Bronzefruchttaube

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Bronzefruchttaube
Bronzefruchttaube

Bronzefruchttaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Große Fruchttauben (Ducula)
Art: Bronzefruchttaube
Wissenschaftlicher Name
Ducula aenea
(Linné, 1766)

Die Bronzefruchttaube (Ducula aenea), auch Glanzfruchttaube genannt, ist eine Art der Taubenvögel. Sie kommt in mehreren Unterarten in Südostasien vor.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Bronzefruchttaube ist eine verhältnismäßig große Fruchttaube. Sie erreicht eine Körperlänge zwischen 38 und 45 Zentimetern und wiegt zwischen 450 und 545 Gramm.[1][2] Sie entspricht damit etwa der Größe einer Ringeltaube, ist aber verglichen mit dieser kompakter gebaut. Der Kopf ist auffällig flach und langgestreckt. Der Geschlechtsdimorphismus ist nur gering ausgeprägt. Weibchen unterscheiden sich von den Männchen durch ein weniger stark schillerndes Gefieder.

Kopf, Hals und Körperunterseite der Bronzefruchttaube sind hellgrau bis hellgraurosa. Der Mantel sowie der Rücken und die Flügeldecken sind grün und schillern bronzefarben. Die Unterschwanzdecken sind dunkelbraun. Der Schnabel ist blaugrau und die Iris ist wie der nackte, unbefiederte Augenring rot.

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Bronzefruchttauben kommen in Indien, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, den Andamen, Nikobaren, Burma und auf verschiedenen indonesischen und philippinischen Inseln wie Java, Flores, Pantar, Alor, Sulu-Archipel, Palawan, Dumaran, Balabac, Sulawesi, Sula-Inseln, Enggano-Inseln und den Talaud-Inseln vor.[3] Die Bronzefruchttaube ist eine anpassungsfähige Taubenart, die unterschiedliche Waldtypen nutzt. Sie kommt auch an Waldrändern sowie in Mangrovensümpfen vor. Bevorzugter Lebensraum sind immergrüne Wälder in Tieflandregionen.

Verhalten[Bearbeiten]

Wie die meisten Fruchttauben ist auch die Bronzefruchttaube eine überwiegend baumbewohnende Art. Sie frisst verschiedene Früchte und Beere und verschluckt auch verhältnismäßig große Früchte wie wilde Feigen oder wilde Muskatnüsse. Das Nest ist nur sehr flüchtig gebaut und besteht aus wenigen Ästen und Zweigen. Die Balz der Bronzefruchttaube erinnert an die Balz der Ringeltaube. Das Männchen fliegt von einem Ast ab und schwingt sich zunächst mit kräftigen Flügelschlägen emport und gleitet dann wieder zum Ausgangspunkt zurück.[4] Das Gelege umfasst ein Ei. Die Brutdauer beträgt 18 Tage. Die Nestlinge verlassen in einem Alter von etwa 20 Tagen das Nest.

Haltung in menschlicher Obhut[Bearbeiten]

Die Bronzefruchttaube wurde bereits 1838 im Zoo von Amsterdam gezeigt. Die Erstzucht gelang 1901 im Zoo von London. Bronzefruchttauben werden verhältnismäßig häufig gehalten. Sie sind allerdings gegenüber anderen großen Taubenarten unverträglich. Eingewöhnte Tiere können verhältnismäßig alt werden. So wurde eine Bronzefruchttaube, die im Berliner Zoo gehalten wurde, 13 Jahre alt.[5]

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rösler, S. 295
  2. Burnie, S. 251
  3. Rösler, S. 294 und S. 295
  4. Münst, S. 200
  5. Rösler, S. 295

Literatur[Bearbeiten]

  • David Burnie (Hrsg): Vögel, München 2008, Dorling Kindersley, ISBN 978-3-8310-1272-5
  • Wolfgang Fischer: Fruchttauben der Gattung Ducula, Die Voliere, 22. Jahrgang, 1999, Heft 12, Seite 356ff
  • David Gibbs, Eustace Barnes und John Cox: Pigeons and Doves – A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001, ISBN 90-74345-26-3
  • Alois Münst und Josef Wolters: Tauben – Die Arten der Wildtauben, 2. erweiterte und überarbeitete Auflage, Verlag Karin Wolters, Bottrop 1999, ISBN 3-9801504-9-6
  • Franz Pfeffer: Bronzefruchttauben - beliebte Volierenvögel, Gefiederte Welt, 127. Jahrgang, 2003, Heft 2, Seite 52f
  • Gerhard Rösler: Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht. Verlag M. & H. Schaper, Alfeld-Hannover 1996, ISBN 3-7944-0184-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ducula aenea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ducula aenea in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 31. Oktober 2013