Fiat Tipo

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Fiat
Fiat Tipo Fünftürer (1988–1993)

Fiat Tipo Fünftürer (1988–1993)

Tipo
Produktionszeitraum: 1988–1995
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,1–2,0 Liter
(40–108 kW)
Dieselmotoren:
1,7–1,9 Liter
(42–66 kW)
Länge: 3958 mm
Breite: 1700 mm
Höhe: 1445 mm
Radstand: 2540 mm
Leergewicht: 905–1190 kg
Vorgängermodell: Fiat Ritmo
Nachfolgemodell: Fiat Bravo / Fiat Brava

Der Fiat Tipo war ein Kompaktklasse-Wagen, der von Fiat für den europäischen Markt zwischen Frühjahr 1988 und Spätsommer 1995 als Nachfolger des Fiat Ritmo produziert wurde. Wegen des Raumangebots (max. Kofferraum bei umgeklappter Rücksitzbank 1.100 l, gesamter Innenraum 3.700 l) und der damals innovativen Ideen wurde er zum Auto des Jahres 1989 gekürt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im März 1988 wurde ein von Grund auf neuer Kompaktwagen von Fiat vorgestellt, der auf den Namen Tipo hört. Zunächst gab es ihn nur als fünftürige Schräghecklimousine. Er löste damit den seit Frühjahr 1978 angebotenen Ritmo ab. Entwurf und Entwicklung der Karosserie lagen bei dem damals neu gegründeten externen Dienstleister I.DE.A Institute, dessen erstes Projekt der Tipo war.

Ab Februar 1990 wurde auch vom Tipo eine Stufenheck- sowie eine Kombivariante angeboten, die Tempra und Tempra Station Wagon hießen und den Regata ablösten.

Aus den Problemen mit Korrosion bei früheren Modellen hatte Fiat gelernt und verkaufte den Tipo mit einer teilverzinkten Karosserie in Serie. So waren insgesamt 23  des Fahrzeugblechs verzinkt. Die Heckklappe bestand aus GfK, allerdings nicht aus Gründen der Rostvorsorge, sondern auf Grund der extravaganten Form, die seinerzeit nicht aus Blech verwirklicht werden konnte.

Seitenansicht

Des Weiteren begründete Fiat mit dem Tipo eine neue Strategie im Konzern. So teilt sich der Tipo mit diversen Schwestermodellen annähernd dieselbe Bodengruppe. Je nach Modell und Motorisierung kam in folgenden Fahrzeugen die gleiche oder eine im Detail überarbeitete Bodengruppe zum Einsatz:

Tempra, Coupe, Bravo, Brava, Marea, Lancia Delta II und Dedra,Lancia Lybra sowie Alfa Romeo 145, 146, 155, Spider und GTV. Des Weiteren wurde diese Bodengruppe, wiederum weiterentwickelt, im Alfa Romeo 147/156/GT verwendet.

Dieses System hat sich bis heute durchgesetzt und fand auch in anderen Baureihen Verwendung, wie z. B. im alten Fiat Croma zusammen mit Alfa Romeo 164, Lancia Thema und Saab 9000.

Angeboten wurde der Tipo mit diversen Motoren ausgestattet - wobei die Leistung von 40 kW (55 PS) im 1,1-l-Motor bis zum Tipo Sport mit 107 kW (146 PS) aus dem 2,0-l-16V-Motor reichte. Ebenso gab es verschiedene Dieselmotoren im Angebot, so zwei Turbodiesel-Motoren mit jeweils 1,9 l Hubraum und Leistungen von 59 kW (80 PS) und 66 kW (90 PS), die teilweise schon die Euro2-Norm erfüllten, sowie zwei Saugdiesel mit 1,7 l Hubraum und 42 kW (57 PS) und 1,9 l mit einer Leistung von 48 kW (65 PS). Des Weiteren wurden die beiden 2,0 l-Maschinen, sowie der 1,8-l-16V mit zwei gegenläufigen Ausgleichswellen ausgestattet, um an die Laufkultur eines Sechszylinders heranzureichen. Einige Motorvarianten waren in Deutschland nicht erhältlich und wurden nur für den ausländischen Markt produziert (wie zum Beispiel der 1,1-l-FIRE-Motor). Die Motorisierung 1,4 l konnte mit einem CVT-Getriebe (Verkaufsbezeichnung „Selecta“), sowie der 2,0 l 8V 83 kW mit einem 4-Stufen-Automatikgetriebe geordert werden.

