Exaptation

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Unter einer Exaptation wird in der Evolutionsbiologie die Nutzbarmachung einer Eigenschaft für eine Funktion verstanden, für die sie ursprünglich nicht entstanden war – mit anderen Worten: Es handelt sich um eine „kreative“ Zweckentfremdung. Die Unterscheidung von funktionsgebundener Anpassung (Adaptation) und der einem ursprünglichen Zweck entfremdeten Funktionsübernahme (Exaptation) durch eine zuvor anders genutzte Eigenschaft geht zurück auf die Abhandlung „Exaptation – a missing term in the science of form“ von Stephen Jay Gould und Elisabeth Vrba. Vom Konzept der „Exaptation“ unterschied Gould auch das Konzept „Präadaptation“ (synonym: Präadaption), welches eine Eigenschaft beschreibt, die sich zufällig (ohne erkennbare Funktion) entwickelt hat und unter veränderten Umweltverhältnissen als nützlich erweist.

Ein Beispiel ist die Follikelatresie, welche möglicherweise eine Adaptation zur Aufrechterhaltung des erforderlichen Hormonhaushalts während einer Schwangerschaft ist.[1] Die Menopause wäre demnach eine Folge dieser Adaptation, ohne selbst eine selektierte Angepasstheit zu sein.

Der Begriff Exaptation wurde später in der Genetik auch von Jürgen Brosius und Stephen Jay Gould für die Rekrutierung vormals nichtfunktioneller Bereiche des Genoms in eine Funktion angewandt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Sherwood Perry: The ovarian cycle of mammals, Oliver and Boyd, Edinburgh 1971

Bibliographie[Bearbeiten]