Breitbandlautsprecher

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Ein Hi-Fi-Lautsprecher mit Breitbandlautsprecherchassis

Breitbandlautsprecher sind Lautsprecher, die den gesamten hörbaren Frequenzbereich abdecken.

Im Gegensatz zu Mehrwegesystemen benötigen sie keine Frequenzweiche, teilweise sind aber Entzerrungsschaltungen wie Saugkreise zur Frequenzganglinearisierung notwendig. Im Gegensatz zu Mehrwegsystemen wird der Schall von nur einem Lautsprecher abgestrahlt, dadurch entfallen die bei Mehrwegesystemen durch unterschiedliche räumliche Anordnung der Einzelkomponenten entstehenden Verzerrungen, was sich in besserer Sprachverständlichkeit bemerkbar macht. Außerdem zeichnen sich Breitbandlautsprecher durch eine im Vergleich mit konventionellen Lautsprechersystemen wesentlich gesteigerte Räumlichkeit, Stimmtrennung und Abbildungsschärfe aus. Kommerziell werden sie daher oft in Kinos als zusätzliche Rear-Lautsprecher, als Nahfeldmonitore in Studios oder auch in Radio- und TV-Geräten eingesetzt.

Der Zielkonflikt in Entwicklung und Einsatz von Breitbandlautsprecherchassis besteht darin, dass zur Wiedergabe tiefer Frequenzen ausreichend Luftvolumen verdrängt werden muss, für die Wiedergabe hoher Frequenzen aber kleine Chassisgrößen aufgrund geringerer bewegter Massen und weniger starker Schallbündelung im Vorteil sind. Während also im Bereich professioneller Beschallung große Breitbandchassis überwiegen (klassisches Beispiel: Kinolautsprecher), kommen im Bereich der Hi-Fi-Anwendungen eher kleine bis mittelgroße Breitbandchassis zum Einsatz. Um eine Basswiedergabe zu gewährleisten, die gegenüber dem nicht selten wirkungsgradstarken Hoch- und Mitteltonbereich der kleinen Breitbänder nicht zu leise ist, bedient man sich oft Horn-Gehäusen, die eine höhere Verstärkung des Bassbereichs ermöglichen als Bassreflex- oder Transmissionline-Gehäuse.

Literatur[Bearbeiten]

  • Berndt Stark: Lautsprecher Handbuch. 7. Auflage, Richard Pflaum Verlag GmbH & Co.KG, München, 1999, ISBN 3-7905-0807-1