Flawless

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Dieser Artikel behandelt den Film von Michael Radford aus dem Jahre 2007. Der Film Makellos von Joel Schumacher aus dem Jahr 1999 findet sich hier.
Filmdaten
Deutscher Titel Flawless – Ein tadelloses Verbrechen
Originaltitel Flawless
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Michael Radford
Drehbuch Edward Anderson
Produktion Michael A. Pierce,
Mark Williams
Musik Stephen Warbeck
Kamera Richard Greatrex
Schnitt Peter Boyle[1]
Besetzung

Flawless (engl. für makellos, einwandfrei) ist ein britischer Kriminalfilm aus dem Jahr 2007. Regie führte Michael Radford, das Drehbuch schrieb Edward Anderson.

Handlung[Bearbeiten]

Laura Quinn gibt als alte Frau ein Interview, in dem sie über ihre Erfahrungen als Managerin erzählt. In einer Rückblende werden die Ereignisse in den 1960er Jahren gezeigt, während derer Quinn Mitglied der Leitung des Unternehmens London Diamonds Corporation war.

Der bei der London Diamonds Corporation als Hausmeister angestellte Witwer Hobbs steht kurz vor der Pensionierung. Er überredet Quinn – deren Karriere zum Stillstand gekommen ist, deren Entlassung sogar droht – dazu, das eigene Unternehmen zu bestehlen und eine kleine Menge an Diamanten zu entwenden, was niemandem auffallen würde. Quinn besorgt die Geheimzahl zum Panzerschrank, in dem zwei Tonnen Rohdiamanten nebst einigen hochkarätigen Brillianten aufbewahrt werden. Hobbs überlistet die Überwachungskameras, die in festen Zeitintervallen abschalten und wechseln, somit "blind" sind, und verschafft sich Zutritt zum Tresorraum.

Als der Raum am nächsten Morgen geöffnet wird, sind sämtliche Diamanten verschwunden. Die Diamonds Corporation schaltet ihre Versicherung ein, die den Detektiv Finch damit beauftragt, den Diebstahl zu untersuchen. In der Firmenzentrale geht daraufhin eine Lösegeldforderung ein: 100 Millionen Pfund für die Rückgabe der Diamanten.

Quinn reagiert panisch, da sie davon ausgeht, dass Hobbs entgegen ihrer Abmachung nicht nur eine Handvoll, sondern alle Diamanten gestohlen hat und nun die Corporation erpresst. Durch ihr Verhalten geraten schon bald beide ins Visier von Finch. Mittlerweile macht die Corporation Druck auf die Versicherung, das Lösegeld zu zahlen. Sir Milton Kendrick Ashtoncroft erleidet einen tödlichen Infarkt im Treppenaufgang, als die Presse informiert wurde und vor den Toren steht. Der bisherige Präsident der Versicherung verliert durch diesen Druck nicht nur seine Position, er entscheidet sich auch wenig später für den Freitod, ist der Ruin bei Zahlung für die Versicherung unabwendbar.

Quinn verliert ihren teuren Ohrring im Abfluss eines Waschbeckens, schraubt den Siphon auf und findet ihn wieder. Da hat sie die Idee, dass Hobbs die Diamanten per Abfluss in mehreren Gängen verschwinden ließ. Sie steigt in den Abwasserkanal, in dem sie die Diamanten vermutet, und findet Hobbs, der ihr erklärt, dass der Präsident der Versicherung vor geraumer Zeit Hobbs' krebskranke Frau auf eine Warteliste zur Behandlung setzte, da sie ja kein Notfall sei, so dass sie zu krank war, als sie an der Reihe für eine erfolgreiche Behandlung war. Damit sei der Präsident schuld an ihrem schmerzvollen Tod gewesen. Der Diebstahl der Diamanten sollte seine Rache sein. Hobbs zeigt ihr die Diamanten, die er per Schlauch vom Waschbecken durch ein Kellerfenster und Rost an eine bestimmte Stelle im Abwasserkanal geleitet hat, und verschwindet. Sie meldet den Fund und bleibt straffrei, denn ihr war keinerlei Beteiligung nachzuweisen.

Am Ende des Filmes übergibt sie ihre Memoiren an ihre verblüffte Interviewerin und erzählt ihr, dass sie kurz nach dem Vorfall von einer Bank die Mitteilung erhalten hat, dass der komplette Betrag von 100 Millionen Pfund auf einem Schweizer Nummernkonto für sie hinterlegt ist. Sie nutzt daraufhin den Rest ihres Lebens, dieses Vermögen an Krebs- und andere Hilfsorganisationen zu verteilen. Einen großen Diamanten, den sie in der Kanalisation eingesteckt hatte, behält sie schlussendlich, als Zeichen letzter Eitelkeit und für schlechte Zeiten. Als die Reporterin auf die Straße tritt, sieht sie Laura Quinn weggehen, wie sie 1960 aussah.

Kritiken[Bearbeiten]

Jonathan Holland schrieb in der Zeitschrift Variety vom 3. Oktober 2007, der Film sei eine „polierte und glänzende Übung in der Nostalgie der 60er“. Er sei visuell ansprechend wie ein Maßanzug von der Savile Row. Caine spiele „perfekt“ sich selbst, doch trotz seiner harten Arbeit bleibe der Eindruck der Künstlichkeit der Beziehung des von ihm verkörperten Charakters zu Quinn. Die Dialoge seien gelegentlich „goldrichtig“. Die Darstellung der Arbeiter in der südafrikanischen Diamantenmine entspreche nicht der politischen Korrektheit.[1]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in London, in Frankreich und in Luxemburg gedreht.[2] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 20 Millionen US-Dollar.[3] Die Weltpremiere fand am 11. Februar 2007 auf dem European Film Market statt. Am 29. September 2007 wurde der Film auf dem Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián gezeigt. Am 28. März 2008 begann die breite Veröffentlichung in den Kinos der USA.[4]

Der Filmtitel spielt mit der höchsten Beurteilungskategorie für Diamanten bei der Clarity (Klarheit, Freiheit von Einschlüssen). Clarity ist eines der klassischen „four Cs“ neben Carat, Color und Cut (Gewicht, Farbe, Schliff). Die Steinkategorie Flawless (FL) erhalten Diamanten, die auch bei 10-facher Vergrößerung keine sichtbaren Einschlüsse aufweisen – die höchste Stufe der Klarheit. Das bedeutet sowohl intern im Stein wie an der Oberfläche. Als nächstniedrigere Stufe folgt Innere Klarheit (intern flawlessIF).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Filmkritik von Jonathan Holland, abgerufen am 12. März 2008
  2. Drehorte für Flawless, abgerufen am 12. März 2008
  3. Einspielergebnisse für Flawless, abgerufen am 12. März 2008
  4. Premierendaten für Flawless, abgerufen am 12. März 2008