Erbschaftsteuer in den Vereinigten Staaten

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Die Vereinigten Staaten erheben auf Bundesebene die federal estate tax. Da die Steuer den ungeteilten Nachlass besteuert und nicht den Erwerb, wird die Steuer in der deutschsprachigen Literatur als Nachlasssteuer bezeichnet.[1] Die Nachlasssteuer ist im Internal Revenue Code geregelt. Einige US-Bundesstaaten erheben ebenfalls Steuern beim Erwerb von Todes wegen. Ein Überblick hierzu wird weiter unten gegeben.

Persönliche Steuerpflicht[Bearbeiten]

Der weltweite Nachlass des Erblassers ist in den USA steuerbar, wenn der Erblasser

  • US – Staatsbürger („citizen“) oder
  • Ausländer („alien“) mit Wohnsitz in den USA („residence“) war.

Andernfalls wird nur das US-Vermögen besteuert; hierzu gehört das physisch in den USA belegene Vermögen (z.B. Grundstücke); außerdem wird für bestimmtes Vermögen immer angenommen, dass es US-Vermögen ist, z.B.

  • Anteile an einer US-Kapitalgesellschaft,
  • in den letzten 3 Jahren vor dem Tod erfolgte widerrufliche Vermögensübertragungen, wenn der Gegenstand entweder beim Tod oder bei Übertragung in den USA belegen war und
  • Forderungen gegen einen amerikanischen Schuldner (z.B. aus Rentensparplan).[1]

Freibetrag[Bearbeiten]

Der allgemeine Freibetrag (Unified Credit) beträgt

  • für Sterbefälle im Jahr 2011 beträgt der Unified Credit $ 5.000.000,
  • für Sterbefälle im Jahr 2012 beträgt der Unified Credit $ 5.120.000,
  • für Sterbefälle im Jahr 2013 beträgt der Unified Credit $ 5.250.000[2] und
  • für Sterbefälle im Jahr 2014 beträgt der Unified Credit $ 5.340.000.

Bei beschränkter Steuerpflicht beträgt der Freibetrag nur $ 60.000.[3]

Der Freibetrag betrifft nicht nur den Nachlass, sondern auch alle Schenkungen werden berücksichtigt.

Steuerbefreiung für den Ehegatten[Bearbeiten]

Zuwendungen an den Ehegatten sind steuerbefreit, wenn dieser US-Staatsbürger ist. Ist der überlebende Ehegatte kein US-Staatsbürger, wird der Freibetrag nur gewährt, wenn ein QDOT Trust gegründet wird, so dass der Ehegatte nicht frei über das Vermögen verfügen kann und es unversteuert aus den USA schaffen kann. Bei Bezügen zu Deutschland kann die Errichtung eines QDOT Trust allerdings ungewollte steuerliche Folgen haben.[1]

Steuersatz[Bearbeiten]

Für Sterbefälle im Jahr 2013 ist der Freibetrag folgender Tabelle[4] zu entnehmen:

Ab einen Betrag von bis ist der Grundbetrag Steuersatz darüber
0 $10.000 $0 18 % des Betrags
$10.000 $20.000 $1.800 20 %
$20.000 $40.000 $3.800 22 %
$40.000 $60.000 $8.200 24 %
$60.000 $80.000 $13.000 26 %
$80.000 $100.000 $18.200 28 %
$100.000 $150.000 $23.800 30 %
$150.000 $250.000 $38.800 32 %
$250.000 $500.000 $70.800 34 %
$500.000 $750.000 $155.800 37 %
$750.000 $1.000.000 $248.300 39 %
$1.000.000 darüber $345.800 40 %

Abgabe der Steuererklärung[Bearbeiten]

Der vom Nachlassgericht bestellte Nachlassabwickler („Personal Representative“) muss die Steuer mittels des Formulars Form 706 bzw. Form 706-NA (Non-Resident-Alien) in 9 Monaten nach dem Tod gegenüber dem Internal Revenue Service (IRS) erklären.[4]

