Provinz Flevoland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Flevoland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Flevoland
Provinz der Niederlande Flag of the Netherlands.svg
Wappen Flagge
Flevoland wapen.svg Flevolandflag.svg
Lage
Zeeland Südholland Baarle (zu Belgien) Nordbrabant Groningen Bundesrepublik Deutschland Limburg Friesland Flevoland Drenthe Nordholland IJsselmeer Utrecht Overijssel Gelderland Frankreich Belgien NordseeKarte: Provinz Flevoland in den Niederlanden
Über dieses Bild
Basisdaten
Hauptstadt Lelystad
Größte Stadt Almere
ISO 3166-2-Code NL-FL
Website www.flevoland.nl
Hymne Waar wij steden doen verrijzen
Politik
Königlicher Kommissar Leen Verbeek
Regierende Parteien PvdA, VVD, CDA
Bevölkerung
Einwohner 399.964 (11. von 12)
Landesanteil 2,4 % der Niederländer
Bevölkerungsdichte 282 Einw. pro km² (10. von 12)
Geographie
Fläche 2.412,30 km²
– Land 1.417,50 km² (10. von 12)
– Wasser 994,80 km²
Koordinaten 53° N, 6° O52.5316666666675.5222222222222Koordinaten: 53° N, 6° O
Verwaltungsgliederung
Gemeinden 6
– davon Städte 4
Topographie der Provinz Flevoland

Topographie der Provinz Flevoland

Blick auf Almere vom Südufer des Weerwater

Flevoland ist die zwölfte und jüngste Provinz der Niederlande. Sie wurde am 1. Januar 1986 aus der Öffentlichen Körperschaft Südliche IJsselmeerpolder (Ost- und Südflevoland) und dem Nordwesten der Provinz Overijssel (Noordoostpolder) neu gebildet. Flevoland besteht fast ausschließlich aus Land, das erst im 20. Jahrhundert dem IJsselmeer abgewonnen wurde. Der Osten der Provinz ist landwirtschaftlich geprägt, der Westen entwickelte sich mit Almere zu einer Erweiterung des Einzugsgebiets von Amsterdam. Hauptstadt Flevolands ist Lelystad (für die ursprünglich der Name Flevostad [1] vorgesehen war).

Geographie[Bearbeiten]

Die Provinz liegt im Durchschnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel und besteht aus

Das östliche und das südliche Flevoland bilden eine künstliche Insel. Im Gegensatz zum Noordoostpolder beließ man hier einen schmalen Wasserstreifen zwischen Polder und Festland. Dieser verhindert ein Absinken des Grundwasserspiegels und erhält den bisherigen Küstenorten den Zugang zum Wasser. Flevoland wird von übriggebliebenen Gewässern umgeben, die heute langgestreckte Binnenseen bilden. Diese Reste der Zuiderzee sind an einigen Stellen nur wenige Meter breit und haben dort den Charakter von Kanälen. Hierzu zählen das Veluwemeer, das Drontermeer, das Gooimeer und das Ketelmeer.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Namen hat Flevoland von der Bezeichnung der Römer für die Zuiderzee, lacus flevo. Fast das gesamte Gebiet entstand durch Trockenlegung (Neulandgewinnung) von Teilen der vormaligen Zuiderzee im Rahmen der Zuiderzeewerke, ein Projekt, dessen Idee bis auf das Jahr 1891 zurückgeht.

Ausnahmen sind die ehemaligen Inseln Urk und Schokland, die seit den „Einpolderungen“ vom heutigen Noordoostpolder umgeben werden. Die Provinz ist gekennzeichnet durch weite offene Räume und eine planmäßige Entwicklung.

Die Gemeinde Urk gehörte zunächst der Provinz Nordholland an. 1950 wechselte sie in die Provinz Overijssel, nachdem der Nordostpolder fertiggestellt war. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Bildung einer neuen, zwölften Provinz der Niederlande, unter dem Namen Flevoland geplant, die 300.000 Bewohnern Lebensraum bieten sollte. Die geplante Provinzhauptstadt sollte Flevostad heißen.[1] Die Gemeinde Noordoostpolder wurde 1962 auf dem Gebiet des Nordostpolders gebildet. Sie wurde zunächst der Provinz Overijssel zugewiesen. Die 1967 entstandene zukünftige Provinzhauptstadt erhielt jedoch den Namen Lelystad.

Die Gebiete auf dem südlichen IJsselmeerpolder gehörten zunächst der Öffentlichen Körperschaft Südliche IJsselmeerpolder an. Durch die Gemeindebildungen wurde das Gebiet der Körperschaft stets kleiner. Die folgenden Gemeinden lösten sich aus der Körperschaft:

  • Dronten im Jahr 1972
  • Lelystad im Jahr 1980
  • Almere im Jahr 1984
  • Zeewolde im Jahr 1984

Schließlich wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1986 die Provinz Flevoland gebildet, der ab diesem Datum alle oben aufgeführten Gemeinden angehören.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Flevoland ist in sechs Gemeinden eingeteilt: Lelystad, Almere, Dronten, Noordoostpolder, Urk und Zeewolde. Die Einwohnerzahl betrug 399.964 (1. Januar 2014). Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt unter dem niederländischen Durchschnitt. Im Jahr 2008 ist Flevoland nicht zuletzt wegen des starken Zuzugs junger Familien die Region mit der höchsten Geburtenrate Europas.[2]

Landschaftsstruktur[Bearbeiten]

Der Hauptteil des Gebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Im östlichen Flevoland befinden sich 25 % nicht-landwirtschaftlich genutzte Fläche, darunter das überregional bedeutende Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen, im südlichen Flevoland beträgt der Anteil 50 %.

Das südliche Flevoland ist vorgesehen als Ausweichfläche für die dichtbevölkerte Randstad. Viele Einwohner von Almere, der siebtgrößten Stadt der Niederlande, pendeln täglich über die Hollandse Brug nach Amsterdam.

Politik und Gemeinden[Bearbeiten]

Die Hauptstadt Lelystad beherbergt die Organe der Provinz. Im 2011 gewählten Provinziallandtag (niederländisch: Provinciale Staten) haben die Parteien folgende Sitzanzahlen:

Kommissar des Königs ist der Sozialdemokrat Leen Verbeek, im College van Gedeputeerde Staten sitzen auch Vertreter von VVD und CDA.

Flevoland umfasst sechs Gemeinden. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge:

Urk Noordoostpolder Dronten Zeewolde Almere LelystadProvincie Flevoland.gif
Über dieses Bild
Gemeinde Einwohner
Almere 196.042
Dronten 40.427
Lelystad 76.169
Noordoostpolder 46.360
Urk 19.465
Zeewolde 21.501

(Einwohner am 1. Januar 2014)[3] Die Anzahl der Gemeinden hat sich seit der Gründung der Provinz nicht geändert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Flughafen Lelystad

Im Jahr 2006 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 99,9 % des Durchschnitts der EU-27.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Günther Pahl (Hrsg.): Knaurs Welt-Atlas, Seite 121f. Droemersche Verlagsanstalt, München 1950/51
  2. Deutschlandfunk vom 21. August 2008.
  3. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  4. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flevoland – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien