Bis ans Ende der Welt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bis ans Ende der Welt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Filmdaten
Originaltitel Bis ans Ende der Welt
Produktionsland Deutschland, Frankreich, Australien
Originalsprache Englisch, Französisch
Erscheinungsjahr 1991
Länge 279 Minuten
Kinoversion: 179 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Wim Wenders
Drehbuch Michael Almereyda
Peter Carey
Produktion Paulo Branco
Ulrich Felsberg
Jonathan T. Taplin
Musik Graeme Revell
Kamera Robby Müller
Schnitt Peter Przygodda
Besetzung

Bis ans Ende der Welt (engl. Until the End of the World; frz. Jusqu'au bout du monde) ist ein deutsch-französisch-australisches Filmdrama von Wim Wenders aus dem Jahr 1991.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt im Jahr 1999. Ein indischer Satellit mit nuklearem Material an Bord verlässt unkontrolliert den Orbit und nähert sich der Erde. Es besteht Grund zur Sorge, dass durch einen Absturz Teile der Menschheit und weite Landstriche verseucht werden könnten.

Claire Tourneur hat sich vor kurzem von ihrem Freund Raymond Monnet getrennt. Seitdem ist sie rastlos unterwegs, hetzt von Party zu Party. Sie gerät in einen Verkehrsstau, der aus einer Massenpanik heraus – wegen des indischen Satelliten – entstanden ist. Sie verlässt die Autobahn und begibt sich auf Nebenstraßen. Bei einem Überholvorgang kollidiert ihr Auto mit dem Wagen zweier Männer. Diese erweisen sich als Kriminelle, die eine Bank auf dem Flughafen Nizza ausgeraubt haben. Claire soll einen Teil der Beute abbekommen, wenn sie sie nach Paris bringt. Unterwegs lernt sie Sam Farber (alias Trevor McPhee) kennen – es ist Liebe auf den ersten Blick.

Claire liefert das Geld bei ihrem Freund in Paris ab, der es sofort nachzählt. Nach einem kräftigen Griff in die Kasse reist sie wieder ab und begibt sich auf die Suche nach Sam.

Nach und nach erst verstehen Claire und der Zuschauer die Zusammenhänge. Sam ist im Auftrag seines Vaters, Dr. Henry Farber, unterwegs zu Verwandten in aller Welt, um ihre Grüße mit einer Spezialkamera aufzunehmen. Zuhause soll diese Kamera die Bilder in das Gehirn seiner blinden Mutter projizieren. Die US-Regierung hat ein Kopfgeld von 500.000 US$ auf Sam ausgesetzt, da sie der Spezialkamera – eine Erfindung seines Vaters – habhaft werden will.

Es folgt also eine Verfolgungsjagd rund um den Globus. Sam hat Claire, deren Freund Raymond sowie diverse Kopfgeldjäger im Schlepptau. Stationen sind unter anderem Berlin, Portugal, Moskau, Wladiwostok, Tokio, San Francisco sowie der australische Busch.

Als die Protagonisten in Australien angekommen sind, wird der Satellit von den Amerikanern abgeschossen. Durch den Nuklearen EMP werden alle elektrischen Geräte zerstört. Es ist zu befürchten, dass die Explosion auch andere Satelliten beschädigt haben könnte, was weitere atomare Explosionen heraufbeschwören könnte. Die weitere Fahrt ist also die Flucht vor einem möglichen Fallout, der Fortbestand der Menschheit bleibt fraglich.

Angekommen im Geheimlabor von Dr. Henry Farber, beginnt man sofort damit, die Bilder in das Gehirn von Mutter Edith zu projizieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Experiments stirbt Edith zur Neujahrsfeier 1999/2000. Henry widmet sich weiteren Experimenten zur Sichtbarmachung von Träumen. Seine Mitarbeiter aus einem Stamm der Aborigines protestieren vehement und möchten sich an diesen Experimenten nicht beteiligen. Vermutlich will der Autor hier Zusammenhänge mit der Traumzeit herstellen. Die Experimente erweisen sich als Fluch, alle Teilnehmer werden zu Abhängigen ihrer eigenen Träume.

Die Geschichte findet ihr Ende, als Claire und Raymond heimkehren und die US-Amerikaner Dr. Farber und seine Kamera in die USA fliegen.

Kritiken[Bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 17. Januar 1992, der Film sei im Verhältnis zum Aufwand seiner Produktion „leider nicht unwiderstehlich“.[1]

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete den Film als „ehrgeizig“ und schrieb, er sei ein „gigantischer Reise-, Abenteuer-, Science-Fiction-, Musik- und Liebesfilm“, der die „Sucht nach Bildern“ thematisiere. Er sei „faszinierend in der Technik“ und „komplex in der Verarbeitung zahlloser Motive“, die Handlung biete jedoch „wenig Raum, um eine gefühlsmäßige Anteilnahme am Schicksal der Figuren zu entwickeln“.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wim Wenders gewann mit Bis ans Ende der Welt 1992 den Gilde-Filmpreis in Gold.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde unter anderem in Berlin, Lissabon, Moskau, Paris, San Francisco, Tokio, Venedig und in Australien gedreht.[3] Er spielte in den US-Kinos ca. 753.000 US-Dollar ein. In Frankreich zählte man rd. 377.000 Kinobesucher.[4]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack wurde unter Music From the Motion Picture Soundtrack Until The End of the World im Januar 1991 veröffentlicht. Darauf finden sich folgende Lieder:

  1. Opening Title (Album Version) – Graeme Revell
  2. Sax And Violins (LP Version) – Talking Heads
  3. Summer Kisses, Winter Tears (Album Version) – Julee Cruise
  4. Move With Me (Dub) – Neneh Cherry
  5. The Adversary (Album Version) – Crime and the City Solution
  6. What's Good (Album Version) – Lou Reed
  7. Last Night Sleep (Album Version) – Can
  8. Fretless (Album Version) – R.E.M.
  9. Days (Album Version) – Elvis Costello
  10. Claire's Theme (Album Version) – Graeme Revell
  11. (I'll Love You) Till The End Of The World (Album Version) – Nick Cave & The Bad Seeds
  12. It Takes Time (Album Version) – Patti Smith (With Fred Smith)
  13. Death's Door (Album Version) – Depeche Mode
  14. Love Theme (Album Version) – Graeme Revell
  15. Calling All Angels (Remix Version) – Jane Siberry with k.d. lang
  16. Humans From Earth (Album Version) – T-Bone Burnett
  17. Sleeping In The Devil's Bed (Album Version) – Daniel Lanois
  18. Until The End Of The World (Album Version) – U2
  19. Finale (Album Version) – Graeme Revell

Über die Aufnahme des Soundtracks von Nick Cave & The Bad Seeds in den Hansa Tonstudios drehte Uli M Schueppel 1990 die Filmdokumentation The Song. Der Film wurde 2004 in einer Neufassung wieder veröffentlicht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von Roger Ebert, abgerufen am 12. Juni 2007
  2. Bis ans Ende der Welt im Lexikon des Internationalen Films
  3. Filming locations für Bis ans Ende der Welt, abgerufen am 12. Juni 2007
  4. Box office / business für Bis ans Ende der Welt, abgerufen am 12. Juni 2007