Cormura brevirostris

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Cormura brevirostris
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae)
Tribus: Diclidurini
Gattung: Cormura
Art: Cormura brevirostris
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Cormura
Peters, 1867
Wissenschaftlicher Name der Art
Cormura brevirostris
(Wagner, 1843)

Cormura brevirostris ist eine Fledermausart aus der Familie der Glattnasen-Freischwänze (Emballonuridae), welche in Zentralamerika beheimatet ist. Sie ist die einzige Art ihrer Gattung.

Der Gattungsnamen Cormura leitet sich vom griechischen kormos („Stumpf“) und oura („Schwanz“) ab. Der lateinische Artnamen brevirostris setzt sich aus den Teilen brevis („kurz“) und rostrum („Gesicht“) zusammen.

Verbreitungsgebiet von Cormura brevirostris

Beschreibung[Bearbeiten]

Cormura brevirostris ist eine kleine Fledermaus mit einer Kopf-Rumpf-Länge von durchschnittlich 69,1 mm bei Weibchen und 66,3 mm bei Männchen, sowie einem Gewicht von 7–11 g. Das weiche, dichte Fell ist von einem tiefen Schwarzbraun, oft mit einem Rotstich. Sie ist die einzige Fledermausart der Glattnasen-Freischwänze, deren sackähnliche Struktur der Männchen in der Mitte der Flughaut zwischen Ober- und Unterarm sitzt, während sich die Flügeltaschen anderer Glattnasen-Freischwänze näher am Körper befinden. Bei Weibchen sind die Flügeltaschen nur rudimentär vorhanden. Das freie Ende des Schwanzes ist nur 1–3 mm lang.

Lebensweise[Bearbeiten]

Cormura brevirostris ist wie die meisten Fledermäuse nachtaktiv. Sie jagt im dichten Wald an offenen Stellen unter den Baumkronen sowie auf Lichtungen nach Insekten. Die Echoortungsrufe bestehen aus drei Einzeltönen, wobei der erste Ton eine durchschnittliche Frequenz von 25,4 kHz aufweist und die nachfolgenden beiden Töne jeweils 2–3 kHz höher liegen. Die Dauer der einzelnen Töne liegt jeweils bei 5–10 ms. Tagsüber hängen Gruppen von 2–5 Tieren in Baumlöchern und unter umgefallenen Bäumen, sowie an Brücken. Dabei bilden die Tiere eine dichte Traube, in der der Bauch eines Individuums den Rücken des nächsten berührt. Dabei bestehen die Gruppen meistens aus mehreren Männchen, aber nie aus mehreren Weibchen. An denselben Hangplätzen findet man manchmal auch Kolonien der Großen Sackflügelfledermaus. In Panama wurden trächtige Weibchen im April und Mai gefangen, jedoch nicht mehr ab Juni. Im Gegensatz dazu wurde in Französisch-Guayana trächtige Weibchen im August und September beobachtet, weswegen man davon ausgeht, dass sich die Paarungszeiten regional unterscheiden. Tragezeit und Wurfgröße sind unbekannt.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Cormura brevirostris ist in Zentralamerika von Nicaragua bzw. in den Süden Panamas, sowie in Südamerika im Amazonasbecken verbreitet. Ihr Bestand wird von der IUCN dank der weiten Verbreitung als ungefährdet eingestuft [1].

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • E. Bernard (2003): Cormura brevirostris, Mammalian Species 737: S. 1–3

Quellen[Bearbeiten]

  1. Cormura brevirostris in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN