Checkliste (Luftfahrt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Was ist eine Checkliste? Bitte Eingangsdefinition.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Pilot einer SH-60 beim Abarbeiten einer Checkliste

Eine Checkliste oder Klarliste[1] ist eine in der Luftfahrt verwendete, listenartige Handlungsanweisung, welche die zum Durchführen einer Maßnahme erforderlichen Kontrollen und Aktionen in korrekter Reihenfolge enthält. Die konsequente Anwendung von Checklisten kann die Flugsicherheit erhöhen. Vor Flugmanövern wie Start oder Landung, aber auch bei Zwischenfällen, arbeitet der Pilot Checklisten ab, um sicherzustellen, dass alle Einstellungen korrekt sind und nichts vergessen wurde. Bei Luftfahrzeugen, die nicht nur von einem Piloten geführt werden (z.B. viele Verkehrsflugzeuge) liest der gerade nicht steuernde Pilot (PNF/pilot not flying/pilot monitoring) die Checkliste vor und der gerade steuernde Pilot (PF/pilot flying) arbeitet die Punkte ab. In Notlagen (oder nicht-Normalzuständen) übernimmt der PNF je nach aktueller Arbeitsbelastung des PF ggf. die Ausführung der Checklistenpunkte. Typische Fälle in denen Checklisten verwendet werden, sind beispielsweise Vorflugkontrolle und Startcheck.

Piloten kennen häufig die Checklisten auswendig, dennoch werden die meisten Checklisten immer abgelesen und die Ausführung jedes Punktes kontrolliert. Damit soll verhindert werden, dass durch Routine, Stress oder Unachtsamkeit wichtige Punkte vergessen werden auch wenn die Piloten die Abläufe "wie im Schlaf" beherrschen.

Es gibt Checklisten, die Piloten auswendig kennen müssen. Dabei handelt es sich meist um kurze Checklisten welche in kritischen Phasen des Fluges abgearbeitet werden, beispielsweise die "Final Checklist" kurz vor dem Aufsetzen oder der "Climb Check" kurz nach dem Abheben. Ein Pilot der das Flugzeug alleine fliegt, hat in diesen Flugphasen keine Kapazität die Checkliste abzulesen, seine Aufmerksamkeit gilt dem Blick nach draußen und auf die Instrumente. Auf Checklisten werden die Abschnitte welche auswendig abgearbetiet werden meist mit einem Balken markiert.

Beim Crash des American Airlines Flug 1420 in Little Rock trug ein kleiner Fehler der Piloten maßgeblich zum Tod vieler Menschen bei, als sie durch einen Gewittersturm abgelenkt wurden und so u.A. die Störklappen nicht aktivierten.[2]

Checklisten sind häufig in Papierform, aber bei EFIS/Glascockpits auch elektronisch verfügbar.

Checklisten werden in der Regel nur vollständig abgearbeitet. Wird die Abarbeitung (z.B. durch einen eingehenden Funkspruch der zunächst bearbeitet werden muss) unterbrochen, muss diese wieder von Anfang an durchgearbeitet werden um sicherzustellen dass kein Punkt übersehen wird.

Es gibt Checklisten für den normalen Flugbetrieb und für Notverfahren. Letztere sollen verhindern, dass Piloten bei der Reaktion auf einen Zwischenfall etwas übersehen oder falsche Maßnahmen ergreifen. So gibt es beispielsweise eine Checkliste für Fahrwerksprobleme (Checkliste Abnormal Landing Gear Extension)[3] oder für Triebwerksausfälle (Engine Failure Checklist)[4][5], diese soll unter anderem sicherstellen, dass nicht das falsche Triebwerk ausgeschaltet wird.

Das sogenanntes QRH (Quick Reference Handbook) enthält alle wichtigen Checklisten für Normal- und Notverfahren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. beispielsweise § 48 Betriebsordnung für Luftfahrtgerät (LuftBO)
  2. Flugunfalldaten und -bericht American Airlines Flug 1420 im Aviation Safety Network
  3.  Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Hrsg.): Bulletin. Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge. Juni 2010, S. 28 (online verfügbar (PDF), abgerufen am 27. Januar 2012).
  4. BOAC 712 air crash. In: pilotfriend.com. Abgerufen am 27. Januar 2012 (englisch).
  5.  Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (Hrsg.): Bulletin. Unfälle und Störungen beim Betrieb ziviler Luftfahrzeuge. Februar 2010, S. 15 (online verfügbar (PDF), abgerufen am 27. Januar 2012).