Domenico Morosini

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Domenico Morosini († um 1156) war der 37. Doge von Venedig. Er regierte von 1148 bis 1156.

Während seiner Regierungszeit wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Normannen durch Siege der venezianischen Flotte unter den beiden Dogensöhnen Naimero und Giovanni Polani beendet. In einem Friedensschluss zwischen der Republik und Wilhelm I. von Sizilien wurde Venedigs Vorherrschaft in der Adria gesichert.
Durch Morosinis kluge Diplomatie kam es zu Abkommen sowohl mit Konstantinopel als auch mit den Seemächten des westlichen Mittelmeers, Pisa und Genua, durch die sich der venezianische Handel im Mittelmeerraum ungestört entfalten konnte.
Auch innenpolitisch gelang es Morosini, die Spannungen, die sich unter seinem despotischen, zur Willkürherrschaft neigenden Vorgänger Pietro Polani zwischen den Polani, den Dandolo und den Badoer aufgebaut hatten, zu entschärfen und das aufgeheizte Klima zwischen den Parteien durch seine klugen Entscheidungen zu beruhigen.

Familie[Bearbeiten]

Die Morosini sind sei dem 10. Jahrhundert in Venedig nachgewiesen, sie gehören also zu den case vecchie. Aus der Familie sind neben mehreren Generälen und Admirälen zwei Kardinäle, ein Patriarch und insgesamt vier Dogen hervorgegangen:

Nach Domenico die Dogen Marino Morosini (1249–1253) und Michele Morosini, der nur vier Monate nach seiner Wahl im Jahre 1382 an der Pest starb sowie der berühmte, von Venedig wegen seiner militärischen Verdienste mit dem Ehrentitel Il Peloponnesiacus ausgezeichnete Francesco Morosini (1688–1694).

Grabmal[Bearbeiten]

Das Grabmal Morosinis befand sich in Santa Croce und wurde zusammen mit der Kirche und dem Kloster während der napoleonischen Herrschaft zerstört.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983.
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen. Düsseldorf 2001.
Vorgänger Amt Nachfolger
Pietro Polani Doge von Venedig
1148–1156
Vitale Michiel II.