Górawino

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Górawino (deutsch Gerfin) ist ein Dorf bei der Kleinstadt Bobolice (Bublitz) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa elf Kilometer nordöstlich von Bobolice (Bublitz) an der Woiwodschaftsstraße 168.[1] Das Dorf liegt am linken Ufer des Flüsschens Radüe.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gerfin, früher auch Gervin geschrieben, war ursprünglich ein Gutsbezirk mit einem Allodial-Rittergut. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer-Familien mehrfach.[3][4] Um 1780 gab es in Gerfin ein Vorwerk, eine Wassermühle, vier Bauern und insgesamt 15 Feuerstellen (Haushalte). Um 1867 umfasste der Gutsbezirk eine Fläche von 2222 Morgen. Auf dem Gelände befanden sich 18 Wohnhäuser, ein Schulhaus und 13 Wirtschaftsgebäude.

In dem Gutsbezirk wurde Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft betrieben sowie auch etwas Fischerei im Zahnsee und an der Radü.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Das deutsche Dorf wurde in Górawino umbenannt. Es begann bald die Zuwanderung polnischer Neusiedler, die die deutschen Einheimischen aus ihren Häusern drängten. Die Deutschen wurden bis ca. 1947 aufgrund der sogenannten Bierut-Dekrete aus dem Dorf vertrieben.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1867: 147

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Straßenkarte PL003: Hinterpommern. Koeslin - Stolp - Danzig. Hoefer-Verlag, Dietzenbach 2005, 9. Auflage, ISBN 978-3-931103-14-9, Planquadrat D8.
  2. Vgl. zum Beispiel Leopold von Zedlitz-Neukirch (Hrsg.): Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten. Halle 1833, S. 315.
  3. Heinrich Berghaus (Hrsg.): Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. III. Teil, 1. Band, Anklam 1867, S. 328–329.
  4. Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Kgl.-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 2. Band, Anklam 1784, S. 561, Nr. 31

54.01643416.649722Koordinaten: 54° 0′ 59″ N, 16° 38′ 59″ O