo Dresden II zum dritten Mal in Folge gewonnen.

Finanzprobleme und 1. Insolvenz

Erstes Logo des FC Sachsen Leipzig bis 2006

In den Folgejahren belegte der Verein in der Regionalliga zumeist Plätze in der oberen Tabellenhälfte. Durch ständige Trainerwechsel und immerwährende „Neuanfänge“ geriet der Verein jedoch in strukturelle Finanzprobleme. Im Frühjahr 1999 konnte der FC Sachsen Leipzig 1999 nur durch eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Kinowelt von Michael Kölmel vor einer Insolvenz bewahrt werden.

In der Saison 1998/99 kam es zum ersten Mal seit 1991 wieder zu Pflichtspielen gegen den Lokalrivalen VfB Leipzig. Diese endeten mit 3:3 und einer 0:5-Niederlage für den FC Sachsen Leipzig. Sportlich verlief die Saison enttäuschend und erst am 31. Spieltag stand trotz einer 0:2-Niederlage gegen den FSV Zwickau der Nichtabstieg fest.

In die darauffolgende Saison 1999/2000 startete der FC Sachsen Leipzig mit 3 Siegen in Folge und konnte beide Spiele gegen den VfB Leipzig mit 2:0 bzw. und 1:0 gewinnen. Dies waren die ersten Siege gegen den VfB Leipzig bzw. seine Vorgängervereine seit 23 Jahren. Am Ende der Saison belegte der FC Sachsen Leipzig den 6. Platz und qualifizierte sich somit für die neue zweigleisige Regionalliga.

In der neuen Staffel Nord spielte man 2000/01 die gesamte Saison über kontinuierlich gegen den Abstieg, der erst am letzten Spieltag endgültig verhindert werden konnte. Die strukturellen finanziellen Probleme des Vereins hatten sich jedoch in der Zwischenzeit weiter verschärft. Für den Verbleib in der Regionalliga forderte der DFB eine Bürgschaft in Höhe von 5,9 Mio. DM. Kölmels Firmen Sportwelt und Kinowelt befanden sich jedoch zur gleichen Zeit ebenfalls in finanziellen Problemen und konnten die Bürgschaft nicht hinterlegen.[2][3] Daraufhin wurde dem Verein die Lizenz für die Folgesaison verweigert, was zum Zwangsabstieg in die viertklassige Oberliga Nordost führte. Das Präsidium des Vereins trat zurück, und das neue Notpräsidium beantragte beim Amtsgericht Leipzig die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Neuanfang in der Oberliga

Saison Liga Kl. Platz Tore Punkte
1990/91 OL NO 1 12. Platz 23:38 22:30
1991/92 OL NO 3 5. Platz 57:41 40:28
1992/93 OL NO 3 1. Platz 62:14 51:13
1993/94 OL NO 3 4. Platz 49:24 39:21
1994/95 RL NO 3 2. Platz 63:24 51:17
1995/96 RL NO 3 6. Platz 50:45 50
1996/97 RL NO 3 9. Platz 61:53 46
1997/98 RL NO 3 4. Platz 60:36 56
1998/99 RL NO 3 14. Platz 41:62 35
1999/2000 RL NO 3 6. Platz 46:34 57
2000/01 RL N 3 14. Platz 42:43 45
2001/02 OL NO 4 5. Platz 65:27 65
2002/03 OL NO 4 1. Platz 77:19 83
2003/04 RL N 3 17. Platz 34:56 24
2004/05 OL NO 4 3. Platz 52:31 63
2005/06 OL NO 4 3. Platz 47:21 56
2006/07 OL NO 4 4. Platz 40:27 53
2007/08 OL NO 4 4. Platz 47:36 48
2008/09 RL N 4 17. Platz 21:54 24
2009/10 OL NO 5 6. Platz 40:27 48
2010/11 OL NO 5 10. Platz 33:43 36
Spielzeiten als FC Sachsen Leipzig[1]

Nach der Insolvenz musste der Verein eine neue Mannschaft aufbauen. Ziel war das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes in der Saison 2001/02. Dieses Ziel wurde erreicht, der Verein belegte am Ende der Saison Tabellenplatz 5.

