Bad Beat

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Eine Hand trotz vier Assen zu verlieren, sollte als Bad Beat bezeichnet werden

Ein bad beat beschreibt in den Hold'em-Varianten des Kartenspiels Poker eine Hand, die trotz ihrer offensichtlichen Stärke verliert. Unter den Pokerspielern gibt es keine allgemein gültige Definition, was genau ein bad beat ist.

Arten von Bad Beats[Bearbeiten]

Die meisten Hände, die nach dem Flop als ausgezeichnet erscheinen, können im weiteren Verlauf der Runde noch geschlagen werden. Trotzdem unterscheidet man im Allgemeinen zwischen zwei verschiedenen Szenarios.

Draw Bad Beat[Bearbeiten]

Viele unerfahrene Spieler kennen Begriffe wie etwa Pot Odds nicht. Folglich können sie auch nicht ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass sich ihre Hand noch verbessert. Das führt dazu, dass sie oft jeden Einsatz zahlen, obwohl es eigentlich nicht rentabel ist. Das führt zwar in der Regel tatsächlich zum Sieg des Spielers, der die starke Hand hält, es ist aber auch durchaus möglich, dass der unerfahrenere Spieler mit der richtigen Karte noch gewinnt.

Charakteristisch ist dafür, dass Amateure, die nach dem Flop einen Flush- oder Straight-Draw haben, jeden Einsatz zahlen.

Das folgende Beispiel zeigt, dass das Zahlen dieses Einsatzes nur in den seltensten Fällen gerechtfertigt ist:

Hole Cards Spieler 1 J♠ 9♥
Hole Cards Spieler 2 7♣ 8♣
Flop J♣ 9♠ 3♠

Spieler 1 hat Top Two Pair, das heißt die momentan bestmögliche Zweipaarkombination, Buben und Neunen. Er kann davon ausgehen, dass er derzeit die beste Hand hält. Er sieht aber auch, dass durch die zwei Pik (♠) eine Flush- und durch J 9 eine geringe Straightgefahr herrscht.

Wir nehmen an, dass sich Chips im Wert von 10 im Pot befinden. Spieler 1 setzt also 20, um die Gefahr durch Flush und Straight auszuschließen.

Nun kommt der Anfänger, Spieler 2, in unsere Überlegung hinzu. Er hat einen Gutshot, ihm fehlt also eine Karte, nämlich die 10, aus der Mitte zur Straße. Es gibt insgesamt vier Zehnen im Deck. Mit unten stehender Formel lässt sich die Rentabilität für das Zahlen des Mindesteinsatzes berechnen.

Es gilt etwa:

P = 100 \cdot \frac{O \cdot G}{45 + G}

(*) O- Anzahl der Outs, G- Ausstehende Gemeinschaftskarten


\begin{align}
O        &= 4 \\
G        &= 2 \\ 
P        &= 100 \cdot \frac{4 \cdot 2}{45 + 2} \\
P        &\approx 17 %
\end{align}


Der Spieler hat also eine 17 prozentige Chance auf eine Straight. Daraus folgt:


S = C \cdot ( P + E )

(*) S- Die maximal zu zahlende Summe, C- Wahrscheinlichkeit die Hand zu verbessern, in Prozent, P- Potgröße, E- Der zu bringende Einsatz


\begin{align}
C  &= 17 % \\
P  &= 20+ 10 \\
   &= 30 \\
E  &= 20 \\
S  &= 0{,}17 \cdot ( 30 + 20 ) 
   &= 8,5
\end{align}

Der Spieler 2 dürfte also maximal 8,5 setzen, damit der Einsatz rentabel ist.

Wenn dieser Spieler nun aber trotzdem zahlt, eine Straight bekommt und es bei Spieler 1 bei seinen zwei Paaren bleibt, so gewinnt Spieler 2 mit einer Straight, obwohl der Einsatz ungerechtfertigt war. Man spricht von einem Bad Beat

Unvorhersehbarer Bad Beat[Bearbeiten]

Von einem Unvorhersehbaren bad beat spricht man, wenn eine starke Hand gegen eine noch Stärkere verliert. Ein gutes Beispiel dafür ist der Film James Bond: Casino Royale. Dort gewinnt der Protagonist mit einem Straight Flush gegen ein nut Full House.

Reaktionen auf einen Bad Beat[Bearbeiten]

Jeder erfahrene Pokerspieler kann über einige bad beats berichten. Oftmals führt ein solcher dazu, dass der Spieler in Folge heiß läuft und unkonzentriert spielt. Man spricht dann von einem Spieler der getilted ("on tilt") ist.