Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

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Logo des Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS)

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) ist der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung in Deutschland.[1] Das CEWS fungiert als Think Tank für dieses Politikfeld. Zu den vorrangigen Tätigkeiten gehören sowohl die Initiierung von Veränderungsprozessen als auch deren wissenschaftliche Begleitung. Hieraus sich ergebende erforderliche Austauschprozesse zwischen Wissenschaft und Politik werden vom CEWS aktiv mitgestaltet.[2] Das Wirkungsfeld ist international, insbesondere hinsichtlich Projektarbeit und Vernetzungen von gleichstellungspolitischen Best-Practice-Maßnahmen auf EU- Ebene. Organisatorisch ist das CEWS ein Bereich von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das CEWS wurde auf Initiative der Bundesregierung in Abstimmung mit der Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten am 29. September 2000 als Drittmittelprojekt der Universität Bonn gegründet. Das Forschungszentrum ist mit einer 100 %-Finanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf fünf Jahre angelegt. Zur Fortführung der erfolgreichen Arbeit beschloss die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) 2005, das CEWS ab 2006 in GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften zu integrieren.[4] Auch als Bereich der GESIS blieb die Aufgabenstellung unverändert.

Zielgruppen[Bearbeiten]

Neben politischen Gremien, die sich beraten lassen,[5] profitieren Wissenschaftsorganisationen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen von der CEWS-Expertise bezüglich der Analysen zu Ursachen der Marginalisierung von Wissenschaftlerinnen und der Formulierung daraus resultierender Handlungsempfehlungen.[6][7] Medien nutzen das umfassende Informationsangebot des CEWS kontinuierlich zur Unterfütterung der aktuellen Berichterstattung.[8][9]

Auf EU-Ebene führte das CEWS, als Vorbild für die Entwicklung nationaler Knotenpunkte, das Projekt „Vernetzung der einzelnen Wissenschaftlerinnen-Netzwerke in den Mitgliedstaaten zu einer Vernetzung in einer europäischen Plattform der European Platform of Women Scientists (EPWS)“ durch[1] und ist hier weiter federführend tätig.[10]

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung bietet vor allem aktuelle, statistikbasierte und nutzerinnenfreundliche Informationen, Vernetzungs- und Karriereförderungsleistungen sowie Datenbanken zur Literaturrecherche oder zur synoptischen Aufbereitung des wissenschaftsrelevanten Gleichstellungsrechts.[11]

Leistungsbereiche[Bearbeiten]

  • Sozialwissenschaftliche Forschung zum Themenfeld Gleichstellung in der Wissenschaft
  • Politikberatung
  • Wissenstransfer
  • Monitoring und Evaluation von Gleichstellungsmaßnahmen im Wissenschaftsbereich

Informationsangebote[Bearbeiten]

Die Angebote und Dienstleistungen des CEWS sind unbeschränkt und kostenfrei verfügbar.

  • Literaturdatenbank: Die Online Literaturdatenbank des CEWS ist eine bibliographische Datenbank zu allen relevanten Aspekten der Gleichstellung von Männern und Frauen in Wissenschaft und Forschung, zu Fördermaßnahmen und Mentoring, zur Lebens- und Arbeitssituation sowie zur Marginalisierung von Wissenschaftlerinnen, welche von renommierten Zeitschriften genutzt wird[12].
  • Gleichstellungsrecht: Die Datenbank zum Gleichstellungsrecht gibt einen Überblick über die gleichstellungsrelevanten Regelungen in den Hochschulgesetzen sowie über die wissenschaftsrelevanten Vorschriften zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf Bundes- und Länderebene.
  • Übersicht über Frauen- und Geschlechterprofessuren: Die aktuelle Informationssammlung gibt einen detaillierten Gesamtüberblick über alle Frauen und Geschlechter-Professuren an deutschen Hochschulen und macht sie online verfügbar.
  • FemConsult: Die Wissenschaftlerinnen Datenbank: FemConsult ist eine Online-Datenbank promovierter und habilitierter Wissenschaftlerinnen. Sie enthält aktuelle, wissenschaftliche Profile von mehreren tausend Expertinnen aller Fachdisziplinen aus dem deutschsprachigen Raum, die in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie in Industrie und Wirtschaft tätig sind.[13]
  • CEWS-Projektarbeit: Seit seinem Bestehen führt CEWS nationale wie europäische Projekte durch. Schwerpunkte der Projekte sind sozialwissenschaftliche Forschungen zu gleichstellungsrelevanten Themen, Evaluationen zu Gleichstellungsmaßnahmen, Konzeption und Durchführung von Veranstaltungen sowie Maßnahmen zur gezielten Unterstützung und Vernetzung von Wissenschaftlerinnen.[14]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ellen Krause: Einführung in die politikwissenschaftliche Geschlechterforschung. Leske und Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3541-6, S. 372.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dr. phil. Karin Zimmermann; Prof. Sigrid Metz-Göckel: Vision und Mission: Die Integration von Gender in den Mainstream europäischer Forschungspolitik, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 56 -57, ISBN 978-3-531-14954-7.
  2. u.a. Evaluation Gesundheitsforschung. Gutachten zur Evaluation der Chancengleichheit von Frauen und Männern im Gesundheitsforschungsprogramm der Bundesregierung, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 2011 [1].
  3. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Frauen im Wissenschaftssystem, 7. Januar 2011. Abgerufen am 17. Juni 2011.
  4. Webseite des CEWS Abgerufen am 16. Juni 2011.
  5. Wissenschaftsministerium fördert das Familienbewusstsein an Hochschulen Expertise des CEWS im Auftrag des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
  6. Instrumentenkasten zu den Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft, erstellt durch das CEWS.
  7. Zweijährliche Herausgabe eines Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten durch das CEWS [2].
  8. Lisa Becker: Der große Knick nach der Promotion, in: Frankfurter Allgemeine online, 26. April 2011. Abgerufen am 17. Juni 2011.
  9. Carsten Heckmann: Professorinnen - Wenn die biologische Uhr tickt, Spiegel Online, 14. November 2001.
  10. European Platform of Women Scientists (engl.)
  11. Webseite des CEWS Abgerufen am 16. Juni 2011.
  12. Andreas Sentker: Frauen in der Wissenschaft, Die Zeit, Nr. 08, 15. Februar 2007.
  13. Webseite von FemConsult Abgerufen am 16. Juni 2011.
  14. EU-Büro des BMBF: Geschlecht und Wissenschaft Abgerufen am 17. Juni 2011.