Der schwarze Abt

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Filmdaten
Deutscher Titel Der schwarze Abt
Originaltitel Der schwarze Abt/
Le crapaud masque
Der schwarze Abt Logo 001.svg
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1963
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Franz Josef Gottlieb
Drehbuch Johannes Kai
Franz Josef Gottlieb
Produktion Horst Wendlandt
Musik Martin Böttcher
Kamera Richard Angst
Schnitt Hermann Haller
Besetzung

Der schwarze Abt ist ein deutscher Kriminalfilm und der 15. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Regie führte Franz Josef Gottlieb. Die Hauptrollen sind mit Joachim Fuchsberger, Grit Boettcher, Dieter Borsche und Charles Regnier besetzt.

Handlung[Bearbeiten]

Nachdem in den Ruinen der Abtei von Fossaway ein gewisser Mr. Smooth, der Besitzer eines nahegelegenen Jagdhauses, ermordet worden ist, nehmen Inspektor Puddler von Scotland Yard und sein Assistent Horatio die Ermittlungen auf.

Sie beziehen im nahegelegenen Schloss des undurchsichtigen Lord Chelford Quartier. Dessen Behauptung, dass es sich bei dem Mörder um ein altes Gespenst, den sogenannten „Schwarzen Abt“, handele, teilen die Beamten allerdings nicht. Vielmehr vermuten sie das Interesse an einem sagenumwobenen Goldschatz, den man in der Abtei vermutet, als Motiv für den Mord.

Der Rechtsanwalt Arthur Gine hat Geldsorgen, da er große Summen bei Pferdewetten verloren hat. Er arrangiert deshalb die Verlobung seiner Schwester Leslie mit Lord Chelford. Diese fühlt sich jedoch mehr zu Lord Chelfords Cousin Dick Alford hingezogen, der die Geschäfte des Lords führt. Auch Gines Bürovorsteher Fabian Gilder ist hinter Leslie her. Als Buchmacher hat er Arthur Gine viel Geld abgenommen und besitzt von Gine gefälschte Wechsel, mit denen er diesen erpresst. Gilder tut sich mit Mary Wenner zusammen, die als Sekretärin im Schloss beschäftigt war, und behauptet zu wissen, wo der Schatz liege.

Als die drei einen geheimen Zugang zur Abtei entdecken, werden sie vom „Schwarzen Abt“ beobachtet. Sowohl Mary Wenner, Arthur Gine und Fabian Gilder als auch der Abt selbst, der sich als verkleideter Diener von Lord Chelford entpuppt, werden erschossen. Als Leslie Gine sich daraufhin entschließt, die Verlobung mit Lord Chelford zu lösen, wird sie von diesem in die unterirdischen Gänge der Abtei verschleppt. Bei einem Schusswechsel bricht ein Teil des unterirdischen Ganges ein, wobei Lord Chelford verschüttet und der Schatz letztlich doch noch entdeckt wird.

Produktionsnotizen und Hintergrund[Bearbeiten]

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Edgar Wallace (Originaltitel: The Black Abbot) wurde von der deutschen Rialto Film unter finanzieller Beteiligung der französischen Les Films Jacques Leitienne produziert. Es war das dritte Mal, dass sich eine französische Filmfirma an den Produktionskosten eines Wallace-Krimis mit der Rialto Film beteiligte. Das Drehbuch wurde von Hans Wiedmann bereits im Sommer 1962 unter seinem Pseudonym Johannes Kai verfasst. Gottlieb hatte im Winter 1962/1963 bereits den von der CCC-Film produzierten Edgar-Wallace-Film Der Fluch der gelben Schlange inszeniert. Neben einigen in der Wallace-Serie bereits etablierten Darstellern spielten erstmals Grit Boettcher, Friedrich Schoenfelder und Kurd Pieritz in einem Film der Reihe. Dieter Borsche und Charles Regnier wirkten zum zweiten und letzten Mal in einem Edgar-Wallace-Film mit.

Schloss Herdringen

Der Film wurde vom 17. April bis 28. Mai 1963 gedreht. Die Innenaufnahmen entstanden in den Studios der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau. Die Außenaufnahmen fanden im Schloss Herdringen im Sauerland sowie in West-Berlin statt. Als erster deutschsprachiger Edgar-Wallace-Film enthält dieser Film keine London-Aufnahmen. Nach einigen Kürzungen gab die FSK den Film ab 12 Jahren frei. Der zweite Edgar-Wallace-Film in Ultrascope wurde am 5. Juli 1963 im Universum (Kino) in München uraufgeführt. Im Fernsehen wurde der Film in einer noch kürzeren Fassung im falschen Format und zeitweise zum Teil sogar seitenverkehrt ausgestrahlt. Der im Original farbige Vorspann wurde durch einen Schwarzweiß-Vorspann ersetzt. Inzwischen wurde der Film in der ungekürzten Originalfassung veröffentlicht, die ab 12 Jahren freigegeben ist.

Kritik[Bearbeiten]

„Dieser 13. Edgar-Wallace-Film [der Rialto Film] führt die Tradition seiner Vorgänger weiter. Regisseur F. J. Gottlieb gestaltete den ‚schwarzen Abt‘ recht spannend und die Darsteller halfen ihm nach besten Kräften dabei.“

Nürnberger Zeitung, 20. Juli 1963

„Ein gewisser Herr Gottlieb hat den Film inszeniert; die Gags und Tricks stammen aus dem Panoptikum eines angelsächsischen Kriminalmuseums.“

Allgemeine Zeitung (Mainz), 12. Juli 1963

„Skurriler Gespensterkrimi.“

Der Spiegel, 6/1986

„‚Der schwarze Abt‘ war die 13. Wallace-Verfilmung [der Rialto Film]. Ein schlechtes Omen? No, Sir! Sie wurde eine der werkgetreuesten. Amüsant ist vor allem die Gentleman-Art von Charles Regnier.“

TV Spielfilm

„Gruftiger Grusel für Wallace-Fans.“

TV Movie

„Serienprodukt, das selbst ausgesprochene Genrefreunde enttäuscht.“

Lexikon des Internationalen Films

„‚Der schwarze Abt‘ ist einer der bekanntesten und unheimlichsten Edgar Wallace-Filme, der mit schönen, nebelverhangenen Bildern aufwartet und eine wohlig-gruselige Stimmung aufkommen lässt.“

Moviesection.de [1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edgar Wallace: Der schwarze Abt / Die seltsame Gräfin / Die toten Augen von London. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007, ISBN 978-3-442-55504-8.
  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005 (3. Auflage), ISBN 3-89602-645-3.
  • Florian Pauer: Die Edgar-Wallace-Filme. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10216-2 (Goldmann 10216, Goldmann Magnum, Citadel-Filmbücher).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik von Stefanie Rufle bei moviesection.de