Fünf-Farben-Satz
Der Fünf-Farben-Satz besagt, dass jede Landkarte mit fünf Farben so gefärbt werden kann, dass keine zwei Länder mit derselben Farbe aneinandergrenzen.
Die Aussage gilt unter den Einschränkungen, dass ein gemeinsamer Punkt nicht als "Grenze" zählt und jedes Land aus einer zusammenhängenden Fläche besteht, also keine Exklaven vorhanden sind.
Der Fünf-Farben-Satz ist schwächer als der Vier-Farben-Satz und deutlich leichter zu beweisen.
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[Bearbeiten] Historisches
Der Satz geht auf Percy Heawood zurück. Dieser entdeckte in dem von Alfred Kempe 1879 veröffentlichten und zunächst als korrekt erachteten Beweis des Vier-Farben-Satzes einen zur damaligen Zeit irreparablen Fehler und bewies daraufhin im Jahre 1890 mit elementaren Mitteln den Fünf-Farben-Satz.
[Bearbeiten] Graphentheoretische Formulierung
Formal lässt sich das Problem am einfachsten mit Hilfe der Graphentheorie beschreiben. Dabei wird jedem Land der Karte genau ein Knoten zugeordnet. Zwei Knoten des Graphen werden genau dann durch eine (ungerichtete) Kante miteinander verbunden, wenn die Länder aneinandergrenzen. Der so entstehende Graph ist planar (auch „plättbar“ genannt), da er sich aufgrund seiner Konstruktion in die Ebene einbetten lässt, ohne dass sich die Kanten schneiden.
Für einen (beliebigen) Graphen ist eine Knotenfärbung mit (höchstens)
„Farben“ eine Abbildung der Knotenmenge in die Menge
. Die Färbung ist zulässig, wenn benachbarte Knoten verschiedene Farben zugewiesen bekommen. Der Graph heißt k-färbbar (genauer k-knotenfärbbar), wenn es für ihn eine zulässige Färbung mit
Farben gibt. Der Fünf-Farben-Satz lautet nun in graphentheoretischer Formulierung:
- Jeder planare Graph ist 5-färbbar.
[Bearbeiten] Beweis des Satzes
Der Beweis wird durch vollständige Induktion nach der Anzahl der Knoten in dem planaren Graphen geführt.
- Induktionsbasis: Ein Graph mit einem Knoten ist mit einer Farbe nach den Voraussetzungen färbbar.
- Induktionsannahme: Der Satz gilt für
Knoten. - Induktionsbehauptung: Der Satz gilt für
Knoten. - Induktionsschritt: Basierend auf der Eulerschen Polyederformel kann man festhalten, dass in jedem planaren Graphen mindestens ein Knoten mit Knotengrad kleiner gleich 5, d. h. mit weniger als sechs inzidenten (eingehenden) Kanten bzw. mit weniger als 6 benachbarten Knoten existiert.
- Fall 1: Im Graph
gibt es einen Knoten
mit Knotengrad kleiner fünf. Man wende die Annahme auf den Graphen
, der
ohne den Knoten
entspricht, an.
kann mit fünf Farben gültig gefärbt werden.
hat maximal vier benachbarte Knoten und kann mit der fünften vorhandenen Farbe gefärbt werden. Der Graph kann also gültig gefärbt werden. - Fall 2: Es gibt im Graphen
keinen Knoten mit Knotengrad kleiner 5. Aus der Eulerschen Polyederformel folgt dann, dass es einen Knoten
mit Knotengrad gleich 5 geben muss. Der Graph
, der
ohne
entspricht, ist nach Induktionsannahme mit 5 Farben färbbar.
- Fall 2.1: Die Nachbarknoten von
sind nur mit vier unterschiedlichen Farben gefärbt. Dann wird
mit der fünften vorhandenen Farbe gefärbt und man erhält einen gültige Färbung. - Fall 2.2: Die Nachbarknoten von
sind in fünf unterschiedlichen Farben gefärbt. Dann wähle man eine beliebige, fixe planare Einbettung von
und bezeichne die Nachbarknoten von
mit
im Uhrzeigersinn. Gibt es nun einen Weg
von
nach
, der nicht über
führt und nur die Farben von
und
(nach Induktionsannahme logischerweise abwechselnd) verwendet?
- Fall 2.2.1, Nein: Dann wird der Knoten
auf die Farbe von
umgefärbt. Alle benachbarten Knoten von
mit der Farbe von
werden auf die ehemalige Farbe von
umgefärbt usw. Man erhält wieder eine gültige Färbung von
. Die benachbarten Knoten von
sind nun jedoch nur mehr in vier Farben gefärbt (
hat nun dieselbe Farbe wie
) und
kan mit der fünften vorhandenen Farbe gefärbt werden was eine gültige Graphenfärbung ergibt. - Fall 2.2.2, Ja: (Durch das Wechseln der Färbung wie im vorigen Fall kann man hier nichts erreichen, da im Endeffekt nur
und
die Farben wechseln.) Man betrachte nun die Knoten
und
. Zwischen diesen beiden Knoten kann es keinen Weg geben, der abwechselnd die Farben der beiden Knoten verwendet, denn dieser Weg müsste unweigerlich über einen Knoten gehen, der auf dem Weg
liegt und damit eine andere Farbe als die von
und
hat. Das begründet sich dadurch, dass
sozusagen von diesem Weg
und
(die zusammen ja einen Kreis ergeben) eingekreist wird. Somit kann man auf
und
dasselbe Umfärbprinzip anwenden wie im vorigen Fall auf
und
. Damit haben die benachbarten Knoten von
wieder nur vier Farben und man kann
mit der fünften vorhandenen Farbe färben um eine gültige Färbung zu erreichen.
- Fall 2.2.1, Nein: Dann wird der Knoten
- Fall 2.1: Die Nachbarknoten von
- Fall 1: Im Graph
[Bearbeiten] Weblinks
- Matroids Matheplanet Ausführlicher Beweis mit Grafiken
- Interaktives Java-Applet zur Visualisierung und zum Experimentieren
- Java-Applet zur Visualisierung
Knoten.
Knoten.
gibt es einen Knoten
mit Knotengrad kleiner fünf. Man wende die Annahme auf den Graphen
, der
mit Knotengrad gleich 5 geben muss. Der Graph
, der
im Uhrzeigersinn. Gibt es nun einen Weg
von
nach
, der nicht über
und
. Zwischen diesen beiden Knoten kann es keinen Weg geben, der abwechselnd die Farben der beiden Knoten verwendet, denn dieser Weg müsste unweigerlich über einen Knoten gehen, der auf dem Weg