Bill Graham

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Dieser Artikel behandelt den Konzertveranstalter Bill Graham. Für den Jazzmusiker siehe Bill Graham (Saxophonist); für andere Personen siehe William Graham.
Bill Graham (um 1990)

Bill Graham (geboren als Wolodia Grajonca, genannt Wolfgang Grajonca; * 8. Januar 1931 in Berlin; † 25. Oktober 1991 bei Vallejo, Kalifornien) war ein seit den 1960ern einflussreicher Impresario. Während des Holocausts ist er Waise geworden, später adoptierte ihn eine amerikanische Familie.

Er war der jüngste Sohn einer jüdischen Familie, die aus Russland emigriert war. Grahams Vater starb zwei Tage nach Grahams Geburt. Grahams Mutter konnte ihn und seine jüngere Schwester - Graham hatte insgesamt fünf Schwestern - in einem Berliner Waisenhaus unterbringen, das ihn und andere jüdische Kinder im Austausch gegen christliche Waisenkinder nach Frankreich schickte. Grahams ältere Schwestern blieben bei ihrer Mutter. Nach der Besetzung Frankreichs flüchtete Graham gemeinsam mit anderen jüdischen Jugendlichen aus dem Land - eine Flucht, die die meisten nicht überlebten, darunter auch Grahams jüngere Schwester Tolla. Grahams Mutter wurde in Riga umgebracht.

Als Konzertveranstalter betrieb Graham später das Fillmore West und das Winterland, beide in San Francisco, sowie das Fillmore East in New York. Zu seinen bekanntesten Veranstaltungen gehörte The Last Waltz, das Abschiedskonzert von The Band, das am 25. November 1976 im Winterland stattfand.

Daneben vermarktete er psychedelische Poster von Zeichnern wie Wes Wilson und Rick Griffin. Gelegentlich trat Graham als Schauspieler in Erscheinung, so im Film Apocalypse Now von Francis Ford Coppola.

Bill Graham starb 1991 bei einem Hubschrauberabsturz zusammen mit seinem Kompagnon Mellis Gold und dem Piloten nach der Rückkehr von einem „Huey Lewis & the News“-Konzert in Grahams Shoreline-Amphitheater in Concord (Kalifornien). Während eines Unwetters kollidierte der Hubschrauber mit einem Hochspannungsmast am Highway 37 in der Nähe von Vallejo in Kalifornien und stürzte ab.

Zu seinen Ehren wurde eine Woche später im Golden Gate Park ein Gedenkkonzert veranstaltet. Dort spielten u.a. die Grateful Dead und John Fogerty. 1992 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame (Nonperformers) aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bill Graham und Robert Greenfield: "Bill Graham presents…" - Ein Leben zwischen Rock and Roll (1996; Zweitausendeins; ISBN 3861501562)
  • Oliver Trager (1997): The American Book of the Dead - The Definitive Grateful Dead Encyclopedia. - Fireside, New York, N.Y.; ISBN 0-684-81402-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bill Graham – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien