Bomarsund

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Dieser Artikel bezieht sich auf das finnische Bomarsund, nicht auf den gleichnamigen Ort in Northumberland.

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Bomarsund
Die Ruine von Bomarsund

Die Ruine von Bomarsund

Entstehungszeit: 1832
Erhaltungszustand: Ruine
Geographische Lage 60° 12′ 44″ N, 20° 14′ 18″ O60.21222222222220.238333333333Koordinaten: 60° 12′ 44″ N, 20° 14′ 18″ O
Bomarsund (Åland)
Bomarsund

Bomarsund war eine Festung Russlands auf den Åland-Inseln in der nördlichen Ostsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau der Festung[Bearbeiten]

Die Åland-Inseln wurden 1809 zusammen mit Finnland Teil des Zarenreichs Russland. 1832 wurde die Festung erbaut, wogegen der damalige britische Außenminister und spätere Premierminister Palmerston vergeblich protestierte. Die Festung wurde als strategischer Punkt zur Beherrschung der nördlichen Ostsee betrachtet, Briten und Schweden betrachteten die Festung als potenzielle Bedrohung ihres Handels und ihrer Interessen in der Region.

Zerstörung[Bearbeiten]

Im Verlauf des Krimkrieges wurde die Festung 1854 durch eine überlegene Anglo-Französische Flotte zerstört. Die Besatzung der Festung verfügte zwar über Hunderte von Geschützen, die Verteidigung zur Landseite war aber schwach. Zudem war die Festung noch nicht ganz fertiggestellt.

Am 7. August 1854 war die alliierte Streitmacht versammelt. Die Russen unter General Bodisco kapitulierten am 16. August 1854, über 2.200 Russen gingen in Gefangenschaft. Nach Besetzung der Inseln wurde Festung Bomarsund gesprengt. In Frankreich und Großbritannien bestand nach diesem Sieg die Hoffnung, dass sich auch Schweden ihrer Allianz anschließen würde. In der schwedischen Presse wurde gewarnt, das „Danaergeschenk“ der Åland-Inseln im Tausch gegen einen Kriegseintritt anzunehmen. Schweden blieb neutral.

Der erste Träger des Victoria-Kreuzes, Charles Davis Lucas, erhielt diese Auszeichnung für seinen Einsatz bei den Kämpfen um Bomarsund. 1854 wurde eine Kohlengrube in Northumberland Bomarsund genannt, der seitdem dort entstandene Ort trägt den Namen bis heute. Das Bergwerk selbst wurde 1965 geschlossen.

Verbot der Neuerrichtung[Bearbeiten]

Ein Wiederaufbau nach dem Krieg war den Russen nicht erlaubt: Die Åland Convention vom 30. März 1856 zwischen Russland, Großbritannien und Frankreich untersagte die Errichtung von Befestigungsanlagen und Marinestützpunkten sowie die Stationierung von Truppen auf den Inseln. Die Vereinbarung war Teil des Pariser Friedens. Der britische Premierminister Palmerston erklärte vor dem Unterhaus, diese Regelung setze eine Barriere zwischen Russland und dem übrigen Nordeuropa.

Heute ist die Anlage ein Touristenziel. Ein Besucherzentrum mit Museum ist in Planung. Alljährlich im August finden die Bomarsundtage statt, mit einem historischen Markt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bomarsund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien