Braunbrust-Schilffink

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Braunbrustschilffink
Chestnut breasted mannikin nov08.jpg

Braunbrustschilffink (Lonchura castaneothorax)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken
Gattung: Bronzemännchen (Lonchura)
Art: Braunbrustschilffink
Wissenschaftlicher Name
Lonchura castaneothorax
(Gould 1837)

Der Braunbrust-Schilffink (Lonchura castaneothorax), auch Braunbrustnonne genannt, ist eine Vogelart der Prachtfinken. Es werden mehrere Unterarten unterschieden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Braunbrust-Schilffink erreicht ausgewachsen eine Körperlänge zwischen 9 und 11 Zentimeter. Der Schnabel ist hellgrau. Die Gesichtsmaske ist schwarz, die schwarze Iris umgibt ein heller Augenring. Der Oberkopf bis zum Nacken ist hellgrau. Die Brust ist ebenso wie die Flügeloberdecken von hellbrauner bis rehbrauner Farbe. Die helle Körperunterseite ist durch ein dunkles Band von der Brust abgesetzt. Die Körperseiten sind weiß und dunkelgrau gesperbert. Die Weibchen ähneln den Männchen, sie sind lediglich etwas matter gefärbt.

Jungvögel sind auf der Körperoberseite dunkelbraun. Die Schwingen und die Schwanzfedern sind graubraun mit helleren bräunlichen Säumen. Die Kopfseiten sind braun mit weißlichen Schaftstrichen. Die Körperunterseite ist isabellweißlich, wobei die Vorderbrust und die Körperseiten etwas ins rostbraun übergehen.

Der Gesang des Braunbrust-Schilffink ist knarrend und zwitschernd.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungskarte
Feuchtgebiet im Kakadu-Nationalpark, einem der typischen Lebensräume des Braunbrust-Schilffinks

Das Verbreitungsgebiet des Braunbrust-Schilffinks reicht von Neu-Guinea bis zum Nordwesten und Osten Australiens. Dort reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Region bis nach Sydney. Auf Neukaledonien und den Neuen Hebriden ist diese Art eingebürgert.[1] Der Lebensraum des Braunbrust-Schilffinks sind im Nordwesten und in Nordaustralien die feuchten Niederungen in der Nähe von Flüssen und Lagunen. Er besiedelt außerdem ausgedehnte Sumpfgebiete, die mit Oryza sativa, einer wilden Reisart bewachsen sind. Charakteristisch für den Braunbrust-Schilffink sind jahreszeitliche Wanderungen. Mit dem Einsetzen der Regenzeit im Zeitraum Oktober bis November zieht er landeinwärts und mit einsetzender Trockenzeit wandert er wieder in die Küstennähe zurück. Der Braunbrust-Schilffink profitiert von der zunehmenden künstlichen Bewässerung und hat sich zu einem ausgesprochenen Kulturfolger entwickelt.

In Queensland hat sich das dort aus Asien eingeführte Muskatbronzemännchen zu einem starken Konkurrenten dieser Art entwickelt und teilweise den Braunbrust-Schilffink bereits verdrängt.[2]

Nahrung[Bearbeiten]

Die Nahrung des Braunbrust-Schilffinken besteht in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes aus dem Samen von Wildreis. Zunehmend spielen aber Gerste, Reis und die Samen anderer, als Viehfutter angebauten Kulturpflanzen wie Sudangras (Sorghum vulgare) und Elefantengras, eine Rolle. In Queensland hat er sich zu einem Charaktervogel der Zuckerrohrfelder entwickelt und im Norden von New South Wales wird sie häufig in Gerstenfeldern beobachtet. Tritt er in großen Scharen auf, kann er ein ausgesprochener Agrarschädling sein. Er verzehrt halbreife Reis- und Gerstenkörner und kann großen Schaden vor allem durch das Abknicken von Halmen anrichten.[2]

Während der Regenzeit frisst der Braunbrust-Schilffink außerdem Insekten. Vor allem fliegende Termiten spielen dabei eine große Rolle. Der Braunbrust-Schilffink sucht zum Fressen nur selten den Boden auf sondern landet nach Möglichkeit auf Gras- und Getreidehalmen kurz unterhalb der Ähre und klaubt dann mit gestrecktem Hals die Samen aus der Fruchtähre.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Außerhalb der Brutzeit tritt der Braunbrust-Schilffink in besonders großen Scharen auf, die eng zusammenhalten. Im Nordwesten und im Norden Australiens ist sie dabei sehr häufig mit der Gilbnonne vergesellschaftet. Braunbrust-Schilffinken sind jedoch während des gesamten Jahres eine gesellige Art und brüten häufig gemeinsam mit anderen Paaren in einem Gras- oder Schilfbestand, wobei der Abstand zwischen den einzelnen Nestern gelegentlich nur ein halber Meter beträgt. Nach der Brutzeit bilden die Jungvögel eigene Schwärme.[2]

Die Brutzeit fällt in weiten Teilen des Verbreitungsgebiet in die zweite Hälfte der Regenzeit. In Regionen mit ausgedehnten, künstlich bewässerten Agrarflächen kann sich wegen des länger bestehenden Angebots an halbreifen Samen die Fortpflanzungszeit bis weit in die Trockenzeit ausdehnen. In der Region Sydney finden sich ganzjährig mit Ausnahme der Monate Juni und Juli Nester.[3]

Braunbrust-Schilffinken sind Freibrüter, die ihr Nest im hohen Gras oder Schilf zwischen senkrechten Ständeln bauen. Als Nistmaterial verwenden sie Gräser, Pflanzenwolle und Pflanzenfasern. Gelegentlich verwenden sie bis zu 79 Zentimeter lange Grasblätter, die in der Nestwand eingebaut sind. Einige dieser Halme laufen rund um das Nest. Es werden zwischen zweihundert und dreihundert solcher Grashalme verbaut. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 13 Tage.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattungszuordnung innerhalb der Familie der Prachtfinken ist noch strittig. Einige Autoren ordnen diese Art der Prachtfinkengattung Nonnen zu, andere sehen sie aufgrund der Rachenmuster bei den Jungvögeln bei den Bronzemännchen (als Lonchura castaneothorax) richtig eingeordnet.

Haltung[Bearbeiten]

Braunbrust-Schilffinken gehören zu den schon sehr lange in Europa gehaltenen Ziervögeln. Die ersten Exemplare wurden 1860 im Londoner Zoo gezeigt. Bereits gegen Ende der 1870er Jahre zählten sie zu den häufigsten nach Deutschland eingeführten Vögeln und wurden bis zur australischen Ausfuhrsperre zu Beginn des Jahres 1960 regelmäßig und in großer Stückzahl importiert. Die in Europa gehaltenen Bestände sind mittlerweile relativ klein, obwohl die Art als einfach zu züchten gilt.[3]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Bielfeld: 300 Ziervögel kennen und pflegen. Ulmer Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8001-5737-2.
  • Jürgen Nicolai (Hrsg.), Joachim Steinbacher (Hrsg.), Renate van den Elzen, Gerhard Hofmann: Prachtfinken – Australien, Ozeanien, Südostasien. Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3249-4.
  • Peter Clement, Alan Harris, John Davis: Finches and Sparrows – An Identification Guide. Christopher Helm, London 1993, ISBN 0-7136-8017-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunbrust-Schilffink (Lonchura castaneothorax) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Nicolai et al., S. 231
  2. a b c Nicolai et al., S. 232
  3. a b Nicolai et al., S. 234