Bi-Amping

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Bi-Amping- und Bi-Wiring-fähiges Anschlussterminal einer Lautsprecherbox

In der Unterhaltungselektronik bezeichnet Bi-Amping die Technik, eine Lautsprecherbox von zwei Verstärkern betreiben zu lassen, wobei der eine Verstärker sich um die tiefen und der andere um die hohen Audiofrequenzen kümmert.[1] Folglich muss ein Bi-Amping-System einen elektrischen Übergang zwischen Vorverstärker und Endstufe bereitstellen, sodass an dieser Übergangsstelle das Audiospektrum in zwei Teile aufgeteilt werden kann, um anschließend getrennt verstärkt werden zu können. Weiterhin muss die angeschlossene Lautsprecherbox über getrennte Eingänge für die nieder- bzw. hochfrequenten Audiosignalteile verfügen.

Es empfiehlt sich, bei Bi-Amping Lautsprecherboxen zu verwenden, die keine bzw. eine überbrückbare Frequenzweiche verbaut haben, da das Aufteilen der Frequenzen bereits vor der Endstufe durchgeführt wurde. Es gibt Lautsprecherhersteller, die bei Bi-Amping-Boxen Frequenzweichen hinter den einzelnen Eingängen verbauen, um sicherzustellen, dass keine tieffrequenten Signale an den Hochtöner bzw. keine hochfrequenten Signale an den Tieftöner gelangen. Diese passiven Weichen beeinflussen auch dann das eingehende Signal, wenn es bereits zuvor auf einen bestimmten Spektralbereich beschränkt worden ist, und unterminiert damit das Anliegen von Bi-Amping.

Varianten[Bearbeiten]

Die Endstufen müssen nicht notwendigerweise eigenständige Geräte sein. Bei 7.1-Receivern besteht häufig die Möglichkeit, statt der hinteren Surround-Kanäle die Endstufen für die Front-Lautsprecher im Bi-Amping-Betrieb zu nutzen, dann als 5.1-System.

Horizontales Bi-Amping: Der linke Kanal der ersten Stereoendstufe treibt den Hoch- und Mitteltonbereich der linken Box an, der rechte Kanal der ersten Stereoendstufe treibt den Hoch- und Mitteltonbereich der rechten Box an. Der linke Kanal der zweiten Stereoendstufe treibt den Tieftonbereich der linken Box an, der rechte Kanal der zweiten Stereoendstufe treibt den Tieftonbereich der rechten Box an. Es können so Endstufen unterschiedlicher Ausgangsleistung miteinander kombiniert werden.

Vertikales Bi-Amping: Eine Stereoendstufe treibt jeweils mit einem Endstufenzweig den linken Lautsprecher im Hoch- und Mitteltonbereich sowie dem Tieftonbereich an, die andere Stereoendstufe treibt jeweils mit einem Endstufenzweig den rechten Lautsprecher im Hoch- und Mitteltonbereich sowie dem Tieftonbereich an. Es werden in dieser Bi-Amping Art zwei identische Stereoendstufen verwendet.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile sind der Leistungszuwachs bzw. Leistungsreserve durch die Verwendung zweier Endstufen pro Lautsprecherbox und bei einigen Lautsprecherboxen die mögliche Umgehung der eingebauten passiven Frequenzweiche. Letzteres ermöglicht ein verzerrungsärmeres Verhalten des Gesamtsystems; zudem sind aktive Frequenzweichen möglich.

Nachteilig ist, dass eine mögliche Feinabstimmung einer aktiven Weiche Erfahrung und Messhilfsmittel erfordert, da die Phasenverschiebung der beiden Endstufen exakt übereinstimmen muss.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wired4sound.net.au/public_html/bi_wiring.pdf