Nach dieser „Konsolidierungs-Saison“ wollte der Verein wieder um den Aufstieg mitspielen, wofür der Kader verstärkt wurde. Tatsächlich gelang es, in der Saison 2002/03 in der Spitze mitzuspielen. Auch der VfB Leipzig konnte in beiden Meisterschaftsspielen besiegt werden – 1:0 im Alfred-Kunze-Sportpark und 3:0 im Bruno-Plache-Stadion. Aufgrund der Liquidation des VfB Leipzig nach dessen zweiter Insolvenz waren dies die letzten Pflichtspiel-Derbys für die folgenden sechs Jahre. Schlussendlich belegte der FC Sachsen Leipzig am Ende der Saison den 1. Tabellenplatz mit einem Punkt Vorsprung vor dem Zweitplatzierten FC Carl Zeiss Jena. In den Relegationsspielen um den Aufstieg besiegte man den Erstplatzierten der Nordstaffel FC Schönberg mit 2:0 und 1:0 und stieg so in die Regionalliga auf – der erste Aufstieg aus eigener Kraft seit 1985.

Für die Regionalliga war der FC Sachsen Leipzig jedoch spielerisch zu schwach besetzt. Mit nur vier Siegen und 24 Punkten aus 34 Spielen stieg der Verein sofort wieder ab. Im Laufe dieser Saison 2003/04 gab es beim FC Sachsen Leipzig insgesamt vier Trainerwechsel und der Verein stand an 30 der 34 Spieltage auf einem Abstiegsplatz. Seit dem Spiel gegen Borussia Dortmund (Amateure) trug der FC Sachsen Leipzig seine Heimspiele im Zentralstadion Leipzig aus.

In Saison 2004/05 spielte der Verein wieder in der Oberliga Nordost, Staffel Süd. Beabsichtigt war das Mitspielen um den sofortigen Wiederaufstieg, weshalb Wolfgang Frank als Trainer verpflichtet wurde. Nach anfänglich schwierigem Start und darauffolgendem Rücktritt des Präsidiums in Person von Christian Rocca erzielte der FC Sachsen Leipzig bessere Spielergebnisse. Neuer Präsident wurde Rolf Heller[4], die Saison wurde auf Tabellenplatz 3 beendet. Außerdem konnte der FC Sachsen Leipzig zum vierten und letzten Mal den Sachsenpokal durch ein 2:1 n.V. gegen den Chemnitzer FC gewinnen. In der Folgesaison erreichte der FC Sachsen Leipzig ebenfalls Tabellenplatz 3, nachdem der Trainer Wolfgang Frank im Oktober 2005 entlassen und Hans-Jörg Leitzke neuer Trainer wurde.[5]

Erneute Schwierigkeiten und zweite Insolvenz

In Saison 2006/07 wollte der Verein unbedingt aufsteigen, weshalb viel Geld investiert wurde. Der Saison-Etat stieg auf 3,15 Millionen Euro.[5] Zudem wurde Eduard Geyer als Sportdirektor vorgestellt und weitere Spieler wie beispielsweise Rolf-Christel Guié-Mien verpflichtet. Nach ausbleibendem Erfolg rückte Eduard Geyer auf die Position des Trainers. Um den Jahreswechsel 2006/07 wurde mit dem österreichischen Getränkehersteller Red Bull über die Übernahme des Vereins und Umbenennung in Red Bull Leipzig verhandelt. Nach monatelangen Protesten und angesichts der Tatsache, dass das Statut des DFB Änderungen von Vereinsnamen zugunsten eines Sponsors verbat, scheiterten die Verhandlungen.[6][7] Der FC Sachsen Leipzig spielte danach auch eine unzureichende Rückrunde und besonders die als Leistungsträger gekauften Spieler enttäuschten. Wiederholt gab es Protestaktionen der Fans wegen der schlechten Leistungen der Mannschaft. Zum angestrebten Aufstiegsplatz fehlten am Ende 8 Punkte und über Tabellenplatz 4 kam der Verein in der ganzen Saison nicht hinaus.

Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena II am 25. Mai 2008

Nach der Saison 2006/07 stand der Verein erneut vor akuten finanziellen Problemen. Eine Insolvenz konnte erneut nur durch finanzielle Unterstützung von Kölmel verhindert werden. Trainer Eduard Geyer wurde am ersten Trainingstag verabschiedet. Der Start in die Saison 2007/08 verlief schlecht, oft bekamen die Spieler wegen der Finanzprobleme des Vereins verspätet ihr Gehalt. Kurz vor Saisonende wurde wegen der anhaltenden Erfolglosigkeit auch der neue Trainer Hans-Jörg Leitzke entlassen. Michael Breitkopf und Jamal Engel übernahmen das Training. Überraschend konnte der FC Sachsen Leipzig dann die letzten fünf Spiele gewinnen und so doch noch den 4. Tabellenplatz und damit die Relegation für die neue Regionalliga erreichen. Die Relegationsspiele gegen den Greifswalder SV 04 endeten 4:2 und 2:2, womit man zwar von der Oberliga in die Regionalliga aufsteigen konnte, de facto aber in der vierthöchsten Spielklasse verharrte.

Vor Beginn der Regionalligasaison 2008/09 wurden die Finanzprobleme des FC Sachsen Leipzig immer bedrohlicher. Zudem war Kölmel nicht mehr bereit, den Verein immer wieder durch weitere Kredite zu retten. Der Verein versuchte, sich durch die Einführung des Halbprofitums sowie einer Gehaltsobergrenze von 3.000 Euro zu sanieren. Der designierte Trainer Martin Polten trat noch vor seinem ersten Arbeitstag zurück. Neuer Trainer wurde Dirk Heyne. Der Start in die Saison verlief durchwachsen und nach dem 10. Spieltag kam der FC Sachsen Leipzig nicht mehr aus den Abstiegsrängen heraus. Nachdem das Finanzamt Leipzig am 26. Februar 2009 einen Insolvenzantrag gegen den Verein stellte, meldete am 4. März 2009 auch der Verein selbst die Eröffnung des Insolvenzverfahrens an.[8] Der Zwangsabstieg in die mittlerweile fünftklassige Oberliga Nordost war damit besiegelt. Am Ende hatte der FC Sachsen Leipzig als Tabellensiebzehnter 18 Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Das Insolvenzverfahren wurde durch Insolvenzverwalter am 30. Juni 2009 eröffnet.

Neuanfang in der 5. Liga und endgültige Insolvenz

In die Oberliga-Saison 2009/10 war der Verein mit dem Ziel gestartet, einen Platz unter den ersten Acht zu erreichen. Das erste Derby seit sechs Jahren gegen den Lokalrivalen 1. FC Lokomotive Leipzig endete am 23. August 2009 vor ca. 15.000 Zuschauern im Zentralstadion mit 0:0. Unterdessen konnte der Insolvenzverwalter am 16. September 2009 auf der ersten Gläubigerversammlung eine Fortsetzung des Spielbetriebs erreichen. Der Verein hatte Schulden von 2,5 bis 2,7 Millionen Euro, davon alleine ca. 1,5 Mio. Euro gegenüber der EMKA Immobilien-Beteiligungs-GmbH von Michael Kölmel für rückständige Zentralstadion-Mieten.[9] Die Saison beendete der Verein auf Tabellenplatz 6, nachdem im letzten Spiel vor ca. 10.000 Zuschauern sogar ein 2:1-Sieg gegen den schon als Aufsteiger feststehenden RB Leipzig gelang.

Zielstellung für die folgende Oberliga-Saison 2010/11 war es zunächst, die Leistungen der Rückrunde der vorangegangenen Saison zu bestätigen und konstant zu spielen.[10] Der Kader des FC Sachsen Leipzig wurde dafür punktuell verstärkt – namhaftester Zugang war Chwitscha Schubitidse vom FSV Zwickau. In der Hinrunde holte der Verein aus 12 Spielen 20 Punkte und ging mit drei ausstehenden Nachholspielen in die Rückrunde. In der Winterpause wurde die Zielstellung für die Saison 2010/11 geändert. Nachdem ein Aufstieg zunächst nicht angestrebt wurde[10], sprach der Vorstand des Vereines nun davon, dass ein Aufstieg gewollt sei.[11] Kurz vor dem Start der Rückrunde trat das Vorstandsmitglied Lars Ziegenhorn von seinem Amt zurück.[12]

Der Start in die Rückrunde verlief erfolglos. Erst im 13. Spiel nach der Winterpause gelang der erste Sieg gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig. Infolge der mangelnden sportlichen Entwicklung und einer umstrittenen Nachwuchskooperationsvereinbarung mit RB Leipzig sanken die Zuschauerzahlen drastisch. Nach der Winterpause hatte der FC Sachsen Leipzig im Alfred-Kunze-Sportpark bei keinem Heimspiel mehr als 1.000 Zuschauer.

Die Entwicklungen führten dazu, dass am 18. Mai 2011 im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde, dass der Verein zum 30. Juni 2011 den Spielbetrieb einstellen und anschließend abgewickelt werden würde. Der FC Sachsen Leipzig wurde aus dem Vereinsregister gelöscht. Die Spielrechte der zweiten Mannschaft und der Nachwuchsmannschaften wurden auf den Verein SG Leipzig-Leutzsch übertragen, der sich auch um das Spielrecht der ersten Mannschaft bemühte. Der Sächsische Fußballverband verweigerte der SG Leipzig-Leutzsch jedoch die Übertragung, da nicht alle Oberligaspieler des abgewickelten FC Sachsen einem Beitritt zur SG Leipzig-Leutzsch zugestimmt hatten. Der entsprechende Leipziger Oberliga-Startplatz verfiel deshalb, weil entgegen erster Planungen eine Übernahme auch durch RB Leipzig nicht erfolgte. [13]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

  • DDR-Meister: 1951, 1964
  • FDGB-Pokalsieger: 1957, 1966
  • Meister der NOFV Oberliga Süd: 1993, 2003
  • Sächsischer Pokalsieger: 1993, 1994, 1995, 2005
  • Zuschauer-Rekordhalter für Meisterschaftspunktspiele: 100.000 im Zentralstadion gegen den SC Rotation Leipzig am 9. September 1956

Spielstätten und durchschnittliche Zuschauerzahlen[Bearbeiten]

Saison Ø Zuschauer[1]
2001/02 2561
2002/03 3080
2003/04 7545
2004/05 3735
2005/06 2923
2006/07 3926
2007/08 2857
2008/09 2778
2009/10 2756
2010/11 1716

Der FC Sachsen Leipzig war im Leipziger Westen im Stadtteil Leutzsch beheimatet und trug seine Heimspiele bis 2004 im Alfred-Kunze-Sportpark aus. Die zu DDR-Zeiten nach dem Kommunisten und Antifaschisten Georg Schwarz benannte Sportstätte bot ursprünglich bis zu 32.000, später 22.000 Besuchern Platz. Infolge von Modernisierungsmaßnahmen nach der Wende verringerte sich die Kapazität auf 18.000 Plätze, mittlerweile beträgt das zulässige Fassungsvermögen 4.999 Plätze.

Von März 2004 bis zum Ende der Saison 2008/09 spielte der Verein im neugebauten Zentralstadion, das Platz für 44.345 Zuschauer bietet. Der Verein erhielt dafür von Stadionbetreiber Michael Kölmel eine hohe sechsstellige Garantiesumme pro Saison, war aber auch zur Zahlung von Mieten für die Nutzung des Zentralstadions verpflichtet. Zur Stadioneröffnung kamen am 7. März 2004 zum Regionalligaspiel gegen Borussia Dortmund (Amateure) 28.595 Zuschauer.[14] Die mit 30.450 höchste Zuschauerzahl bei einem Pflichtspiel des FC Sachsen Leipzig in der neuen Arena wurde im DFB-Pokal 2005/06 beim Spiel gegen den damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden erreicht.

Infolge der zweiten Insolvenz und der anhaltenden finanziellen Probleme trug der FC Sachsen Leipzig seit der Saison 2009/10 seine Heimspiele wieder im Alfred-Kunze-Sportpark aus. Einzige Ausnahme bildeten sogenannte Risikospiele wie die Begegnungen gegen den Lokalrivalen 1. FC Lokomotive Leipzig, die weiterhin im Zentralstadion – mittlerweile in Red-Bull-Arena umbenannt – durchgeführt wurden.