Recht der einzelnen Bundesstaaten[Bearbeiten]

In folgenden Bundesstaaten werden gegenwärtig Nachlass- oder Erbschaftssteuern erhoben:[5]

Bundesstaat Art der Steuer Freibetrag (in US-Dollar) Steuerrate
Connecticut estate 2.000.000 bis zu 12 %
Delaware estate 5.340.000 bis zu 16 %
Illinois estate 4.000.000 bis zu 16 %
Iowa inheritance keiner bis zu 15 %
Kentucky inheritance 500 bis zu 16 %
Maine estate 2.000.000 bis zu 12 %
Massachusetts estate 1.000.000 bis zu 16 %
Maryland estate 1.000.000 bis zu 16 %
Maryland inheritance 150 bis zu 10 %
Minnesota estate 1.200.000 bis zu 16 %
Nebraska inheritance 10.000 bis zu 18 %
New Jersey estate 675.000 bis zu 16 %
New Jersey inheritance keiner bis zu 16 %
New York estate 2.062.500 5,085‒16 %[6]
Oregon estate 1.000.000 bis zu 16 %
Pennsylvania inheritance keiner bis zu 15 %
Rhode Island estate 921.655 bis zu 16 %
Tennessee inheritance 2013: 1.25 Mio, 2014: 2 Mio, 2015: 5 Mio bis zu 9,5 %[7]
Vermont estate 2.750.000 bis zu 16 %
Washington estate 2.000.000 bis zu 19 %
Washington D.C. estate 1.000.000 bis zu 16 %

Die Steuer kann bis zu gewissen Höchstbeträgen auf die Federal Estate Tax angerechnet werden.

Vermeidung der Doppelbesteuerung durch Doppelbesteuerungsabkommen[Bearbeiten]

Zwischen Deutschland und den USA besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungsteuern vom 21. Dezember 2001.[8] Das Doppelbesteuerungsabkommen sieht Sonderregeln für die Besteuerung deutsch-amerikanischer Nachlässe vor.

In Art. 4 des DBA wird geregelt, wo eine Person ihren steuerlichen Wohnsitz hat. Hatte die Person in beiden Vertragsstaaten oder in keinem der Vertragsstaaten eine ständige Wohnstätte, so gilt ihr Wohnsitz als in dem Vertragsstaat gelegen, zu dem er die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hatte, sog. „Mittelpunkt der Lebensinteressen“. Der Mittelpunkt der Lebensinteressen liegt in dem Vertragsstaat, zu dem die deutlich engeren persönlichen und außerdem noch ins Gewicht fallende wirtschaftliche Beziehungen bestanden. Beim Zuzug ins andere Land gibt es für 10 Jahre eine Sonderregelung. Der US-Freibetrag wird anteilig gewährt. Ansonsten wird die Doppelbesteuerung durch Anrechnung vermieden.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zitiert nach Jan-Hendrik Frank: Nachlasssteuer und Erbschaftsteuer in den USA.
  2. www.irs.gov Annual Inflation Adjustments for 2013 englisch; abgerufen am 27. Februar 2014
  3. IRS: Some Nonresidents with U.S. Assets Must File Estate Tax Returns
  4. a b www.irs.gov Instructions for Form 706 PDF, 632kB, Seite 3 bzw. 5, englisch; abgerufen am 27. Februar 2014
  5. http://www.mcguirewoods.com/news-resources/publications/taxation/state_death_tax_chart.pdf
  6. Estate Tax The New York State Department of Taxation and Finance; Overview of New York Estate Tax Laws
  7. Steuer wird 2016 abgeschafft
  8. Doppelbesteuerungsabkommen vom 21. Dezember 2001
  9. Zitiert nach Jan-Hendrik Frank: Die Besteuerung deutsch-amerikanischer Erbfälle nach dem deutsch-amerikanischen Doppelbesteuerungsabkommen
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