Chaos-Studie
Die CHAOS-Studie der Standish Group (in der ersten Version von 1994, später immer wieder aktualisiert) beschäftigt sich mit den Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren in IT-Projekten. Sie gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Langzeitstudien im Bereich Projektmanagement, seit 1994 wurden über 40.000 Einzelprojekte wissenschaftlich untersucht.
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[Bearbeiten] Inhalt
In der Studie wurden Projekte in möglichst vielen Unternehmen mit einem Management-Informationssystem untersucht. Die untersuchten Projekte wurden in drei Gruppen aufgeteilt:
- Typ 1 - Projekt erfolgreich abgeschlossen: Das Projekt wurde rechtzeitig, ohne Kostenüberschreitung und mit dem ursprünglich geforderten Funktionsumfang abgeschlossen.
- Typ 2 - Projekt teilweise erfolgreich: Das Projekt wurde abgeschlossen, es kam jedoch zu Kosten- und/oder Zeitüberschreitungen oder es wurde nicht der vollständige geplante Funktionsumfang erreicht.
- Typ 3 - Projekt nicht erfolgreich: Das Projekt wurde abgebrochen.
Für diese drei Typen ergibt sich eine Verteilung von
- Typ 1: 16,2%
- Typ 2: 52,7%
- Typ 3: 31,1%
Die Studie untersucht Ursachen für Erfolg und Misserfolg und stellt eine Korrelation von Erfolgswahrscheinlichkeit und Projektgröße fest.
Die festgestellten Haupterfolgsfaktoren sind:
- Einbindung der Endbenutzer
- Unterstützung durch das obere Management
- Klare Anforderungen
Die Hauptpunkte, die zum Scheitern der Projekte führen sind:
- fehlende Zuarbeit durch Benutzer
- unvollständige/unklare Anforderungen
- häufige Anforderungsänderungen
[Bearbeiten] Bewertung
Die Studie bestätigt das Paradigma der modernen Projektmanagementsysteme, dass alle Stakeholder in das Projekt eingebunden werden sollten.
[Bearbeiten] Mediale Rezeption
Die mediale Rezeption im Projektumfeld wird durch die Vielzahl von Zitierungen dieser Untersuchung belegt.[1][2][3]
[Bearbeiten] Kritik
Es gibt auf der einen Seite Kritik an der Studie, welche die hohe Zahlen für die Projektabbruchsrate und die durchschnittliche Kostenüberschreitung anzweifeln. [4] Auf der anderen Seite werden viele nach ursprünglicher Definition gescheiterten Projekte nachträglich "schön gelogen", so dass viele Projektmanager aus ihrer Erfahrung heraus die Zahlen durchaus für korrekt halten.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ IHK Nordrhein-Westfalen 9. Managementforum
- ↑ Risikomamagement in IT - Projekten von Markus Gaulke Seite 46
- ↑ SISE-Zürich/ETH Erfolgsfaktor Zertifizierung
- ↑ Das Märchen von den gescheiterten IT-Projekten