Trotz des fünfjährigen Zwischenspiels im Zentralstadion blieb der Zuschauerschnitt bei Heimspielen des FC Sachsen Leipzig – abgesehen von der Saison 2003/04 – nahezu unverändert. Die bestbesuchten Heimbegegnungen der letzten Spielzeiten waren:

Verhältnis zu anderen Vereinen[Bearbeiten]

Rivalitäten zu Leipziger Vereinen[Bearbeiten]

Derby-Eintrittskarte aus der Saison 1999/2000

Bereits zu DDR-Zeiten standen die Fußballer aus Leutzsch in ständiger Rivalität zu ihrem Nachbarn aus Probstheida. So besuchten in den 1950er Jahren bis zu 100.000 Zuschauer die DDR-Oberliga-Begegnungen des Vorgängerclubs SC Lokomotive gegen den SC Rotation im Leipziger Zentralstadion, was bis heute den gesamtdeutschen Zuschauerrekord für Meisterschaftspunktspiele darstellt. Die Konzentrierung des Leipziger Spitzensports Mitte der 1960er Jahre verhärtete die Abneigungen zwischen den beiden Lagern, was seine Ursache unter anderem in der fortlaufenden Benachteiligung der BSG Chemie Leipzig gegenüber ihrem Ortsnachbarn hatte. So musste die BSG Chemie Leipzig trotz ihres Titelgewinns 1964 in der Folgezeit stets um den sportlichen Anschluss im DDR-Fußball kämpfen und darüber hinaus ihre fähigsten Spieler zum 1. FC Lokomotive (bis 1966 SC Leipzig) „delegieren“. Der 1. FC Lokomotive spielte dagegen als gefördertes Leistungszentrum meist in den oberen Regionen der DDR-Oberliga und war auch im Europapokal erfolgreich.

Auch nach der Wende und der damit einhergehenden „Gleichstellung“ der beiden Leipziger Vereine sowie der zeitweisen Umbenennung des Lokalrivalen in VfB Leipzig wurde die Rivalität von Fangruppen beiderseits unverändert aufrechterhalten, weshalb Fusionsbemühungen zu einem vermeintlich wettbewerbsfähigerem Verein mehrmals ergebnislos waren und mittlerweile nicht mehr angestrebt werden.[15][16] Zuletzt zogen die Derbys zwischen dem FC Sachsen Leipzig und dem 1. FC Lokomotive Leipzig bis zu 15.000 Zuschauer an und gehörten damit deutschlandweit zu den bestbesuchten Begegnungen in der fünften Spielklasse.

Fanfreundschaften[Bearbeiten]

Eine langlebige Fanfreundschaft bestand zu Teilen der Anhängerschaft des 1. FC Union Berlin. Sie entwickelte sich in den 1970er Jahren und beruhte auch auf gewissen Ähnlichkeiten beider Vereine. So fühlten sich sowohl die Anhänger von Union Berlin als auch die der BSG Chemie Leipzig gegenüber ihrem jeweiligen Lokalrivalen durch die Sportpolitik der SED benachteiligt. Die Verbundenheit wurde aber auch auf harte Proben gestellt und drohte dabei ganz zu zerbrechen. So kam es zwischen den Fans beider Vereine zu umfangreichen Ausschreitungen, als die BSG Chemie Leipzig in 1984 nach zwei ausverkauften Entscheidungsspielen den Abstieg aus der höchsten Spielklasse für Union Berlin herbeiführte.

Ende der 1990er Jahre verfestigte sich die Freundschaft jedoch wieder. So traten Anhänger des FC Sachsen Leipzig bei den Spielen des VfB Leipzig gegen Union Berlin im Gästeblock auf, und Fans von Union Berlin taten dies analog, wenn der BFC Dynamo auf den FC Sachsen Leipzig traf. Beschrieben wird diese Gegenseitigkeit üblicherweise durch den Schlachtruf „Sympathie für Eisern und Chemie!“, bspw. zu lesen auf Zaunfahnen und Fanschals. Ein Programmheft des 1. FC Union erschien zu einem Spiel beider Kontrahenten sogar in beiden Vereinsfarben Grün-Weiß und Rot-Weiß auf der Titelseite.

