CLIST

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CLIST (Command List) ist eine Skriptsprache für Time-Sharing Option (TSO) auf IBM-Großrechnern.[1][2]

Historisch gesehen besitzt CLIST Bedeutung für das Time Sharing, wobei gleichzeitig mehrere Benutzer einen Rechner verwenden können. Diese Time-Sharing Option ließ sich mittels TSO-Befehlen in der Skriptsprache CLIST verwirklichen. CLIST gilt heute als veraltet und wird in der Praxis als Skriptsprache unter TSO vor allem durch REXX ersetzt. CLIST-Kenntnisse sind noch dann erforderlich, wenn alte CLIST-Prozeduren betreut werden müssen, wie zum Beispiel unter MVT auf einem Hercules-System, wo kein REXX zur Verfügung steht.

Oft wird auch eine Prozedur, die in CLIST codiert ist ("CLIST-Prozedur") kurz als CLIST bezeichnet. Eine CLIST-Prozedur wird zur Ausführungszeit in den Hauptspeicher geladen und dort interpretiert. In ihrer einfachsten Form besteht sie aus aneinandergereihten TSO-Befehlen, ähnlich wie eine MS-DOS-Batchdatei (*.bat).

Neben reinen TSO-Befehlen existieren Variablen, Abfragemöglichkeiten und bedingte Sprünge. Die Syntax ist unflexibel, Zugriffe auf den Inhalt von Quellvariablen sowie eingebaute Funktionen beginnen mit dem Substitutions-Zeichen '&' und müssen in Großbuchstaben codiert werden.

Für einen komfortablen Aufruf sollten CLIST-Prozeduren in einem in der SYSPROC-Konkatenierung vorhandenen Partitioned Dataset gespeichert sein, ansonsten müssen sie über das TSO-Kommando 'EXEC' mit dem vollen Dateinamen qualifiziert werden.


Ein Beispielprogramm:

PROC 0
WRITE HELLO WIKIPEDIA!

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Teuffel: Command Prozeduren. In: TSO Time-sharing-Option im Betriebssystem OS/390 MVS. Das ausführliche Lehr- und Handbuch für den erfolgreichen TSO-Benutzer. 5. Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München 1997, ISBN 3-486-24004-8, S. 293–374.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CLIST und seine Einsatzgebiete auf IBM-Mainframes (2006)
  2. IBM-Manual aus dem Jahr 2000