Formpressen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Formpressen ist ein Herstellungsverfahren für Kunststoffe, geeignet für leicht gewölbte oder flache Bauteile. Haupteinsatzgebiet dieses Verfahrens ist die Automobilindustrie, wo es zur Produktion größerer Bauteile mit zweidimensionaler oder einfacher dreidimensionaler Struktur, wie zum Beispiel Motorhauben, Stoßfängern, Spoilern oder Heckklappen eingesetzt wird. Es können sowohl duroplastische als auch thermoplastische Kunststoffe verarbeitet werden.

Zu Beginn des Verfahrens wird die Formmasse in die Kavität eingebracht, welche aufgeheizt wird. Anschließend wird die Kavität unter Einsatz eines Druckkolbens geschlossen. Durch den Druck erlangt die Formmasse die vom Werkzeug vorgegebene Form. Bei duroplastischen Kunststoffen dient die Temperatur zur Beeinflussung des Aushärtevorgangs, bei Thermoplasten zum Schmelzen des Kunststoffs. Nach dem Abkühlen kann das fertige Teil aus dem Formwerkzeug entnommen und ggf. nach- oder weiterverarbeitet werden.

Das Formpress-Verfahren eignet sich vor allem für mittelgroße Stückzahlen, da die Werkzeugkosten in der Regel geringer sind als zum Beispiel beim Spritzgiessen. Das Formpressen kann auch zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen eingesetzt werden, u.a. zur Herstellung von naturfaserverstärkten Kunststoffen.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Neitzel, P. Mitschang: Handbuch der Verbundwerkstoffe, Carl Hanser Verlag, Munich Vienna, 2004
  • W. Michaeli: Einführung in die Kunststoffverarbeitung Carl Hanser Verlag, Munich Vienna, 2006