Chaos-Studie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die CHAOS-Studie der Standish Group (in der ersten Version von 1994, später immer wieder aktualisiert) beschäftigt sich mit den Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren in IT-Projekten. Sie gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Langzeitstudien im Bereich Projektmanagement, seit 1994 wurden über 40.000 Einzelprojekte wissenschaftlich untersucht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt

In der Studie wurden Projekte in möglichst vielen Unternehmen mit einem Management-Informationssystem untersucht. Die untersuchten Projekte wurden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Typ 1 - Projekt erfolgreich abgeschlossen: Das Projekt wurde rechtzeitig, ohne Kostenüberschreitung und mit dem ursprünglich geforderten Funktionsumfang abgeschlossen.
  • Typ 2 - Projekt teilweise erfolgreich: Das Projekt wurde abgeschlossen, es kam jedoch zu Kosten- und/oder Zeitüberschreitungen oder es wurde nicht der vollständige geplante Funktionsumfang erreicht.
  • Typ 3 - Projekt nicht erfolgreich: Das Projekt wurde abgebrochen.

Für diese drei Typen ergibt sich eine Verteilung von

  • Typ 1: 16,2%
  • Typ 2: 52,7%
  • Typ 3: 31,1%

Die Studie untersucht Ursachen für Erfolg und Misserfolg und stellt eine Korrelation von Erfolgswahrscheinlichkeit und Projektgröße fest.

Die festgestellten Haupterfolgsfaktoren sind:

  1. Einbindung der Endbenutzer
  2. Unterstützung durch das obere Management
  3. Klare Anforderungen

Die Hauptpunkte, die zum Scheitern der Projekte führen sind:

  1. fehlende Zuarbeit durch Benutzer
  2. unvollständige/unklare Anforderungen
  3. häufige Anforderungsänderungen

[Bearbeiten] Bewertung

Die Studie bestätigt das Paradigma der modernen Projektmanagementsysteme, dass alle Stakeholder in das Projekt eingebunden werden sollten.

[Bearbeiten] Mediale Rezeption

Die mediale Rezeption im Projektumfeld wird durch die Vielzahl von Zitierungen dieser Untersuchung belegt.[1][2][3]

[Bearbeiten] Kritik

Es gibt auf der einen Seite Kritik an der Studie, welche die hohe Zahlen für die Projektabbruchsrate und die durchschnittliche Kostenüberschreitung anzweifeln. [4] Auf der anderen Seite werden viele nach ursprünglicher Definition gescheiterten Projekte nachträglich "schön gelogen", so dass viele Projektmanager aus ihrer Erfahrung heraus die Zahlen durchaus für korrekt halten.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. IHK Nordrhein-Westfalen 9. Managementforum
  2. Risikomamagement in IT - Projekten von Markus Gaulke Seite 46
  3. SISE-Zürich/ETH Erfolgsfaktor Zertifizierung
  4. Das Märchen von den gescheiterten IT-Projekten

[Bearbeiten] Quellen

Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge