Eisenbahnmuseum Zubrnice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Eisenbahnmuseums in Zubrnice

Das Eisenbahnmuseum Zubrnice ist ein Eisenbahnmuseum in Zubrnice im Böhmischen Mittelgebirge in Tschechien. Auf dem Gelände des einstigen Bahnhofes Saubernitz-Tünscht der Lokalbahn Großpriesen–Wernstadt–Auscha werden historische Lokalbahnfahrzeuge, Sicherungstechnik und eine umfangreiche Draisinensammlung gezeigt.

Geschichte[Bearbeiten]

ein Triebwagen und mehrere Güterwagen vor dem Bahnhofsgebäude in Zubrnice (2005)

Seinen Ursprung hat das Museum in der Idee, einen touristischen Zubringerverkehr zum seinerzeit im Aufbau befindlichen Museum der Volksarchitektur des Böhmischen Mittelgebirges zu schaffen. Dafür wurde 1988 der Abschnitt Velké Březno–Zubrnice der 1978 stillgelegten Lokalbahn Großpriesen–Wernstadt–Auscha zur Museumsbahn erklärt. 1993 wurden einzelne Sonderfahrten mit der Lokomotive 423.009 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung durchgeführt. Die Aufnahme eines regelmäßigen Museumszugverkehrs erfolgte jedoch bis heute nicht.

Erst 1996 entstand auf dem Gelände des Bahnhofes in Zubrnice das heutige Eisenbahnmuseum, welches mit einer beachtlichen Draisinensammlung auf dem Bahnhofsgelände in die Praxis umgesetzt wurde.

Zug der Museumsbahn in Zubrnice (2011)

Seit Oktober 2010 fungiert der Abschnitt von Velké Březno nach Zubrnice der ehemaligen Lokalbahn Großpriesen–Wernstadt–Auscha als Zubringer für das Museum. Dafür werden dem Besucher aus dem Elbtal bis Zubrnice die anspruchsvolle Trasse mit 40 ‰ Steigung angeboten. Der Betreiber des Museums besitzt eine ansehnliche Zahl von betriebsfähigen „Hurvinek“-Triebwagen, mit denen er in der letzten Zeit auch mehrere Sonderfahrten landesweit durchführte. Die Fahrtage sind der Internetseite des Museumsbetreibers zu entnehmen. Insgesamt liegen noch Gleise von Zubrnice bis Lovečkovice. Inwieweit dieser Abschnitt wieder reaktiviert werden soll, bleibt abzuwarten.

Das Museum hat von Mai bis September täglich außer montags von 9 Uhr bis 18 Uhr, im April und Oktober freitags bis sonnabends von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Durch seine grenznahe Lage ist das Museums auch für Besucher aus Deutschland gut zu erreichen. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des Museums der Volksarchitektur in Zubrnice. Zudem ist die weitere Umgebung auch ein schönes Wandergebiet, Wanderziele sind insbesondere der Berg Buková hora (Zinkenstein) mit dem markanten Fernsehsender und das Naturdenkmal Magnetovec mit dem steinernen Pilz Skalní hřib.

Exponate (Auswahl)[Bearbeiten]

Ein Teil der Fahrzeuge, wie eine französische Rangierlokomotive aus dem Jahr 1916 und alle Draisinen, sind in dem Eisenbahnmuseum hinterstellt. Die Mehrzahl der Fahrzeuge steht jedoch wetterfest abgestellt in dem ehemaligen Depot von Lovosice.

Dampflokomotiven[Bearbeiten]

der Star der Ausstellung- die motorisierte Fahrraddraisine Šlégr
  • 433.015, zurzeit nicht betriebsfähig
  • Dampfspeicherlokomotive A 920

Diesellokomotiven[Bearbeiten]

  • T 444.0255, Lokomotive für gemischten Dienst, nicht betriebsfähig
  • T 211.2010, Lokomotive für Rangierdienst, betriebsfähig

Triebwagen[Bearbeiten]

Wagen[Bearbeiten]

Das Eisenbahnmuseum Zubrnice besitzt mehrere, zum Teil sehr wertvolle Personen- und Güterwagen. Eine genaue Liste ist der Internetseite des Museums zu entnehmen.

Andere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Eisenbahnmuseum Zubrnice sind jede Menge Draisinen ausgestellt
Sonderfahrt der Eisenbahnfreunde Zubrnice anlässlich des Jahrmarktes zu Úštěk (2006)

Neben den Draisinen sind noch andere Nutzfahrzeuge im Bahnhof hinterstellt. Über den Bahnhof Levín ist eine Modelleisenbahnausstellung im Maßstab 1:45 aufgebaut. Außerdem wird die Sicherungstechnik der einzelnen Bahnstationen der ehemaligen Lokalbahn Großpriesen–Wernstadt–Auscha wird in einem separaten Raum präsentiert.

Außerdem unternahmen die Freunde der Eisenbahnen Zubrnice in den letzten Jahren mit ihren fahrfähigen Fahrzeugen jede Menge Exkursionen zu Eisenbahnfeierlichkeiten, sie führten Zubringerfahrten zu dem Jahrmarkt in Úštěk durch, sie waren zu den Sonderfahrten bei dem Museum in Křimov, sie führten Sonderfahrten anlässlich des Stadtfestes „100 Jahre Tanvald“ durch, so dass sich inzwischen landesweit ein Bekanntheitsgrad des Museums und seines Vereines eingestellt hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eisenbahnkurier 07/2006 – Brennpunkt Ausland

Weblinks[Bearbeiten]

50.65014114.218798Koordinaten: 50° 39′ 1″ N, 14° 13′ 8″ O