Berkemeyer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen deutschen Politiker siehe Karl Berkemeyer.
Berkemeyer ohne gezackten Fußring. Floris van Dyck: Stillleben mit Früchten, Brot und Käse, 1613 (Detail)

Berkemeyer bezeichnet eine nordeuropäische Trinkglasform, die im 16. und 17. Jahrhundert im Gebrauch war. Sie ist eine Variante des Nuppenbechers.[1]

Der Berkemeyer löste den Krautstrunk als Glasform ab und war Vorläufer des Römers. Im Gegensatz zum Erstgenannten besitzt der Berkemeyer nur am Hohlschaft Nuppen und im Gegensatz zum Zweitgenannten läuft seine Lippe konisch aus und wurde erst in der Übergangszeit leicht bauchig.[2] Oft weist der Berkemeyer einen gezackten[3] oder tropfenförmig ausgezogenen Fußring auf.[1] Zunächst wurden die Berkemeyer mit einem Rautenmuster verziert. Diese Gestaltung nahm aber ab und ist im spätesten Falle noch für das zweite Drittel des 16. Jahrhunderts nachweisbar.[2] Gleichwohl zumindest in Deutschland die Herstellung von farblosem Glas bekannt war, wurde für den Berkemeyer Waldglas bevorzugt.[1] Es existieren Berkemeyer-Kopien aus Steinzeug aus dem 16.[2] und 17. Jahrhundert.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berkemeyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c E. Baumgartner und I. Krueger (Hrsg.): Phoenix aus Sand und Asche. Glas des Mittelalters. München 1988 (Ausstellungskatalog Bonn 1988) S. 365.
  2. a b c E. Baumgartner und I. Krueger (Hrsg.): Phoenix aus Sand und Asche. Glas des Mittelalters. München 1988 (Ausstellungskatalog Bonn 1988) S. 366.
  3. Franz-Peter Wahrendorf, Das Große Glassammler-Glossar, S. 31.
  4. Eintrag in der ALMA-Datenbank