Fatigue-Syndrom
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Die Bezeichnungen Fatigue-Syndrom, Erschöpfungs-Syndrom oder oft auch verkürzt Fatigue (franz.: „Müdigkeit, Erschöpfung“) werden in der Medizin in unterschiedlichen Zusammenhängen verwandt. Fatigue ist ein Symptom, das verschiedene chronische Erkrankungen begleitet.
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[Bearbeiten] Begriffsverwendungen
Während medizinische Standardwörterbücher den Ausdruck Fatigue entweder gar nicht verzeichnen (Pschyrembel) oder lediglich als Erschöpfung übersetzen, hat sich das Fatigue-Syndrom in Deutschland als Bezeichnung für ein krebsbedingtes Syndrom etabliert. Der Begriff ist insbesondere bei der Behandlung von Krebspatienten in der Onkologie und der Palliativmedizin gebräuchlich. In der englischsprachigen Fachliteratur ist dafür hingegen der Ausdruck Cancer-Fatigue üblich. Im Unterschied dazu findet der Begriff Fatigue als Beschreibung für eine Erschöpfungssymptomatik auch bei schweren chronischen Herz- und Lungenerkrankungen und anderen chronischen Krankheiten wie Sarkoidose, Rheuma, Multipler Sklerose, Muskeldystrophien (FSHD, MD, HMSN), AIDS, Lupus erythematodes, Morbus Crohn und Pulmonaler Hypertonie Verwendung.
Davon abzugrenzen ist der Begriff Chronisches Erschöpfungssyndrom oder Chronic Fatigue Syndrome (CFS, ICD-10 G93.3), das zwar einen ähnlichen Beschwerdekomplex aufweist, aber als eigenständiges Krankheitsbild unklarer Ursache angesehen wird. Unter diesen Begriff fallen auch nicht das Burn-out-Syndrom (Z73.0) oder diverse Erschöpfungszustände, die als Unwohlsein und Ermüdung (R53) klassifiziert werden.
[Bearbeiten] Pathogenese
Die Pathogenese des Fatigue-Syndroms bei Krebs ist bislang nicht eindeutig geklärt. Überwiegend wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen, an der bei Krebskranken auch psychologische Faktoren, Blutbildveränderungen und Ernährungseinflüsse beteiligt sind. Bei ihnen wird die Fatigue durch die Erkrankung selbst oder im Zusammenhang mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung ausgelöst. Sie hält meist Wochen bis Monate über den Behandlungszeitraum hinaus an und beeinträchtigt die Lebensqualität oft erheblich. Typische Merkmale sind eine anhaltende Schwäche und Abgeschlagenheit trotz ausreichender Schlafphasen, eine Überforderung bereits bei geringen Belastungen und eine deutliche Aktivitätsabnahme im privaten und beruflichen Umfeld.
Eine Studie der Universität Iowa zeigte einen Zusammenhang zwischen Schmerzen und Fatigue auf, der erklären könnte warum mehr Frauen als Männer unter chronischen Schmerzerkrankungen leiden. Durch ein Experiment mit Mäusen fand man heraus, dass männliche Tiere durch ein Zusammenspiel von Testosteron und dem Protein ASIC3 vor Muskelschmerzen und Fatigue geschützt sind. [1]
[Bearbeiten] Therapie
Therapeutisch wird in der Onkologie in erster Linie zu einem Ausgleich einer evtl. bestehenden Blutarmut (Anämie) ggf. auch durch Bluttransfusionen und zu einem vorsichtig dosierten körperlichen Ausdauertraining geraten.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Burnes LA, Kolker SJ, Danielson JF, Walder RY, Sluka KA: Enhanced muscle fatigue occurs in male but not female ASIC3-/- mice. PMID 18305024
[Bearbeiten] Weblinks
- Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit Informationen zum Fatigue-Syndrom
- Deutsche Fatigue-Gesellschaft
- Artikel Science Daily
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