Christian Flor

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Dieser Artikel beschreibt den deutschen Komponisten. Für den dänischen Politiker und Abgeordneten gleichen Names (1792–1875) siehe Christian Flor (Politiker)

Christian Flor (* 1626 in Neukirchen (Ostholstein); † 1697 ebenda) war ein deutscher Komponist und Organist.

Leben und Bedeutung[Bearbeiten]

Flor entstammte einer in Schleswig-Holstein verbreiteten Pastorenfamilie. Seine musikalische Ausbildung erhielt er vermutlich bei den Orgelmeistern in Hamburg oder Lübeck. Er war ab 1652 Organist an St. Marien in Rendsburg, heiratete 1653 die Tochter seines Vorgängers und wurde 1654 Organist an St. Lamberti in Lüneburg. Von 1676 bis zu seinem Tode war er (als Vorgänger von Georg Böhm) zugleich Organist an St. Johannis in Lüneburg. 1683 erwarb er das Lüneburger Bürgerrecht. Er trug wesentlich dazu bei, dass Lüneburg zu einem der wichtigsten norddeutschen Musikzentren der Zeit wurde. Sein Sohn Johann Georg wirkte 1698–1728 wie sein Vater als Organist an St. Lamberti in Lüneburg, sein Sohn Gottfried Philipp 1707–1723 als Organist an St. Michaelis in Lüneburg.

Flor komponierte 1667 ein Passionsoratorium, welches zu den ersten der Musikgeschichte zählt.

Nach anderen Quellen soll Johann Sebastian Bach, der Flor von seinem Aufenthalt als Schüler in Lüneburg persönlich gekannt haben muss, seine Kompositionen geschätzt haben.[1] Für seinen Ruf spricht auch, dass ihn sowohl Johann Gottfried Walther (1732) als auch Johann Mattheson in ihren Musiklexika anführen.

Werke[Bearbeiten]

  • Passionsoratorium, 1667
  • Es ist gnug, Herr, kleines geistliches Konzert, Verlag C. Hofius Ammerbuch, 2007
  • Machet die Tore weit, Kantate für Singstimmen (SATB), Streicher und b.c., Edition Baroque Bremen
  • Pastores currite in Bethlehem, Kantate für Singstimmen (SATB), Streicher und b.c., Edition Baroque Bremen
  • Es segne dich der Gott Israels, Kantate für Singstimmen (SATB), 2 Violinen und b.c., Edition Baroque Bremen
  • Cembalowerke (konnten erst 1997 Flor zugeordnet werden)
    • daraus: Wie schön leuchtet der Morgenstern (Online-Version; PDF; 76 KB)
    • Zehn Suiten für Clavier, hrsg. von Jörg Jacobi, Edition Baroque Bremen 2006, ISMN-M-700266-05-9
    • Dreizehn & Ein Choral, Edition Baroque Bremen
  • Neues Musikalisches Seelenparadis, in Sich begreiffend Die allerfuertreflichste Sprueche der H. Schrifft, Neuen Testaments, In Lehr- und Trostreichen Liedern, und Hertzens-Andachten (welche so wohl auf bekannte, und in den Evangelischen Kirchen gewoehliche, Als auch gantz neue, von dem fuertrefflichen Musico, Herren Christian Flor, der Kirchen zu S. Lambrecht, in Lueneburg wolbestelte Organisten, so kuenst als lieblich gesetzte Melodien, koennen gespilet und gesungen werden) / richtig erklaehret und abgefasset ... hervor gegeben von Johann Rist. - Lueneburg : Stern, 1662. - [46] Bl., 495 S., [8] Bl. : Noten
  • Das gläubige Senffkorn - 23 Lieder für Singstimme und Basso continuo nach Gedichten von Georg Heinrich Werbern, 1665 (Vokalwerke, Band VIII), Edition Baroque Bremen

Literatur[Bearbeiten]

  • Epstein, Peter: Ein unbekanntes Passionsoratorium von Christian Flor (1667). BachJb xxvii (1930), 56-99
  • Joachim Kremer, Friedrich Jekutsch, Arndt Schnoor (Hg.): Christian Flor (1626-1697) - Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800). Texte und Dokumente zur Musikgeschichte Lüneburgs, ISBN 3-932696-04-2, Hamburg 1997, Musik der frühen Neuzeit, 2, 15,50; (= Veröffentlichungen der Ratsbücherei Lüneburg, Band 6), (= Musik der frühen Neuzeit, Band 2), darin u.a.:
    • Friedrich Jekutsch: Ausstellungskatalog Christian Flor zur Ausstellung 1997 in Lüneburg
    • Joachim Kremer: Der ‘kunstbemühte Meister’: Christian Flor als Liedkomponist Johann Rists.
    • Joachim Kremer: „... tanzet, springet in die Wette ...“ - Über Christian Flors Vokalkompositionen
    • Arndt Schnoor: Christian Flor und das Lüneburger Musikleben seiner Zeit (mit Werkverzeichnis)
    • Arndt Schnoor: Christian Flors Werke für Tasteninstrumente
    • Arndt Schnorr: Zum Nachwirken Christian Flors
    • Hilde Szwerinski: Verzeichnis der erhaltenen und nachweisbaren Werke Christian Flors sowie der von ihm aufgezeichneten Kompositionen
  • Arndt Schnoor: Recently discovered cembalo works by Christian Flor, 1626-1697 [in German]. Musikforschung, 50, 1 (January-March 1997): 74-76.
  • Hilde Szwerinski: Artikel Flor, Christian. in: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck, Bd. 7, Neumünster 1985, S. 64–66
  • Stephen Rose: A Lübeck music auction, 1695. In:Schütz-Jahrbuch 30 (2008), 171–190

Diskografie[Bearbeiten]

  • NICOLAUS BRUHNS: Complete Organ Works (Kontrapunkt 32198) ... Christian Flor (1616-1697): Chorale Preludes ... Sven-Ingvart Mikkelsen at the Havgaard Rasmussen Organs in Eckernförde and Husum (D) [1]
  • G.A. Pandolfi Mealli: Violin Sonatas (1660) and Harpsichord Suites by Christian Flor with Andrew Manze (Violin) (CCS 5894)
  • Dansk Orgelmusik i 400 år 3-CD-CLASSCD528-30 - Ein feste Burg ist unser Gott & Suite i D, Mikkelsen [2]
  • Organ Landscape: Holstein-Lübeck ... Christian Flor ... Wolfgang Baumgratz (organ) MDG- 319 0962(CD)
  • Musicalische Frühlings-Früchte: Anonymus, Dietrich Becker, Christian Flor (Cembalosuiten, ‘Hochzeitlicher Freuden-Klang’) - Musica Poetica, Jörn Boysen (Challenge Classics) [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe http://www.ra-flor.de/Sporturteile/Adresse/400_Jahre/body_400_jahre.html

Weblinks[Bearbeiten]