Friedrich Haider

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Friedrich Haider (* 7. November 1961) ist ein österreichischer Dirigent und Pianist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Friedrich Haider ist Absolvent der Wiener Musikhochschule und Schüler von Nikolaus Harnoncourt. Sein Theaterdebüt erfolgte am 26. Juli 1984 in Klagenfurt mit Johann StraußWiener Blut. Im Konzertsaal stellte er sich im gleichen Jahr erstmals an der Spitze des Wiener Kammerorchesters vor. Nach verschiedenen Stationen als Assistent erarbeitete er sich an vornehmlich kleineren Opernhäusern ein Repertoire, das heute mehr als 80 Titel umfasst und unterschiedlichste Fächer und Stile vereint. Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Theater-Arbeit zählen Verdis Otello (beim Tivoli Festival Kopenhagen), Gounods Faust (an der Bayerischen Staatsoper München), Mozarts Entführung aus dem Serail (an der Semperoper Dresden), Wagners Lohengrin (in Barcelona) und Tristan und Isolde (in Nizza) sowie StraussSalome (an der Nationaloper Tokio) und Webers Freischütz (am Teatro La Fenice in Venedig).

Wiederholt widmete sich Haider dem italienischen Belcanto, wobei er vor allem mit seiner Entdeckung von Roberto Devereux von Donizetti persönliche Erfolge erringen konnte – zuletzt 2004 an der Bayerischen Staatsoper.[1] Seit seinem erfolgreichen Debüt 2002 an der Wiener Staatsoper dirigiert er regelmäßig an diesem Haus, 2006 feierte er seinen Einstand an New Yorks Metropolitan Opera mit Verdis Rigoletto.

Im Konzertsaal widmet sich Haider im Besonderen dem Werk von Richard Strauss (dessen gesamte Tondichtungen und Ballettmusiken, die er wiederholt zur Aufführung gebracht hat), den Sinfonien von Brahms und Schostakowitsch sowie den Opern des heute fast vergessenen Deutsch-Italieners Ermanno Wolf-Ferrari. Er gastiert am Pult bedeutender Symphonie-Orchester wie London Symphony, Tschechische Philharmonie, Dresdner Staatskapelle, Brucknerorchester Linz, Göteborger Symphoniker, Mailänder Kammerorchester, Tokyo Philharmonic und Symphonic und ist seit seinem Einstand mit Verdis Messa da Requiem auch regelmäßiger Gast bei Chor und Orchester der Slowakischen Philharmonie Bratislava.

Von 1991 bis 1994 wirkte Haider als Chefdirigent der Opéra National in Straßburg. 2004 bis 2011 war er Musikdirektor der nordspanischen Oviedo Filarmonia. Mit diesem Orchester feiert er große Erfolge und gastierte 2007 auch erstmals in Japan. Zum 1. August 2012 übernimmt er die Position des Operndirektors und Chefdirigenten am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava.

In den letzten Jahren ist Ermanno Wolf-Ferrari zu einem zentralen Thema seiner Arbeit geworden. 2009 wurde die Weltersteinspielung der Suite Veneziana mit der Oviedo Filarmonia als Teil einer „Wolf-Ferrari-Edition“ veröffentlicht.

Seit 1971 unterhält Friedrich Haider einen engen, freundschaftlichen Kontakt zum österreichischen Künstler Ernst Fuchs, von dem er seiner eigenen Aussage nach bereits im Kindesalter künstlerische und weltanschauliche Impulse empfangen hat. Er sammelt das Frühwerk Fuchs’ (1945 bis 1960er Jahre) und hat darüber auch publiziert.

Friedrich Haider ist mit einer Geigerin verheiratet und lebt in der Nähe von Basel.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Friedrich Haider (Herausgeber und Co-Autor): Ernst Fuchs – Zeichnungen und Graphik aus der frühen Schaffensperiode – 1942 bis 1959. Löcker-Verlag, Wien 2003, ISBN 3-85409-387-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressestimmen zu „Roberto Devereux“, Münchner Opern-Festspiele 2004