Delicatessen

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Filmdaten
Originaltitel: Delicatessen
Produktionsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 1991
Länge: 95 Minuten
Originalsprache: Französisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Marc Caro
Drehbuch: Gilles Adrien
Jean-Pierre Jeunet
Marc Caro
Produktion: Claudie Ossard
Musik: Carlos D'Alessio
Kamera: Darius Khondji
Schnitt: Hervé Schneid
Besetzung

Delicatessen ist ein französischer Spielfilm von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro aus dem Jahr 1991. Der Film ist das Spielfilmdebüt der beiden Regisseure und weist bereits zahlreiche Stilelemente und Motive von Jeunets und Caros späteren Erfolgsfilmen Die Stadt der verlorenen Kinder und Die fabelhafte Welt der Amélie auf.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Die skurrile Handlung ist in einer Stadtruine an einem nicht näher bestimmten Ort zu einer unbestimmten Zeit nach einer globalen Katastrophe (Atomkrieg, Meteoreinschlag oder ähnliche Desaster) angesiedelt. Es gibt nur noch wenig Fleisch und andere Lebensmittel. Hier hat sich ein Fleischer (dargestellt von Jean-Claude Dreyfus) mörderischen Wohlstand erarbeitet: Regelmäßig stellt er neue Hausmeister ein, um sie nach wenigen Tagen zu schlachten und an die hungernden Hausbewohner – gegen Mais, die offizielle Geldwährung – zu verkaufen. Als neues Opfer ist Louison (Dominique Pinon) auserkoren, ein ehemaliger Clown, der zwar wenig Fleisch auf den Rippen hat, sich mit handwerklichem Geschick aber recht gut einlebt. Als Julie, die Tochter des Fleischers, sich jedoch in Louison verliebt, beginnt die ganze Sache aus dem Ruder zu laufen.

Die groteske Rahmenhandlung (Kannibalismus) und Kulisse bietet allerlei Platz für verschrobene und komische Charaktere, von denen jeder auf seine Weise, ohne es zu wollen, in den Handlungsstrang eingreift. Da wäre etwa eine lebensmüde Bürgerliche, die von Tag zu Tag aufs Neue kreativ, aber vergeblich versucht, ihrem Leben ein Ende zu bereiten, da sie seltsame Stimmen hört – die ihr, wie sich später herausstellt, über ein Wasserrohr von einem übelwollenden Mitbewohner zugeflüstert wurden. Oder aber ein alter Frosch- und Schneckenliebhaber, der es sich in einem feuchten Verlies mit seinen kleinen Freunden gemütlich gemacht hat. Ein Briefträger, der die Tochter des Fleischers begehrt. Eine Großmutter, die endlos an einem Pullover strickt, der gleichzeitig am anderen Ende wieder auf die Wollspindel aufgewickelt wird. Eine Gruppe tollpatschiger Untergrundrebellen, die Troglodisten, die wegen der Dunkelheit in der Kanalisation wie Minenarbeiter mit Kopflampen umherlaufen.

[Bearbeiten] Preise

Delicatessen wurde mit vier Césars für Drehbuch, Schnitt und Ausstattung sowie für den besten Erstlingsfilm ausgezeichnet.

[Bearbeiten] Kritik

„ Die makabre Ausgangsidee beschreibt eine marode Welt, in der alle zivilisatorischen Werte hintangestellt sind, und fächert sich in zahlreiche Episoden voller ausufernder Einfälle zwischen Surrealismus, Slapstick und Comic Strip auf; faszinierend und sehenswert ist der Film vor allem dann, wenn sich die Fabel zugunsten von Bewegungen, Tönen, Farben und Ideen in einem eigenwilligen Erzählrhythmus auflöst. “

Lexikon des Internationalen Films

[Bearbeiten] Weblinks

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