Eine starke Fanfreundschaft herrschte auch zwischen den Fans der BSG Chemie Leipzig und der BSG Wismut Aue. Ab den 1970er Jahren bis zur Wende besuchten Fangruppen die Spiele des jeweils anderen Vereins. Beschrieben wurde diese Gegenseitigkeit üblicherweise durch den Schlachtruf "Sympathie - für Aue und Chemie!". Zu Beginn der 1990er Jahre kam es jedoch auch zwischen den Fans beider Vereine zu gewaltsamen Ausschreitungen, so dass die Fanfreundschaft später vom überwiegenden Teil der Anhänger des FC Sachsen Leipzig nicht geteilt bzw. sogar abgelehnt wurde.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nationalspieler[Bearbeiten]

Folgende Spieler der BSG Chemie Leipzig trugen das Trikot der Fußballnationalmannschaft der DDR:

Weitere bekannte Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Trainer seit 1949 (ohne Interimstrainer):

Andere Sportarten im Verein[Bearbeiten]

Die bis Anfang der 1990er Jahre angesiedelte Tischtennis-Abteilung wurde ausgegliedert und spielt heute eigenständig unter dem Namen „Leutzscher Füchse“. Die Schachabteilung wurde im Sommer 2007 und die Abteilungen Kegeln und Handball im Sommer 2011 eingestellt.

Inoffizielle Nachfolgevereine[Bearbeiten]

SG Sachsen Leipzig[Bearbeiten]

Saison Liga Kl. Platz Tore Punkte
2011/12 Sachsenliga 6 6. Platz 50:31 49
2012/13 Sachsenliga 6 7. Platz 54:60 41
2013/14 Sachsenliga 6 6. Platz 48:36 48
Logo der SG Sachsen Leipzig

Am 21. Mai 2011 wurde die SG Leipzig Leutzsch gegründet. Der Verein nahm zur Saison 2011/12 den Spielbetrieb auf, übernahm das Spielrecht der zweiten Männermannschaft des insolventen FC Sachsen Leipzig und pachtete den Alfred-Kunze-Sportpark.

Die Nachwuchsabteilung Fußball des insolventen FC Sachsen Leipzig trat nach Abwägung der Konzepte der SG Leipzig Leutzsch und der Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig in 2011 mehrheitlich dem SG Leipzig Leutzsch bei.

Am 31. Mai 2013 beschloss die Mitgliederversammlung die Umbenennung des Vereins in Sportgemeinschaft Sachsen Leipzig e.V., kurz SG Sachsen Leipzig.[17]

Die SG Sachsen Leipzig sieht sich – analog zur BSG Chemie Leipzig als einzig legitimierter Nachfolger des aufgelösten FC Sachsen Leipzig. Die SG Sachsen Leipzig spielt derzeit in der Sachsenliga. Nachdem bereits Ende 2013 Liquiditätsschwierigkeiten aufgetreten waren, musste die SG Sachsen Leipzig am 5. Mai 2014 Insolvenz anmelden.[18]

BSG Chemie Leipzig[Bearbeiten]

Saison Liga Kl. Platz Tore Punkte
2008/09 3. Kreisklasse 12 1. Platz 158:18 76
2009/10 2. Kreisklasse 11 1. Platz 105:19 74
2010/11 1. Kreisklasse 10 1. Platz 99:27 79
2011/12 Sachsenliga 6 7. Platz 54:33 47
2012/13 Sachsenliga 6 14. Platz 36:46 29
2013/14 Bezirksliga Sachsen Nord 7 1. Platz 56:17 60
2014/15 Sachsenliga 6

In 1997 wurde die Ballsportgemeinschaft Chemie Leipzig gegründet. Dadurch sollte die Tradition aus DDR-Zeiten gepflegt, der ehemalige Vereinsname und das ehemalige Logo des FC Sachsen Leipzig vor fremder Vereinnahmung geschützt und die Nachwuchsarbeit des FC Sachsen Leipzig als Förderverein unterstützt werden. Die Vereinsbezeichnung Ballsportgemeinschaft wurde unter anderem gewählt, weil diese analog zur zum Wort Betriebssportgemeinschaft zu BSG abgekürzt werden konnte. Hierdurch sollte eine weitgehende Namensidentität zur Bezeichnung des FC Sachsen Leipzig zu DDR-Zeiten erreicht werden.

Gegen Ende der Saison 2007/08 wandte sich nach internen Fanstreitigkeiten und Uneinigkeiten über die Ausrichtung des FC Sachsen Leipzig insbesondere die größte Ultragruppe, die „Diablos Leutzsch“, vom FC Sachsen Leipzig ab. Unter anderem aus diesem Grund nahm die Ballsportgemeinschaft in der Saison 2008/09 mit einer eigenen Mannschaft erstmalig am regulären Spielbetrieb teil. Nach drei Aufstiegen erreichte die Ballsportgemeinschaft in der Saison 2011/12 die Stadtklasse Leipzig. Aufgrund der Übernahme des Spielrechts der ersten Mannschaft vom VfK Blau-Weiß Leipzig konnte die Ballsportgemeinschaft jedoch in Saison 2011/12 bereits in der Sachsenliga antreten.

Am 12. August 2011 wurde auf einer Mitgliederversammlung des Vereins die Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig beschlossen, so dass der Verein nunmehr unter dem Namen aus aus DDR-Zeiten des aufgelösten FC Sachsen Leipzig spielt. Ein konkreter Bezug des Vereins zu einem existierenden Betrieb bzw. zu Betriebssportaktivitäten besteht nicht.

Die BSG Chemie Leipzig sieht sich – analog zur SG Sachsen Leipzig als einzig legitimierter Nachfolger des aufgelösten FC Sachsen Leipzig. Die BSG Chemie Leipzig spielte nach dem Abstieg aus der Sachsenliga die Saison 2013/2014 in der Bezirksliga Nord, in welcher jedoch der sofortige Wiederaufstieg glückte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Ronny´s Fanpage, abgerufen am 6. Oktober 2009.
  2. new business: Sportwelt zieht sich bei Fortuna Düsseldorf zurück, 6. November 2001, abgerufen am 2. Juli 2009.
  3. Spiegel Online: Regionalliga: Keine Lizenz für Ulm, Leipzig und Göttingen, 13. Juni 2001, abgerufen am 23. Oktober 2009.
  4. 7. Oktober 2004 – FC Sachsen: Heller neuer Präsident. Abgerufen am 30. Dezember 2013..
  5. a b Sachsen Leipzig entlässt Trainer. In: berliner-zeitung.de. Abgerufen am 7. Oktober 2009..
  6. Christoph Ruf: „Red Bull in Leipzig - "Wir würden selbst den Teufel mit offenen Armen empfangen"“, Spiegel-Online, 17. Juni 2009, abgerufen am 6. Oktober 2009.
  7. Red Bull stellt Engagement beim FC Sachsen Leipzig zurück, LEIPZIGINFO.DE, 21. Februar 2007, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  8. FC Sachsen Leipzig meldet Insolvenz an, Focus Online, 3. März 2009, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  9. MDR Sport: Eine Entlassung und eine genommene Insolvenzhürde (Version vom 22. September 2009 im Internet Archive), 16. September 2009, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  10. a b LVZ-Online: Oberliga-Derby: FC Sachsen spielt auf Sieg – Lok rechnet mit Neuzugang und 15.000 Fans, 5. August 2010, abgerufen am 9. Januar 2011.
  11. BILD Leipzig: Fischer zurück nach Leutzsch? (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 3. Januar 2011. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.sachsen-leipzig.de.
  12. LVZ-Online: FC Sachsen Leipzig: Lars Ziegenhorn legt sein Amt als Vorstandsmitglied nieder, 21. Januar 2011, abgerufen am 30.Dezember 2013.
  13. redbulls.com: RB nimmt Abstand von Spielrechtsübernahme (Version vom 9. August 2011 im Internet Archive), 27. Mai 2011, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  14. MDR.DE: 28.595 Zuschauer bei Premiere im Zentralstadion (Version vom 23. April 2004 im Internet Archive), 8. März 2004, abgerufen am 29. April 2010
  15. Abstimmung zur Fusion von BSG Chemie und FC Sachsen Leipzig 7. Mai 2010
  16. Erfolg versus Tradition - Die Leipziger Fankultur im Umbruch 12. Mai 2011
  17. Sachsen Leipzig ist zurück – LVZ-Online
  18. SG Sachsen Leipzig: Aus und vorbei

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Fuge: 100 Jahre Fußball in Leutzsch. Westend, Leipzig 1999.
  • Jens Fuge: Die Nummer 1 – 10 Jahre FC Sachsen Leipzig. Westend, Leipzig 2000.
  • Jens Fuge: Der Rest von Leipzig. Agon Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-357-8.
  • Jens Fuge: Leutzscher Legende. Von Britannia 1899 zum FC Sachsen. Sachsenbuch, Leipzig 1992, ISBN 3-910148-72-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FC Sachsen Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien