Emil Winkler

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Emil Winkler (* 18. April 1835 in Falkenberg bei Torgau; † 27. August 1888 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur.

Leben[Bearbeiten]

Winkler wurde in Falkenberg als Sohn des Försters Johann Leberecht Winkler geboren. Sein Vater beging am 12. Geburtstag des Sohnes Selbstmord. Dem Besuch der Volksschule in Falkenberg (ab 1841) folgte ab 1847 der Besuch des Gymnasiums in Torgau, welches er 1850 abbrach. Er absolvierte nun in Torgau eine Lehre als Maurer und besuchte anschließend die Baugewerkschule in Holzminden.

Emil Winkler studierte anschließend am Polytechnikum in Dresden Bauwesen. Dort waren der Bauingenieur Johann Andreas Schubert und der Mathematiker Oskar Schlömilch seine Lehrer. Ab 1860 promovierte er an der Universität Leipzig bei dem Physiker Wilhelm Gottlieb Hankel zu einem Thema aus der Bodenmechanik. Zudem gab er Kurse in Dresden (heute: Technische Universität Dresden). Es folgten Stationen in Prag (1865) und Wien (1870), wo er zum Professor berufen wurde. Im Jahr 1877 wechselte er an die Berliner Bauakademie. Von Mai 1881[1] bis 1882 war er der zweite Rektor der Technischen Hochschule Berlin.[2]

Während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit befasste sich Emil Winkler mit Brückenbau, Tunnelbau, Erdbau, Elastizität und Festigkeit der Baustatik. Er untersuchte die Probleme der Berechnung zwei- und dreidimensionaler Belastung von Bauteilen experimentell. Mit Winklers Namen verbunden ist im Bauingenieurwesen noch heute die „Winklersche Bettung“ - ein Modell zur Ermittlung der Belastung des Unterbaus der Eisenbahngleise. Winkler befasste sich mit dem Problem der Reduzierung des hohen Rechenaufwands bei der Konstruktion von Fachwerken durch ein später so genanntes „Verfahren der Influenzlinien (Einflusslinien)“.

Emil Winkler starb am 27. August 1888 in Folge eines Schlaganfalls auf der Baustelle seines Hauses in Berlin-Friedenau. Er war verheiratet mit Clara Helene Crentz, der Tochter eines Dresdner Kaufmanns.

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Lehre von der Elasticität und Festigkeit mit besonderer Rücksicht auf ihre Anwendung in der Technik. H. Dominicus, Prag 1867.
  • Vorträge über Eisenbahnbau, gehalten am königlich böhmischen polytechnischen Landesinstitut in Prag. H. Dominicus, Prag 1867.
  • Vortrag über die Berechnung der Bogenbrücken. In: Mitteilungen des Architekten- und Ingeniurvereins in Böhmen, 3. Jahrgang 1868.
  • Neue Theorie des Erddruckes nebst einer Geschichte der Theorie des Erddruckes und der hierüber angestellten Versuche. Waldheim, Wien 1872.
  • Technischer Führer durch Wien. Lehmann & Wentzel, Wien 1873.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Eugen Kurrer: Geschichte der Baustatik. Ernst & Sohn, Berlin 2002, S. 230ff., S. 495f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rektorat Emil Winkler (PDF; 786 kB), Centralblatt der Bauverwaltung, 14. Mai 1881, S. 64, abgerufen am 7. Dezember 2012
  2. Rektoratsreden im 19. und 20. Jahrhundert – Online-Bibliographie, Technische Universität Berlin, Rektorate