Ebenfalls verfügten die Tipomodelle über eine lastabhängige Scheinwerferniveauregulierung. Anders als beim Fiat Croma war/ist diese jedoch nicht über Seilzug sondern über Hydraulik realisiert worden. Leider erwies sich dieses System über die Jahre als nicht standhaft, da sämtliche Leitungen aus schlechtem Kunststoff hergestellt wurden. Ebenfalls wurden die Öffnungen zum befüllen und entlüften mit einfachen Stahlbolzen verschlossen die nach ein paar Jahren durch Rost die Kunststoffgehäuse sprengten und somit das System undicht machten.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im Laufe seiner Bauzeit wurde der Wagen im Detail überarbeitet. So kam Anfang 1993 ein modifizierter Tipo u. a. mit überarbeiteter Front, Armaturenbrett und Türverkleidungen, mech. Fahrerairbag und Gurtstraffer, sowie Verbesserungen in der Karosseriefestigkeit bei Unfällen auf den Markt, mit der nun neben der fünftürigen eine dreitürige Variante des Tipo erhältlich war. Diese Änderungen wurden durchgeführt, weil die Ausgangsversion des Tipo bei einem Crashtest außerordentlich schlecht abgeschnitten hatte. Die Karosserie des getesteten Fahrzeugs war beim Aufprall fast vollständig kollabiert. Deswegen wurden im Vorderwagen umfangreiche Verstärkungen eingeführt, die das Gewicht des Tipo um mehr als 50 Kilogramm nach oben trieben, ohne die Crashfestigkeit wirklich wesentlich zu verbessern. Auch nach diesen Änderungen war die Karosserie des Tipo sehr weich und bot wenig Aufprallsicherheit. Die mangelhafte Crashsicherheit und die durchgeführten Änderungen betrafen auch vom Tipo abgeleitete Fahrzeuge wie die Alfa-Reihen 145, 146 und 155, die ebenfalls verstärkt und erheblich schwerer wurden, ohne nennenswert an Sicherheit zu gewinnen. Selbst der Alfa 156 litt noch unter der mangelhaften Unfallsicherheit der Tipo-Plattform und schnitt bei einem Crashtest entsprechend schlecht ab.

Für den überarbeiteten Tipo wurden aufgrund der neuen Abgasnorm die 1,4-, 1,6-, 1,8- und 2,0 l-16V-Maschinen in Sachen Einspritz- und Zündanlage verbessert. Mit der Modellpflege fiel auch der digitale Tacho weg.

Im Oktober 1995 wurde der Tipo durch den Fiat Bravo und Fiat Brava abgelöst, wurde jedoch im Ausland bis Ende 1999 (wie z. B. in der Türkei und Brasilien) weiterhin produziert.

Motoren[Bearbeiten]

Benziner

  • 1,1-l-OHC-R4, 55 PS
  • 1,4-l-OHC-R4, 71–72 PS
  • 1,6-l-OHC-R4, 75–78 PS
  • 1,6-l-8V-DOHC-R4, 90 PS
  • 1,8-l-8V-DOHC-R4, 90–104 PS
  • 1,8-l-16V-DOHC-R4, 136 PS
  • 2,0-l-8V-DOHC-R4, 113 PS
  • 2,0-l-16V-DOHC-R4, 139–147 PS

Diesel

Sondermodelle[Bearbeiten]

  • März 1990: "Serie 6000" mit elektrischen Fensterhebern, Leichtmetallfelgen, elektronischer Zentralverriegelung und elektrischem Schiebedach. Motorisierung: 1,4-Liter Benzin mit 51 kW (70 PS) und 1,6-Liter-Benzin mit 66 kW (90 PS).
  • Mai 1991: "Sound" mit CD-Stereo-Kombination Blaupunkt oder Philips, Alufelgen, Lederlenkrad und Zentralverriegelung. Motorisierung: 1,6-Liter-Benzin mit 57 kW (78 PS) und 2,0-Liter-Benzin (83 kW/113 PS).
  • Februar 1993: "Start" mit 1,4-Liter-Benziner (51 kW/ 70 PS) und 1,9-Liter-Diesel (59 kw/ 80 PS)
  • "Eleganza" mit höhenverstellbarem Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze und Mittelarmlehne, Infrarot-Türverriegelung und Nebelscheinwerfern. Motorisierung wie Sondermodell "Serie 6000"
  • "Sicura"
  • "Progress"
  • "Chic"
  • "Roma"

Tipo 2,0 AGT/DGT[Bearbeiten]

Fiat Tipo DGT

Der Tipo 2,0 AGT/DGT hat den 8-Ventiler-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und 83 KW/113 PS. Zu seiner Serienausstattung gehören Zentralverriegelung, elektr. Fensterheber vorne, Drehzahlmesser, Servolenkung, ALB-Regler, Bremsscheiben hinten, Colorverglasung, asymmetrisch teilbare Rücksitzbank, 2x Dreipunkt-Gurte hinten, Heckklappengriff mit weißem „Granturismo“-Schriftzug, einem sog. Check-Control, der Infos über die Funktion der Beleuchtung und offene Türen liefert, beheizte, sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel. Die Instrumententafel ist beim AGT in analoger, beim DGT in digitaler Ausführung. Zusätzlich orderbares Zubehör: 2/2-ABS von Girling, elektrisches Glasschiebedach, Nebelscheinwerfer.

Tipo 2,0 GT TopClass[Bearbeiten]

Das Sondermodell TopClass beinhaltet, zusätzlich zur schon üppigen Serienausstattung, eine bordeauxrote Lederausstattung, Klimaanlage mit Umluftklappe, elektr. verstellbare und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und Alufelgen. Der Tipo TopClass wurde nur in silber und schwarzmetallic ausgeliefert. In Österreich hieß dieses Modell VIP, mit einem Aufkleber auf der C-Säule

Tipo 2,0 i.e. 16V Sport[Bearbeiten]

Fiat Tipo 2,0 16V Sport

Der 2,0 16V Sport stellt die Top-Motorisierung des Tipo dar. Angetrieben wird das Fahrzeug über einen Motor mit 1995 cm³ Hubraum, verteilt auf vier Zylinder und Vierventiltechnik, gesteuert über zwei obenliegende Nockenwellen. Dieser Motor verfügt zusätzlich über Kolbenbodenkühlung und einem mit Kühlwasser durchspülten Ölwärmetauscher, der das Öl zu Beginn aufwärmen und später kühlen soll. Letzteres erfüllt dieser nur mehr als mäßig, was wohl mitunter ein Grund für die späteren Ausfälle der Pleuellager und entsprechender Folgeschäden ist. Annähernd der gleiche Motor findet sich auch u. a. im Fiat Coupe 2,0 16V und im Lancia Delta II wieder.

Zur Ausstattung des Sport gehören elektrische Fensterheber vorne, elektr. Glasschiebedach, beheizte elektr. und lackierte Außenspiegel, Zentralverriegelung, Seitenschwellerverkleidung, roter Zierstreifen rundum, Frontstoßstange mit großem Einlass und Klarglas-Nebelscheinwerfer, Sportgrill, rote Schlussleuchten, weiße Frontblinker, Heckklappengriff mit rotem „Seidicivalvole“-Schriftzug, (ausschließlich analoger) Sport-Tacho mit Drehzahlmesser und Öldruck- und -temperaturanzeige, höhenverstellbares Lenkrad, Servolenkung, ALB-Regler, automatische lastabhängige Scheinwerferhöhenverstellung, Fächerkrümmer, sportlich abgestimmtes Fahrwerk, Lederlenkrad von MOMO (ab Mitte 1993 inkl. Airbag), Sportsitze, Check-Control, Color-Verglasung, verstellbare Leselampe und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen (bedingt durch die größere Bremsanlage).

Alternativ konnte der Wagen auch mit Sportsitzen von Recaro geordert werden, die sich mit einer hohen Rückenlehne, kleinen Kopfstützen und ausziehbarer Beinauflage und besserem Seitenhalt auszeichneten. Zusätzlich orderbares Zubehör: Klimaanlage, 4/4-ABS von Bosch, schwarze Lederausstattung.

Tipo Abarth[Bearbeiten]

Offiziell wurde keine Abarth-Version seitens Fiat angeboten, allerdings einiges an hochpreisigen Anbauteilen, die alle von der Firma Zender hergestellt und unter dem Namen "Abarth" von Fiat angeboten wurden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fiat Tipo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fiat Tipo und Tempra Forum (deutsch)