Checkliste (Luftfahrt)

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Pilot einer SH-60 beim Abarbeiten einer Checkliste

In der Luftfahrt werden Checklisten (juristisch: Klarliste)[1] verwendet, um die Flugsicherheit zu gewährleisten. Vor Flugmanövern wie Start oder Landung, aber auch bei Zwischenfällen, arbeitet der Pilot, der das Luftfahrzeug steuert die Checklisten ab, um sicherzustellen, dass alle Einstellungen korrekt sind und nichts vergessen wurde. Bei Luftfahrzeugen, die nicht nur von einem Piloten geführt werden (z.B. viele Verkehrsflugzeuge) liest der gerade nicht steuernde Pilot (PNF/pilot not flying/pilot monitoring) die Checkliste vor und der gerade steuernde Pilot (PF/pilot flying) arbeitet die Punkte ab. In Notlagen (oder allen nicht-Normalzuständen) übernimmt der PNF je nach aktueller Arbeitsbelastung des PF ggf. auch die Ausführung der Checklistenpunkte. Typische Fälle in denen Checklisten verwendet werden, sind beispielsweise Vorflugkontrolle und Startcheck.

Geübte Piloten kennen ihre Checklisten auswendig, dennoch werden die meisten Checklisten immer abgelesen und die Ausführung jedes Punktes kontrolliert. Damit soll verhindert werden, dass durch Routine, Stress oder Unachtsamkeit wichtige Punkte vergessen werden auch wenn die Piloten die Abläufe eigentlich "wie im Schlaf" beherrschen.

Es gibt einige Checklisten, die Piloten welche ein Flugzeug alleine steuern, auswendig kennen müssen. Dabei handelt es sich meist um kurze Checklisten welche in kritischen Phasen des Fluges abgearbeitet werden, eispielsweise die "Final Checklist" kurz vor dem Aufsetzen oder der "Climb Check" kurz nach dem Abheben. Ein Pilot der das Flugzeug alleine fliegt, hat in diesen Flugphasen keine Kapazität die Checkliste abzulesen, seine Aufmerksamkeit gilt dem Blick nach draußen und auf die Instrumente. Auf Checklisten werden die Abschnitte welche auswendig abgearbetiet werden meist mit einem Balken markiert.

Beim Crash des American Airlines Flug 1420 in Little Rock trug ein kleiner Fehler der Piloten maßgeblich zum Tod vieler Menschen bei, als sie durch einen Gewittersturm abgelenkt wurden und so die automatische Bremsvorrichtung nicht aktivierten.[2]

Checklisten werden meistens noch in Papierform benutzt, sind aber bei EFIS/Glascockpits auch elektronisch verfügbar.

Bei vielen Fluglinien werden Checklisten immer nur vollständig abgearbeitet: Wird die Abarbeitung (z.B. durch einen eingehenden Funkspruch der zunächst bearbeitet werden muss) unterbrochen, muss diese wieder von Anfang an durchgearbeitet werden um sicherzustellen dass keine Punkte übersehen werden.

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Es gibt Checklisten für den normalen Flugbetrieb, aber auch für Zwischenfälle. Letztere sollen verhindern, dass die Piloten bei der Reaktion auf den Zwischenfall etwas übersehen oder falsche Maßnahmen ergreifen. So gibt es eine Checkliste für Fahrwerksprobleme (Checkliste Abnormal Landing Gear Extension).[3] Die Checkliste für Triebwerksausfälle (Engine Failure Checklist)[4][5] soll unter anderem sicherstellen, dass nicht das falsche Triebwerk ausgeschaltet wird.

Es gibt auch ein sogenanntes QRH (Quick Reference Handbook), indem man alle wichtigen Checks für normale Proceduren, als auch für Zwischenfälle nachlesen kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. beispielsweise § 48 Betriebsordnung für Luftfahrtgerät (LuftBO)
  2. Flugunfalldaten und -bericht American Airlines Flug 1420 im Aviation Safety Network
  3.  Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Hrsg.): Bulletin. Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge. Juni 2010, S. 28 (online verfügbar (PDF), abgerufen am 27. Januar 2012).
  4. BOAC 712 air crash. In: pilotfriend.com. Abgerufen am 27. Januar 2012 (englisch).
  5.  Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Hrsg.): Bulletin. Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge. Februar 2010, S. 15 (online verfügbar (PDF), abgerufen am 27. Januar 2012).