Die Wendeltreppe

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Wendeltreppe
Originaltitel The Spiral Staircase
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1945
Länge 83 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Robert Siodmak
Drehbuch Mel Dinelli
Produktion Dore Schary
Musik Roy Webb
Kamera Nicholas Musuraca
Schnitt Harry W. Gerstad
Harry Marker
Besetzung
Synchronisation

Die Wendeltreppe (The Spiral Staircase) ist ein US-amerikanischer Thriller von Robert Siodmak aus dem Jahr 1945 mit Dorothy McGuire in der Hauptrolle. Er basiert auf dem Roman Helen oder Die Wendeltreppe (Some Must Watch, auch: The Spiral Staircase) von Ethel Lina White, in dem die Heldin allerdings verkrüppelt und nicht stumm ist.

Handlung[Bearbeiten]

Neuengland, 1906: In einem kleinen Ort geht ein Serienmörder um, dessen Opfer stets behinderte junge Frauen sind. Helen, ein stummes Mädchen, arbeitet für die wohlhabende und bettlägerige Mrs. Warren. Im Haushalt befinden sich zudem die beiden Söhne von Mrs. Warren, Professor Albert Warren und sein Bruder Steve, ihre Sekretärin Blanche, eine Krankenschwester und das Haushälterehepaar, wobei die Haushälterin eine Vorliebe für Brandy besitzt. Mrs. Warren wittert Gefahr und drängt Helen, das Haus zu verlassen. Dr. Parry, der den Grund für Helens Sprachverlust kennt – als Kind wurde sie Zeuge, wie ihre Eltern verbrannten –, rät ihr ebenfalls zu diesem Schritt und hofft, in Boston Heilung für sie zu finden. Nach und nach leert sich das Haus, in dem nur Mrs. Warren und ihre Söhne, Helen und Blanche und die Haushälterin zurückbleiben, die sich einen Rausch antrinkt und einschläft.

Während draußen ein Gewitter tobt, wird Blanche im Keller, am Ende der titelgebenden Wendeltreppe, ermordet. Helen sperrt Steve ein, den sie für den Mörder hält. Plötzlich steht Helen dem Professor allein gegenüber, der sich als der wahre Täter offenbart. Er möchte die Welt von allem Schwachen befreien, um sich und seinem verstorbenen Vater seine eigene Stärke zu beweisen. Es kommt zum Kampf, bis Mrs. Warren oben an der Treppe mit einem Revolver erscheint und ihren Sohn erschießt. Anschließend erleidet Mrs. Warren einen Schwächeanfall. Helen geht zum Telefon, wo sie ihre Stimme wiedergewinnt und Dr. Parry um Hilfe ruft.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Wendeltreppe wurde im Dezember 1945 in den USA uraufgeführt[1][2] und startete am 5. Januar 1948 in Deutschland.[3]

Ethel Lina Whites Romanvorlage, erstmals 1933 als Some Must Watch veröffentlicht, wurde nach Erscheinen des Films unter dem Filmtitel The Spiral Staircase aufgelegt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Für diesen Film existieren zwei verschiedene deutsche Synchronbearbeitungen. Die erste entstand 1948 in den Ateliers des Film-Studios Tempelhof in Berlin-Tempelhof. Für Synchronbuch und -regie zeichnete Johannes Lüdke verantwortlich. Die zweite Fassung fertigte die Berliner Synchron GmbH, ebenfalls in Berlin ansässig, 1964 an. Das Dialogbuch verfasste Fritz A. Koeniger, Synchronregie führte Klaus von Wahl.[4] Diese Neufassung wird seither gezeigt.

Rolle Darsteller Synchronsprecher (Fassung 1948) Synchronsprecher (Fassung 1964)
Helen Dorothy McGuire Charlotte Radspieler Liane Croon
Professor Warren George Brent Harry Giese Klaus Miedel
Mrs. Warren Ethel Barrymore Magda Wengiel Lu Säuberlich
Doktor Parry Kent Smith Lothar Blumhagen
Haushälterin Mrs. Oates Elsa Lanchester Sigrid Hackenberg
Blanche, Sekretärin Rhonda Fleming Bettina Schön
Steve Gordon Oliver Eckart Dux
Constable James Bell Friedrich W. Bauschulte
Mr. Oates Rhys Williams Alexander Welbat
Schwester Barker Sara Allgood Ursula Krieg

Kritiken[Bearbeiten]

„Meisterhafter Psychothriller, auch schauspielerisch sehr intensiv.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Die Stumme – Dorothy McGuire stellt sie hinreißend dar – lernt vor Angst und Pein wieder sprechen und führt sogar ein Telephongespräch. Damit reiht sich der Film in die lange Kette der psychotherapeutischen Gewaltkuren, die seit dem ‚Letzten Schleier‘ in letzter Zeit zu sehen waren. […] Aber auf den Schluß zu häufen sich die Schrecken allzusehr. Wer auszog, das Gruseln zu lernen, kommt womöglich lachend nach Hause.“

Der Spiegel[5]

„Äußerst effektvoller Gruselkrimi, hart an der Grenze des Erträglichen. (Für Erwachsene, mit Vorbehalten.)“

6000 Filme[6]

„Der schon zum Klassiker gewordene Thriller [...] um den versuchten Mord an einem stummen Mädchen in einem herrschaftlichen Landhaus. Empfehlenswert nicht nur für erwachsene Freunde des gekonnten Kriminalfilms – in ihm steckt mehr.“

Evangelischer Filmbeobachter[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für ihre darstellerische Leistung wurde Ethel Barrymore für einen Oscar für die Beste Nebendarstellerin nominiert.

Nachwirkung[Bearbeiten]

Ethel Lina Whites Roman wurde mehrfach neu verfilmt, darunter 1975 mit Jacqueline Bisset (deutsch Das Geheimnis der Wendeltreppe) und 2000 als Fernsehfilm mit Nicollette Sheridan in den Hauptrollen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ethel Lina White: Some Must Watch. Popular Library, New York 1933 (EA)
  • Ethel Lina White: Helen oder Die Wendeltreppe. Deutsch von Marta Jacober. Diogenes, Zürich 1988, 298 S., ISBN 3-257-21640-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Wendeltreppe in der Internet Movie Database.
  2. Robert Siodmak, Hans C. Blumenberg (Hrsg.): Zwischen Berlin und Hollywood. Erinnerungen eines großen Filmregisseurs. Herbig, München 1980, ISBN 3-8004-0892-9, S. 271.
  3. a b Die Wendeltreppe im Lexikon des Internationalen Films.
  4. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 395.
  5. Rezension in Der Spiegel Nr. 2/1948 vom 10. Januar 1948, abgerufen am 19. März 2013.
  6. 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 482.
  7. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 461/1964