Demokratische Bildung

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Demokratische Bildung (englisch: Democratic Education) ist eine weltweite Bewegung mit dem Ziel, Schülern größere Entscheidungsfreiheit über die Organisation ihrer Schule und über ihr Lernen zu ermöglichen. Zurzeit gibt es keine allgemein anerkannte Definition des Begriffes, jedoch haben sich bei der IDEC[1] (International Democratic Education Conference, Internationale Konferenz für Demokratische Bildung) 2005 die Teilnehmer auf folgende Aussage geeinigt:

„Wir sind der Meinung, dass jungen Menschen innerhalb eines jeden Bildungskontextes folgende Rechte zustehen:

  • individuelle Entscheidungsfreiheit, wie, wann, was, wo und mit wem sie lernen
  • Gleichberechtigung in der Entscheidungsfindung darüber, wie ihre Schulen organisiert sind, und ob und welche Regeln und Sanktionen notwendig sind.“

Das International Democratic Education Network,[2] das Internationale Netzwerk für Demokratische Bildung, steht jeder Schule offen, die folgende Ideale pflegt:

  • Respekt und Vertrauen für Kinder
  • gleicher Status von Kindern und Erwachsenen
  • geteilte Verantwortung
  • Freiheit der Schüler bei der Auswahl ihrer Beschäftigung
  • gemeinsame demokratische Leitung der Schule von Kindern und Erwachsenen, ohne Berufung auf sogenannte übergeordnete Richtlinien oder Systeme

Die European Democratic Education Community,[3] die Europäische Gemeinschaft für Demokratische Bildung, formuliert eine noch kürzere Beschreibung:

„Es gibt zwei Säulen demokratischer Bildung:

  1. selbstbestimmtes Lernen
  2. eine Lernumgebung, die auf Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt basiert.“

Verwaltung – Die Schulversammlung[Bearbeiten]

An den meisten demokratischen Schulen gibt es wöchentliche Treffen, die allen Kindern und Erwachsenen offenstehen. Hier wird über alle Angelegenheiten der Schule, von der Einstellung neuer Mitarbeiter über die Einführung oder Abschaffung von Regeln oder den Finanzhaushalt bis hin zum Ablauf eines Schultages entschieden. Alle, unabhängig vom Alter, haben gleiches Stimmrecht.

Manche demokratischen Schulen, wie zum Beispiel die SchülerInnenschule in Wien,[4] beziehen dort auch die Eltern mit ein.

Lehrplan[Bearbeiten]

Die meisten demokratischen Schulen bieten freiwillige Kurse an, und viele, wie etwa Summerhill an der Ostküste Englands[5] und die Kapriole in Freiburg, Deutschland,[6], helfen ihren Schülern, sich auf landesweit anerkannte Abschlüsse vorzubereiten, sodass ihnen der Weg zu Lehre oder Studium offensteht. Sudbury-Schulen haben überhaupt keinen Lehrplan. Ein zeitlich festgelegter Lehrplan würde einem Grundprinzip demokratischer Bildung, dem selbstbestimmten Lernen, widersprechen. Befürworter des Modells argumentieren, dass der Zwang, bestimmte Dinge lernen zu müssen, die natürliche Neugier der Kinder, die Begeisterung, Neues zu lernen, zerstört.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IDEC
  2. IDEN
  3. EUDEC
  4. SchülerInnenschule
  5. Summerhill
  6. Kapriole