Fritz Lehmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den deutschen Dirigenten. Zum gleichnamigen Kameramann siehe Fritz Lehmann (Kameramann), zum Schauspieler siehe Fritz Lehmann (Schauspieler).

Fritz Lehmann (* 17. Mai 1904 in Mannheim; † 30. März 1956 in München) war ein deutscher Dirigent und Hochschullehrer.

Sein Leben[Bearbeiten]

Fritz Lehmann, Sohn eines Organisten und Lehrers, studierte von 1918 bis 1921 an der Hochschule für Musik in Mannheim, danach Musikwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. Von 1923 bis 1927 war er zuerst Chorleiter, bald aber auch Kapellmeister am Stadttheater in Göttingen. Dann wechselte er nach Essen und übernahm dort die Leitung der Kapellmeisterklasse sowie der Opern- und Orchesterschule an der Essener Folkwangschule. Anschließend arbeitete er bis 1934 als Orchester- und Chordirigent in Hildesheim und danach, 1934 bis 1938 als Leiter des in Hannover neugegründeten Niedersachsenorchesters, späterer Name des Orchesters: ' Niedersächsisches Symphonie-Orchester ' (s.auch Wikipedia). 1934 übernahm er zusätzlich die künstlerische Leitung der Göttinger Händel-Festspielen, die er 1944 nach einem Konflikt mit dem Kreisleiter der NSDAP niederlegte. Von 1935 bis 1938 wirkte Fritz Lehmann, der 1937 der NSDAP beigetreten war,[1] als Generalmusikdirektor in Bad Pyrmont, von 1939 bis 1946 in Wuppertal. Während des Zweiten Weltkriegs trat er auch in den von Deutschen Truppen besetzten Gebieten auf, so in Brüssel[2] und in Paris.

Nach dem Krieg berief man Lehmann 1946 erneut zum Leiter der Göttinger Händel-Festspiele, ein Amt, das er bis 1953 ausgeübt hat. Gleichzeitig, ebenfalls ab 1946, wirkte er als Intendant und GMD am Stadttheater Göttingen. 1950 endete diese Tätigkeit mit der aus Kostengründen erzwungenen Schließung des Opern- und Operettenbetriebs. Lehmann baute sich danach eine sehr erfolgreiche Karriere als gesuchter Gastdirigent auf. Viele Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen entstanden in dieser Zeit.

1953 verlegte er endgültig seinen festen Wohnsitz nach München und übernahm dort die Leitung einer Dirigentenklasse an der Hochschule für Musik. Während einer Aufführung der Matthäus-Passion am Karfreitag 1956 erlitt Fritz Lehmann einen Herzinfarkt. Ein zweiter Dirigent, Jürgen Popp, Leiter des Münchner Lehrergesangsvereins, führte das Konzert zu Ende. Erst am Schluss der Aufführung, nach dem Verklingen des Schlusschors Ruhet sanft, erfuhr das Publikum, dass Fritz Lehmann verstorben war.

Beerdigt ist er in Pullach.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Meyerhoff: In memoriam Fritz Lehmann: (17. Mai 1904 – 30. März 1956). In: Händeljahrbuch 1957. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1957.
  • Marianne Wick: Besessen von Musik: Der Dirigent Fritz Lehmann. Stapp, Berlin 1990, ISBN 3-87776-707-9.
  • Alain Pâris: Lexikon der Interpreten der klassischen Musik im 20. Jahrhundert. dtv/Bärenreiter, München/Kassel 1992, S. 419, ISBN 3-423-03291-X.
  • Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945 Kiel 2004, S. 4172f. (CD-ROM-Lexikon).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beitritt am 1. Mai 1937; Mitgliedsnummer: 5.218.110. Vgl. Prieberg, a.a.o. S. 4172.
  2. Neben anderen Konzerten dirigierte er am 20. April 1941 mit dem Orchester des Senders Brüssel ein Konzert aus Anlass des Geburtstages von Adolf Hitler. Vgl. Prieberg, a.a.o. S. 4172f.