FINE

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FINE ist ein zwangloser Zusammenschluss von vier internationalen Organisationen des Fairen Handels. FINE ist ein Akronym der Gründungsmitglieder:

Selbstverständnis[Bearbeiten]

Da Einigkeit den Fairen Handel stärkt, stimmen die Akteure des Fairen Handels ihre Arbeit aufeinander ab. Sie beziehen und vertreten nach außen hin gemeinsam Position, wodurch der Faire Handel die Möglichkeit hat, seine Kapazitäten zu entfalten und ein stärkeres politisches Gewicht zu bekommen.

Grundvoraussetzungen für ein einheitliches Auftreten sind:

  • eine gemeinsame Definition der Ziele des Fairen Handels
  • gemeinsame Richtlinien für die Auswahl von Handelspartnern und die Festlegung von Handelsbedingungen
  • Instrumente zur Überprüfung der Praxis des Fairen Handels

Definition des Fairen Handels[Bearbeiten]

Der Faire Handel ist ein alternativer Ansatz zum konventionellen Welthandel: Eine Handelspartnerschaft für eine nachhaltige Entwicklung für ausgeschlossene und benachteiligte Produzenten. Mittel dazu sind bessere Handelsbedingungen, Bewusstseinsbildung und Kampagnen.

Ziele des Fairen Handels[Bearbeiten]

Die internationalen FINE-Dachverbände haben sich am 24. März 1999 in Utrecht auf gemeinsame Ziele des Fairen Handels geeinigt:

  1. Erhöhung des Auskommens und Wohlergehens der Produzenten durch Verbesserung des Marktzugangs, Stärkung der Produzenten-Organisationen, Zahlung besserer Preise und Gewährung von Kontinuität in der Handelsbeziehung.
  2. Förderung der Entwicklungs-Chancen für benachteiligte Produzenten, besonders Frauen und Ureinwohnern sowie der Schutz von Kindern vor Ausbeutung im Produktionsprozess.
  3. Stärkung des Bewusstseins unter den Verbrauchern bezüglich der negativen Auswirkungen des Welthandels auf die Produzentinnen und Produzenten, so dass sie ihre Kaufkraft positiv einsetzen können.
  4. Vorleben eines Beispiels der Partnerschaft im Handel mittels Dialog, Transparenz und Respekt.
  5. Durchführung von Kampagnen für Änderungen bei den Regeln und Praktiken des konventionellen Welthandels.
  6. Wahrung der Menschenrechte durch die Förderung sozialer Gerechtigkeit, umweltfreundlicher Praktiken und wirtschaftlicher Sicherheit.
  7. Da die Handelspartner aus unterschiedlichem kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Umfeld kommen und auch die verschiedenartigsten Produkte herstellen, müssen die Richtlinien für den Handel flexibel sein und für die entsprechenden Handelsbeziehungen ausformuliert und präzisiert werden.

Anforderungen an die Organisationen des Fairen Handels[Bearbeiten]

Auswahl der Handelspartner[Bearbeiten]

Handelspartner des Fairen Handels sind bevorzugt gemeinschaftlich organisierte Kleinproduzenten im Handwerk und in der Landwirtschaft sowie benachteiligte und unterdrückte Arbeiterinnen und Arbeiter in Fabriken und Plantagen.

Soziale Anforderungen an Handelspartner[Bearbeiten]

Die Anforderungen an Handelspartner, die eigenständige Kleinproduzenten sind, werden auf deren Existenzsicherung und auf ihre verantwortliche Mitwirkung ausgerichtet.

Dagegen zielen Anforderungen an Handelspartner mit abhängigen Beschäftigten auf die Einhaltung und Verbesserung der Arbeitsrechte, der Arbeitsplatzbedingungen und des sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Umfeldes.

Faire Handelsbedingungen (Preis, Vorfinanzierung, pünktliche Bezahlung, Assistenz)[Bearbeiten]

Der gezahlte Preis soll eine Entlohnung ermöglichen, die über die unmittelbare Befriedigung der materiellen Bedürfnisse hinausgeht und einen Beitrag für die Zukunftssicherung enthält. Die Gesamtleistungen des Fairen Handels müssen deutlich höher liegen als die des kommerziellen Handels.

Langfristige Handelsbeziehungen[Bearbeiten]

Langfristige Handelsbeziehungen sind eine wichtige Richtlinie für den Fairen Handel und müssen deshalb vertraglich verankert werden. Langfristigkeit in den Beziehungen wird gewährleistet, wenn der Handel in Verbindung mit Dialog, Transparenz sowie Produkt- und Organisationsberatung abläuft.

Monitoring[Bearbeiten]

Die Anwendung der Richtlinien des Fairen Handels haben transparent und überprüfbar zu sein. Das Monitoring muss den Entwicklungsansatz und den Ansatz der partnerschaftlichen Handelsbeziehung berücksichtigen. Es muss bezahlbar sein, und die Kosten dürfen die kleinen Handelspartner nicht überproportional belasten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IFAT votes WFTO. World Fair Trade Organization, 9. Februar 2009, abgerufen am 23. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]