Bridge to Nowhere

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Dieser Artikel befasst sich mit der Brücke in Neuseeland. Das Album siehe Bridge to Nowhere (Album).

-39.270833333333174.97222222222Koordinaten: 39° 16′ 15″ S, 174° 58′ 20″ O

Karte: Neuseeland
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Bridge to Nowhere
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Neuseeland

Die Bridge to Nowhere (dt.: „Brücke nach Nirgendwo“) ist eine Betonbrücke, die den Mangapurua Stream, einen Seitenarm des Whanganui River im Whanganui-Nationalpark auf der Nordinsel von Neuseeland überspannt. Die Brücke war einst als Straßenbrücke angelegt, weshalb sie eine Betonfahrbahnbreite von etwa 3 Metern aufweist. Sie führt jedoch auf beiden Seiten ins „Nirgendwo“. Es gibt keine Straße mehr, die diese Brücke mitten im Urwald des Whanganui-Nationalparks nutzt.

Die Brücke nach Nirgendwo über den Mangapurua Stream ist völlig vom Urwald umgeben.
Die Brücke nach Nirgendwo

Die Brücke ist heute eine bekannte Touristenattraktion. Durch ihre abgelegene Lage ist sie allerdings noch vor Massentourismus geschützt. Für den Zugang zur Brücke gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens, per Boot (Jetboot oder Kanu/Kajak) den Whanganui stromaufwärts fahren bis zur Mangapurua Landing und von dort führt ein Wanderweg nach 40 bis 45 Minuten zur Brücke. Zweitens ist die Brücke auch über eine rund dreistündige Wanderung vom nächsten Straßenzugang her erreichbar.

Die Brücke über die tiefe Mangapurua Gorge (Maungapurua Schlucht) sollte den Zugang zu einem Landgebiet unterstützen, das die neuseeländische Regierung 1917 für neu angesiedelte Farmer, früheren Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt waren, angelegt hatte.

Mitte der 1930er Jahre wurde die Brücke gebaut, um den Farmern einen besseren Kontakt zur nächsten Stadt Taumarunui zu gewährleisten. Allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt ein Großteil der Farmer, die hier ehemaligen Urwald urbar gemacht hatten, bereits den Rückzug aus der Region angetreten. Mit der Einberufung vieler Farmer zum Zweiten Weltkrieg verlor die Region so viele Arbeitskräfte, dass die verbliebenen Familien Anfang der 1940er Jahre endgültig den ständigen Kampf gegen den Urwald aufgaben und in andere Regionen Neuseelands umzogen.

Wenige Jahre später war von den einstigen Farmen, Gerätschaften und Straßen nichts mehr übrig geblieben, die Natur hatte sich das Gebiet erfolgreich zurückerobert.

Auf einem Stein an der Brücke wird die Geschichte der Brücke geschildert. Der Text schließt mit dem Satz:

“The disappearing road line, old fence lines, stands of exotic trees, occasional brick chimneys, and this bridge serve as reminders of the ill fated settlement of the Mangapurua valley.”

„Die verschwindende Straßenführung, alte Zaunteile, Gruppen nicht heimischer Bäume, gelegentliche Ziegelschornsteine und diese Brücke dienen als Erinnerung an die gescheiterte Besiedlung des Maungapurua-Tales.“

Für Besucher bietet sich die Nutzung des Whanganui River als schnellster Zugang an. Ab Pipiriki gibt es Anbieter, die mit Jetbooten die rund 50 Kilometer in einer knappen halben Stunde zurücklegen. Alternativ kann man mit dem Kanu oder Kajak eine Bootstour auf dem Whanganui machen und von der Mangapurua Landing am Whanganui zu Fuß zur Brücke gehen (siehe auch Whanganui Journey). Für Ausflüge bietet sich die "Bridge to nowhere-Lodge" als Übernachtungsquartier an.

Literatur / Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Bridge to Nowhere (Whanganui National Park) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien